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	<title>Magazine Archiv - Magazin SCHULE</title>
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	<description>So leben und so lernen wir</description>
	<lastBuildDate>Fri, 17 Jul 2026 14:19:36 +0000</lastBuildDate>
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		<title>10 Dinge, die unsere Kinder besser können als wir damals</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/10-dinge-die-unsere-kinder-besser-koennen-als-wir-damals/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2026 11:15:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>1. Englisch – auf dem Weg zur Zweitsprache Es war ein etwas säuerlich verpacktes Lob: Als der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes in einem Interview wieder einmal über die vielen guten Abiturnoten heutzutage klagte, gab er immerhin zu: „Mit meinem eigenen Schulenglisch kann ich mit heutigen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/10-dinge-die-unsere-kinder-besser-koennen-als-wir-damals/">10 Dinge, die unsere Kinder besser können als wir damals</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>1.</p>
<h4>Englisch – auf dem Weg zur Zweitsprache</h4>
<p>Es war ein etwas säuerlich verpacktes Lob: Als der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes in einem Interview wieder einmal über die vielen guten Abiturnoten heutzutage klagte, gab er immerhin zu: „Mit meinem eigenen Schulenglisch kann ich mit heutigen Absolventen in keiner Weise mehr mithalten.&#8220; Da dürfte es vielen Menschen aus seiner Generation ähnlich gehen. Denn Englisch ist auf dem besten Weg, sich von einer Fremd- zu einer Zweitsprache zu mausern.</p>
<p>Unbe­lievable: Ende der 90er-Jahre konnte ein durchschnittlicher deutscher Abiturient weder einen Film auf Englisch verstehen noch ein längeres Gespräch führen. Selbst als 2003 Forschende im Auftrag der Kultusministerkonferenz den Englischunterricht für die sogenannte Desi-Studie untersuchten, waren sie alles andere als amused: Der Unterricht bestand lediglich zu mageren elf Prozent aus frei formulierten Äußerungen der Lernenden. Bei einem Drittel der Aussagen handelte es sich um hilflose Einwortaussagen.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Grammatik und Inhalte sind nicht mehr so wichtig. Entscheidend ist die Sprachkompetenz</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Glaubt man Englischlehrkräften, gibt es solche Stunden zum Glück nur noch selten. Die Pädagogik hat sich aber auch grundlegend geändert. Lehrkräfte sind dazu angehalten, <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/peter-littger-englisch-leichter-lernen/">ihre Schüler und Schülerinnen zum Reden zu animieren.</a> Grammatik und Inhalte sind nicht mehr ganz so wichtig. Entscheidend ist die Sprachkompetenz. Moderne Unterrichtsmaterialien kommen mit Videos und Hörspielen auf den Markt, auf denen Englisch in Alltagssituationen gesprochen wird. Immer öfter wird an Schulen zudem bilingualer Unterricht angeboten.</p>
<p>Niemand hat es bislang untersucht, aber auch J. K. Rowling dürfte einen gewaltigen Anteil an den Fortschritten der deutschen Englischlernenden haben. Wer ein ausgewiesener Harry-Potter-Fan war, wartete nicht auf die deutsche Übersetzung, sondern las den neusten Band aus der Zauberwelt im Original. Als das Buch „Harry Potter and the Cursed Child“ auf den deutschen Markt kam, ging es weg wie warme Semmeln.</p>
<p>Mächtiger Ansporn und Impulsgeber ist dabei das sonst so viel gescholtene Internet. Auf TikTok, YouTube und Co. konsumiert man Videos selbstverständlich auf Englisch. Auch in Kommentaren und Foren ist das die Verkehrssprache. Video-Streamingdienste tun ein Übriges. Die neueste US-Serie nicht auf Englisch zu sehen, gilt zumindest ab der Oberstufe als „terribly unfashionable“, also schrecklich uncool.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">2.</p>
<h4>Präsentieren und Referate halten</h4>
<p>Nein, auch heutzutage drängeln sich die meisten Schülerinnen und Schüler nicht unbedingt vor, wenn es darum geht, ein Referat zu halten – außer vielleicht zur Notenrettung gegen Schuljahresende. Aber letztlich ist es an den Schulen doch normal geworden, aufzustehen und den Platz der Lehrkraft einzunehmen.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Das Agieren vor Publikum ist nichts Besonderes mehr</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">„Die Schülerinnen und Schüler müssen heute ja schon von der Grundschule an Themen aufbereiten und sich vor die Klasse stellen, um zu referieren und zu präsentieren“, sagt die Pädagogin und Buchautorin Heidemarie Brosche. „Auch in der Mittelschule gehört das Halten von Referaten ganz selbstverständlich dazu. Das führt dazu, dass das Agieren vor Publikum nichts Besonderes mehr ist.“</p>
<p>Und dabei geht es nicht nur um größere Referate. Wenn eine Klasse beispielsweise ein Thema in kleinen Gruppen ­erarbeitet, trägt meist ein Teammitglied anschließend die Ergebnisse vor dem Rest der Klasse vor. Auch dass eine Schülerin oder ein Schüler nach vorn kommt und aus dem Stegreif ein Thema, etwa aus der letzten Stunde, erläutert, ist üblich.</p>
<p>Verändert hat sich auch die Arbeitsweise. Wo früher noch Overheadfolien abgelesen wurden, bringen die junge Leute heute teils aufwendig gestaltete Präsentationen mit – oft auf ihren eigenen Tablets, ­damit auch die Software sicher läuft. Fotos und sogar Videos aus dem Internet werden eingebettet, spezielle Tools erlauben es sogar, zu Beginn oder während eines Referats eine ­Online-Umfrage in der Klasse zu machen.</p>
<p>Und natürlich läuft auch die Recherche heute routiniert online ab. Waren früher noch Lexika und Schulbücherei die wichtigsten Quellen, recherchieren Lernende heute meist im Internet – oder sie befragen gleich eine KI. Doch darin steckt auch eine Gefahr: „Leider schlagen diese Möglichkeiten in vielen Fällen negativ durch“, weiß Heidemarie Brosche. „Schülerinnen und Schüler neigen natürlich dazu, den bequemsten Weg zu wählen, und der heißt: ‚Geh ins Internet und kopiere dir das Nötigste raus!‘“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">3.</p>
<h4>Lerntechniken kennen</h4>
<p>„Drei, drei, drei – bei Issos Keilerei!“ – hätte man ­einen Schüler in den 1980er-Jahren nach einer Lerntechnik ­gefragt, er hätte vermutlich nur eine nennen können: die Eselsbrücke. Wer kannte damals <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-drei-besten-merktechniken-fuer-den-schulalltag">Mindmapping oder die ­Loci-Methode</a>? Wer hat bewusst ausprobiert, über ­welchen Kanalmix aus Lesen, Hören, Schreiben und so weiter er oder sie am besten lernt?</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Dass auch das Lernen gelernt sein will, hat sich herumgesprochen</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Die Erkenntnis, dass auch das Lernen gelernt sein will, hat sich erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten herumgesprochen. Mittlerweile aber ist die Förderung von Methodenkompetenz <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/lernen-lernen-das-ist-zwingend-notwendig/">eine immer wichtiger werdende Aufgabe der Schule</a> bei der Erziehung zu Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit. Wie man sich Lernstoff merkt, sich konzentriert, die Zeit einteilt, den Arbeitsplatz gestaltet, ­Informationen beschafft und auswertet, wird heute schon in der Grundschule gelehrt. Beim Übertritt auf weiterführende Schulen gehören Einheiten, wie man das Lernen lernt, zum Start dazu. Davon profitieren unsere Kinder nicht nur ihre ganze Schulzeit über, sondern auch in der Berufsausbildung und im Studium.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">4.</p>
<h4>Kreativer schreiben</h4>
<p>„Ich S-Bahn, bist du Bahnhof?“ – Chat-Sprache ist oft dermaßen verkürzt, dass intuitiv verfahrende Sprachkritiker überzeugt sind, dass die vor allem von Jugendlichen so geliebten Kurzmitteilungen per Handy oder Rechner die Sprache verhunzen, also die Fähigkeit, ordentlich zu formulieren. Doch einiges spricht dafür, dass das Gegenteil der Fall ist: Sprachwissenschaftler finden WhatsApp &amp; Co. jedenfalls gar nicht so schlecht. Immerhin schreiben die Kids jetzt dauernd.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Wer viele Textnachrichten schreibt, ist bei Sprechtests überlegen</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Eine Untersuchung der Universität Coventry unter ­Elfjährigen ergab sogar, dass regelmäßige Nachrichten-Schreiber ihren gleichaltrigen Mitschülern bei Sprachtests überlegen sind. So verblüfften die besten Verfasser von Textnachrichten (nicht Sprachnachrichten!) mit der besten Rechtschreibung und dem größeren Wortschatz. Ihre Erklärung: Beim Schreiben der kurzen Mitteilungen müssen sich Kinder mehr Gedanken machen, wie sie sich möglichst klar ausdrücken, was sprachliche Ausdruckskraft und Fantasie fördert.</p>
<p>Genau das ist auch das Ziel des heute weitverbreiteten Prinzips, in den ersten beiden Grundschuljahren, wenn überhaupt, nur wenig Wert auf Rechtschreibung zu legen. Stattdessen versuchen die Lehrkräfte, den Schülerinnen und Schülern möglichst viele Gelegenheiten zu bieten, damit sie sich ohne Druck kreativ schriftlich ausdrücken können. Die Annahme dahinter: Wer gern liest und schreibt, wird auf Dauer schon von selbst zur richtigen Rechtschreibung finden – und unterwegs seinen Wortschatz und seine Ausdrucks­fähigkeit gestärkt haben.</p>
<p>Aber können sich Schüler heute tatsächlich besser ­ausdrücken, schreiben sie gar die besseren Aufsätze? Deutschlehrer wie Thomas Ritter vom Ernst-Mach-Gymnasium in Haar sind sich „nicht so sicher“. Hoffnung macht wiederum die Wissenschaft: Germanistikprofessor Wolfgang Steinig hat Schulaufsätze aus mehreren Jahrzehnten verglichen. Fazit: Ja, die Schülerinnen und Schüler von heute schreiben krea­tiver. In ihren Texten zeigen sie sich selbstbewusster und meinungsstärker. Allerdings machen sie tatsächlich auch mehr Rechtschreibfehler.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">5.</p>
<h4>Wirtschaften und gründen</h4>
<p>„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen, aber ich kann ’ne Gedicht­analyse schreiben. In vier Sprachen.“ Für diesen Tweet hat eine 17-jährige Schülerin vor einiger Zeit viel Zustimmung bekommen. Stimmt ja auch: Vor allem Jugendliche auf dem Gymnasium lernen noch heute im regulären Unterricht wenig über Wirtschaft und Finanzen.</p>
<p>Doch im Gegensatz zu ihren Eltern damals kompensieren viele Jugendliche das durch eigenes Interesse. Wohl noch nie gab es eine Schülergeneration, die geschäftstüch­tiger war: So führt mittlerweile fast jede Oberstufe in AGs ein kleines Wirtschaftsunternehmen, das Partys organisiert, um mit den Einnahmen später die eigene Abifeier zu ­bezahlen.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Die einen designen Marketing-Produkte, die anderen züchten Fische</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Schülerfirmen sind in allen Schulformen so verbreitet, dass es mittlerweile diverse Beratungsangebote und Wettbewerbe für sie gibt. Wie professionell Schüler das Wirtschaften heute ­angehen, zeigt auch der Wettbewerb &#8222;<a href="https://www.jugend-gruendet.de/" target="_blank" rel="noopener">Jugend gründet</a>&#8220; des ­Bundesministeriums für Bildung und Forschung: Schon seit 2003 konkurrieren dabei Jugendliche mit ihren Geschäftsmodellen und um die beste Start-up-Idee. Vielerorts hat sich daraus ein Netzwerk aus Schulen, Verbänden und Banken gebildet, das Ideen fördert und weitertreibt. Tausende Schülerinnen und Schüler beteiligen sich jedes Jahr daran– und zumindest für sie verliert danach sicher auch die erste eigene Steuererklärung ihren Schrecken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">6.</p>
<h4>Meinen und diskutieren</h4>
<p>Kaum ein Klischee über die Jugend von heute wurde in den vergangenen Jahrzehnten so oft wiederholt wie das von der vermeintlich unpolitischen, angepassten Genera­tion. Tatsächlich finden Demoskopen und Jugendforscher bei den heutigen Jugendlichen wenig Rebellisches: Die Fundamentalopposition gegen alles Etablierte, die wir Eltern mit unserer eigenen Jugendzeit verbinden, würde die meisten jungen Leute heute befremden. Das heißt aber nicht, dass die junge Generation unpolitisch wäre oder keine eigene Meinung hätte. Ganz im Gegenteil.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Die Jugend diskutiert rege – allerdings dort, wo wir Älteren es nicht so wahrnehmen</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">„Immer mehr Jugendliche zeigen politisches Interesse“, heben zum Beispiel die Autoren der renommierten Shell ­Jugendstudie hervor. Um mehr als ein Drittel sei der Anteil der politisch Interessierten seit 2002 gestiegen. Aber das äußere sich anders, als wir es gewohnt sind: Klassische Mitwirkungsformen wie Parteien und Wahlen verlieren an Bedeutung, dafür beteiligen sich die jungen Menschen an Online-Petitionen und Demonstrationen. Das heißt, sie diskutieren weiterhin rege – allerdings online, wo wir Älteren es nicht so wahrnehmen.</p>
<p>Auch die Pädagogin Heidemarie Brosche findet, dass die heutigen Schüler meinungs­stärker als ältere Jahrgänge sind: „Meine Schüler sagen, was sie denken – auch auf die Gefahr hin, dass jemand verärgert ist. Und sie können auch einmal Nein sagen, ohne gleich Rechtfertigungsarien zu singen.“</p>
<p>Dass die Lehrpläne inzwischen überall mehr auf Kompetenzen wie <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/operatoren-so-gehen-pruefungsfragen-heute/">Einordnen, Erklären und Diskutieren</a> setzen als auf bloßes Wiedergeben von Wissen, unterstützt diesen Trend. Da verwundert dann auch der Erfolg des ­Wettbewerbs &#8222;<a href="https://www.jugend-debattiert.de/" target="_blank" rel="noopener">Jugend debattiert</a>&#8220; nicht mehr, den mehrere gemeinnützige Stiftungen unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten seit 2002 ausrichten. Inzwischen schärfen dabei rund 200 000 Schülerinnen und Schüler jedes Jahr ihre Debattierfähigkeiten in Wettkämpfen von Schul- bis Bundesebene. Klar ist: Wer gewinnen will, muss argumentieren können – Fundamentalopposition reicht da nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">7.</p>
<h4>Posen und tanzen</h4>
<p>„Die Büffel stehen an der Bar, an der Bar, an der Bar, Mensch, was machen die da?“: Der NDW-Klassiker „Das Blech“ der Band Spliff bildete die Situation in den 1980er-Jahren gut ab. Weiter als an den Rand der Tanzfläche ­traute man sich als Junge damals meist nicht. Zu unsicher, zu ­ungelenk – vorsichtshalber nannte man es dann cool, nicht zu tanzen.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Ein bisschen Pose ist heute Pflicht</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Und heute? Wer beim Hip-Hop nur mit dem Kopf nickt, ist ein Feigling. Wer beim Selfie bloß steif in die Kamera guckt, ist draußen. Ein bisschen Pose, ein bisschen Körpergefühl ist heutzutage Pflicht. Nicht zu tanzen ist uncool – das gilt auch für Jungs. Es ist halt doch nicht alles einfacher geworden …</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">8.</p>
<h4>Themen selbst erarbeiten</h4>
<p>Lehrervortrag, Tafelanschrieb, Übungsaufgaben – aus diesem Dreiklang bestanden die meisten Unterrichtsstunden früher. Wenn Schülerinnen und Schüler arbeiteten, dann meist für sich. Das war effizient, für viele bequem – aber weit weg von dem, wie Arbeit im weiteren Leben aussieht.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Kann ich das? Dann auf zum nächsten Thema</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Heute bekommen Lernende einen Wochenplan in die Hand, gehen zur Lerntheke und nehmen sich das Material, das sie brauchen, um sich das nächste Unterrichtsthema zu erarbeiten. Sie recherchieren, erklären sich gegenseitig und stellen sich selbst Aufgaben. Kann ich das? Dann auf zum nächsten Thema, vielleicht diesmal in der Gruppe. Oder ich brauche noch etwas mehr Übung, dann hole ich sie mir halt.</p>
<p>Bildungsforscher bezweifeln zwar, dass dieses schülerzentrierte Arbeiten <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/lehrer-autoritaet-lob-der-autoritaet/">unbedingt effektiver ist als klassische Unterrichtsformen.</a> Aber die Kinder lernen jedenfalls, eigenverantwortlich zu arbeiten – was ein Wert an sich ist. Später im Büro kommt auch niemand zum Lehrervortrag vorbei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">9.</p>
<h4>Selbst kochen – also so richtig</h4>
<p>Heutige Teenager lieben es zu kochen. Nach einer ­Forsa-Studie des Happiness Instituts empfinden 72 Prozent von ihnen beim Schnippeln, Rühren, Würzen und Abschmecken große Lebensfreude. Wenn sie dann noch mit Freunden kochen, wabert das Glück nur so im und um den Kochtopf.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Gerade Jungs sind gern in der Küche</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Das vielleicht überraschendste Ergebnis der Erhebung, hinter der letztlich die Slow-Food-unverdächtige Marke ­Coca-Cola steht: Gerade Jungs halten sich sehr gern in der Küche auf. Und das nicht nur zum Essen wie noch in unserer Generation. Zwei von drei Jungs haben immerhin schon einmal selbstständig das Mittag- oder Abendessen für die ­Familie gekocht, so die Studie.</p>
<p>Diese Thesen bestätigt Heike Bissert aus Buggingen im Markgräflerland. Die 46-jährige Krankenschwester hat drei Söhne im Alter von 13, 16 und 17 Jahren. „Die Jungs sind schon echte Kochprofis. Der Älteste ist Vegetarier, macht sich morgens oft selbst ein Rührei mit Tomaten. Außerdem durchforstet er das Internet nach leckeren Gerichten – und kocht die dann für die ganze Familie. Das war in meiner ­Jugend anders. Meine drei Brüder hatten weder Interesse noch Talent. Die haben sogar das Wasser anbrennen lassen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><span style="font-family: Playfair Display; color: #c42329; font-size: 124px;">10.</span></em></p>
<h4>Fotografieren und Filmen</h4>
<p>&#8222;I und da Louis hom des o&#8217;gfangt&#8220;, erklärt Johannes in schönstem Oberbayrisch, wie seine Freunde und er zu Internet-Stars wurden. Louis hat ein Video gesehen, wie jemand auf ungewöhnliche Weise eine Bierflasche öffnet – und die Jungs wollten probieren, ob das mit Spezi auch geht. Es ging, es machte Spaß – und die beiden luden ein Video davon auf Instagram hoch. Und noch eines. Und noch eines. Spezi öffnen mit dem Scooter, mit der Dachrinne, mit dem Tischtennisschläger, mit dem Gartenschlauch, mit dem Schlitten, mit dem Volleyball … die Ideen gingen den &#8222;<a href="https://www.instagram.com/spezi_suchtis/" target="_blank" rel="noopener">Spezi-Suchtis</a>&#8220; nicht aus. Und mit den Ideen kamen die Follower: Über 200.000 wurden es bald, längst haben die Teenager einen Sponsor und ein professionelles Marketing.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Know-how beschafft man sich nebenbei</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Zugegeben, nicht alle Kinder und Jugendlichen, die ­Fotos und Videos auf Instagram hochladen, machen so eine Karriere. Aber das Beispiel der bayrischen Jungs vom Dorf zeigt, wie unverkrampft, verspielt und mutig die jungen Leute fotografieren und filmen – und sich ganz nebenbei das nötige Know-how selbstständig draufschaffen. Sie bearbeiten die Pics, pimpen und tunen sie wie wir früher unsere Mofas, sie legen Filter drüber (Slumber-Nebeloptik, Crema für weiche Konturen, Aden bei schlechten Lichtverhältnissen), drehen Filme, fuchsen sich in die Technik hinein, kommentieren, liken, sharen, lernen Gleichgesinnte kennen. Die Social-Media-Welt ist optisch: TikTok, YouTube, WhatsApp, Instagram  (Facebook ist out, falls Sie das noch nicht mitbekommen haben). Dort ist die Welt ein Film – oder viele.</p>
<p><em><small>&#8222;10 Dinge, die unsere Kinder besser können als wir damals&#8220; – Dieser Artikel wurde erstmals am 18.07.2018 veröffentlicht. Das Datum oben bezieht sich auf die jüngste Aktualisierung </small></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/10-dinge-die-unsere-kinder-besser-koennen-als-wir-damals/">10 Dinge, die unsere Kinder besser können als wir damals</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nein, die &#8222;Generation Z&#8220; ist nicht faul</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/nein-die-generation-z-ist-nicht-faul/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Nov 2023 07:55:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaft kann ziemlich enttäuschend sein. Da hat man eine schöne Theorie, die vieles erklären würde. Sie klingt plausibel und deckt sich mit den eigenen Beobachtungen. Alle sind davon begeistert. Und dann kommt so ein Spielverderber, rechnet nach und sagt: Sorry, aber da ist nix dran. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/nein-die-generation-z-ist-nicht-faul/">Nein, die &#8222;Generation Z&#8220; ist nicht faul</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaft kann ziemlich enttäuschend sein. Da hat man eine schöne Theorie, die vieles erklären würde. Sie klingt plausibel und deckt sich mit den eigenen Beobachtungen. Alle sind davon begeistert. Und dann kommt so ein Spielverderber, rechnet nach und sagt: Sorry, aber da ist nix dran.</p>
<p>Martin Schröder ist so ein Spielverderber. Der Professor für Soziologie an der <a href="https://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/schroeder.html" target="_blank" rel="noopener">Universität des Saarlandes</a> hat sich eine derzeit besonders gern diskutierte These vorgenommen: Die jungen Leute von heute seien arbeitsfaul, aber anspruchsvoll. Besonders gelte das für die so genannte &#8222;Generation Z&#8220;, also die nach dem Jahr 2000 Geborenen. Ihnen sei Arbeit nicht mehr wichtig, statt dessen wollten sie mehr <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/freizeitstress-viel-zu-verplant/">Freizeit</a>, um die Welt zu sehen oder sich gesellschaftlich zu engagieren. Stimmt das?</p>
<p>Um diese Frage zu beantworten, hat Schröder hunderttausende Datensätze analysiert. Sie stammen zum einen aus dem &#8222;<a href="https://www.diw.de/soep" target="_blank" rel="noopener">Sozio-oekonomischen Panel&#8220;</a>, in dessen Rahmen seit 1984 insgesamt 30.000 Deutsche in 15.000 Haushalten immer wieder befragt werden. Für seine <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10869-023-09921-8" target="_blank" rel="noopener">jüngste Publikation</a> hat Schröder zum anderen die <a href="https://www.gesis.org/angebot/daten-finden-und-abrufen/european-values-study/integrated-values-surveys-ivs-1981-2021">Integrated Values Surveys</a> verarbeitet, zwei ähnliche, internationale Langzeitstudien. In all diesen Befragungen ging es unter anderem um die persönliche Einstellung zur Arbeit, um wirtschaftliche Sorgen und um die Bedeutung von Freizeit, Familie und gesellschaftlichem Engagement.</p>
<h3>Die faule Generation Z ist ein Mythos</h3>
<p>Und, sind die jungen Leute nun arbeitsfauler als früher? Die Antwort: Ja – allerdings nicht nur sie. &#8222;Uns allen ist heute die Arbeit nicht mehr ganz so wichtig wie der Gesellschaft vor 50 Jahren, egal, ob wir 15 oder 50 sind&#8220;, sagt Martin Schröder. Er sieht darin einen von zwei Denkfehlern, an denen die Generation-XYZ-Theorien leiden: Sie übersehen, dass sich mit der Zeit die Einstellung unserer ganzen Gesellschaft zu den genannten Themen verändert.</p>
<p>Besonders deutlich wird dieser so genannte Periodeneffekt zum Beispiel bei der Sorge um die Folgen des Klimawandels. Als die 68er jung waren, hat das Thema kaum jemanden interessiert. Die heute 20-Jährigen hingegen machen sich deswegen <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/klaus-hurrelmann-generation-greta-schulstreiks-waren-ungeheuer-nervig-und-ungeheuer-wirksam/">große Sorgen</a> – kein Wunder, schließlich sind die Gefahren des Klimawandels in der Zwischenzeit deutlich größer geworden. Schaut man nur von Generation zu Generation, scheinen die Klimasorgen also zugenommen zu haben. Rechnet man jedoch den Periodeneffekt heraus und betrachtet, wie die Menschen allgemein heute zu dem Thema stehen, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Da sind die 68er sogar besorgter als die Generation Z.</p>
<h3>Wirklich bedeutsam sind Perioden- und Alterseffekte</h3>
<p>Auch der zweite Denkfehler hat mit dem Faktor Zeit zu tun – und zwar mit dem Lebensalter: Junge Leute waren schon immer weniger arbeitsfreudig als Menschen mittleren Alters. Das könnte als Binsenweisheit durchgehen, welcher 18-Jährige ohne FDP-Hintergrund setzt sich schon mit Begeisterung in abendliche Firmenmeetings? Aber laut Soziologe Schröder spiegelt sich das auch ganz wissenschaftlich in den Daten der großen Umfragen wider. Daher ergibt es wenig Sinn, die Arbeitseinstellung heute 20-Jähriger mit der von heute 50-Jährigen zu vergleichen: &#8222;Es kommt darauf an, in welchem Lebensabschnitt sie nach ihrer Leistungsbereitschaft und ihrer Einstellung zur Arbeit gefragt werden&#8220;, so Schröder.</p>
<p>Wenn man auch diesen Alterseffekt noch berücksichtigt, bleibt von den vermeintlichen Unterschieden zwischen den Generationen kaum noch etwas übrig. Die Boomer haben in ihren 20ern auch lieber Party gemacht, die Generation X sitzt heute in Meetings statt im Golf GTI, und wir alle hätten am liebsten mehr Zeit am Strand. &#8222;Nicht die Generationenzugehörigkeit erklärt unser Denken, sondern der Zeitpunkt in unserem Leben, an dem wir nach unserer Einstellung gefragt werden&#8220;, sagt der Soziologe.</p>
<h3>Womöglich gibt es die Generation Z gar nicht. Und die anderen davor auch nicht</h3>
<p>Da ist er also, der wissenschaftliche Spielverderber Schröder: „Ich habe nichts gefunden, was darauf hindeutet, dass die Einstellung zu Arbeit und Beruf tatsächlich mit dem Geburtsjahr zusammenhängt“, sagt er. Womöglich gibt es die faule Generation Z in diesem Zusammenhang also gar nicht. Und Y und X vorher auch nicht. Ebenso wenig wie die Boomer. Noch schlimmer: Auch <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10869-020-09715-2" target="_blank" rel="noopener">andere Forschende bezweifeln</a>, dass die Einteilung von Geburtsjahrgängen in Generationen mit ähnlichen Eigenschaften überhaupt soziologisch sinnvoll ist.</p>
<p>Allerdings findet Martin Schröder durchaus einige Unterschiede zwischen den Alterskohorten, wie er <a href="https://www.martin-schroeder.de/2023/07/17/warum-es-keine-generationen-gibt/" target="_blank" rel="noopener">in seinem Blog</a> beschreibt. Der Erfolg im Beruf wird weniger wichtig, die heutigen jungen Leute engagieren sich wieder mehr gesellschaftlich, und sie reisen gern. Aber die Unterschiede zu vorherigen Jahrgängen sind klein, und die Tendenz ist nicht einheitlich. Zu wenig jedenfalls für ein Generationenklischee, das die einen zu familienfremden Arbeitstieren erklärt und die anderen zu arbeitsscheuem Partyvolk.</p>
<h3>Lange hatte die Generation Z eine bessere Verhandlungsposition – aber das dreht sich gerade</h3>
<p>Und was bleibt dann von all den Beobachtungen über anspruchsvolle Berufseinsteiger, über deren Forderungen nach hohen Gehältern, Vier-Tage-Woche und Homeoffice? Ist das alles nur eingebildet? Vermutlich nicht. Aber auch hier ist die Zeit ein Faktor: Denn wann hatten Deutschlands Firmen zuletzt so einen Arbeitskräftemangel wie in den vergangenen zehn Jahren? Wann konnten sich Bewerbende ihre Stelle so bequem aussuchen? Natürlich fällt es leichter, eine jugendliche Arbeitshaltung zu vertreten, wenn man weiß, dass man auf jeden Fall gebraucht wird.</p>
<p>Und so haben sich die 20-Jährigen heute möglicherweise einfach an eine bessere Verhandlungsposition gewöhnt als die meisten ihrer Altersvorgänger. Vielleicht sind die Älteren auch neidisch darauf? Nun ja, wie es aussieht, sind die rosigen Bewerbermarkt-Zeiten schon wieder vorbei. Fast 50 % der Gen-Z-ler machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Und dann? Ehe sie entlassen wird, sitzt die Generation Z wahrscheinlich bald brav in den Meetings und schimpft über das faule Jungvolk.</p>
<p>Bedienen kann sie sich dabei an einer Keilschrift aus der Bronzezeit. <a href="https://bildungswissenschaftler.de/5000-jahre-kritik-an-jugendlichen-eine-sichere-konstante-in-der-gesellschaft-und-arbeitswelt/" target="_blank" rel="noopener">Darauf steht angeblich:</a> &#8222;Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.&#8220; Das war vor 4000 Jahren.</p>
<p><em><small>Nein, die &#8222;Generation Z&#8220; ist nicht faul – Foto: <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/junges-paar-liegt-auf-haengematten-schaut-sich-an-und-laechelt-gruen-herum-glamping_17633613.htm" target="_blank" rel="noopener">frimufilms</a> auf Freepik</small></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/nein-die-generation-z-ist-nicht-faul/">Nein, die &#8222;Generation Z&#8220; ist nicht faul</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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		<item>
		<title>Von wegen Streber: Gute Noten machen beliebt!</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/von-wegen-streber-gute-noten-machen-beliebt/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Jan 2024 15:07:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein verbreitetes Klischee besagt, dass besonders eifrige Schülerinnen und Schüler in der sozialen Hierarchie ihrer Schulklasse nicht unbedingt weit oben stehen. Viele Lernende vermeiden sogar, gute Schulleistungen zu zeigen, um nicht als &#8222;Streber&#8220; abgestempelt zu werden. Doch eine aktuelle Studie der Universität Tübingen stellt dieses [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein verbreitetes Klischee besagt, dass besonders eifrige Schülerinnen und Schüler in der sozialen Hierarchie ihrer Schulklasse nicht unbedingt weit oben stehen. Viele Lernende vermeiden sogar, gute Schulleistungen zu zeigen, um nicht als &#8222;Streber&#8220; abgestempelt zu werden. Doch eine aktuelle Studie der Universität Tübingen stellt dieses Stereotyp auf den Kopf: Ganz im Gegenteil sind offenbar Jugendliche, die gute Noten schreiben, in der Regel auch bei ihren Klassenkameraden besonders beliebt.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Gute Schüler werden häufiger um Hilfe gebeten</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">&#8222;Die Beziehung zwischen Leistung und sozialer Integration ist insgesamt positiv&#8220;, schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie, die von der Psychologin <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/hector-institut-fuer-empirische-bildungsforschung/institut/personen/neuendorf-claudia-dr/" target="_blank" rel="noopener">Claudia Neuendorf</a> geleitet wurde. Sie untersuchten dafür Daten aus dem <a href="https://www.iqb.hu-berlin.de/bt" target="_blank" rel="noopener">IQB-Bildungstrend</a> von etwa 45.000 Schülerinnen und Schülern der neunten Jahrgangsstufe in Deutschland. Das Ergebnis: Jugendliche, die gute Schulleistungen erbrachten, waren in der Regel besser in ihre Klassen integriert als solche, die schlechter abgeschnitten hatten. Sie wurden auch wesentlich häufiger von ihren Mitschülern um Hilfe gebeten als leistungsschwächere – was einerseits logisch ist, andererseits aber sehr deutlich dem klischeehaften Bild vom Streber als Einzelgänger widerspricht. Am deutlichsten ausgeprägt waren diese Beobachtungen übrigens bei jenen Jungen und Mädchen, die in mehreren Fächern gut sind.</p>
<p>Noch einen weiteren Aspekt des Streber-Klischees haben sich die Forschenden vorgenommen: Stimmt es denn, dass Mädchen eher gemieden werden, wenn sie besonders gut in &#8222;Jungs-Fächern&#8220; wie Mathe und Naturwissenschaften sind? Und Jungen, wenn sie &#8222;Mädchen-Fächer&#8220; wie Deutsch oder Fremdsprachen performen? Auch hier ist die Antwort: nein. &#8222;Viele leistungsstarke Kinder sind sehr gut sozial integriert, unabhängig davon, ob ihre Leistungen vermeintlich genderkonform oder non-konform sind“, erklärt die Studienleiterin Neuendorf.</p>
<h4>Auch in anderen Ländern sich gute Schüler beliebt</h4>
<p>Gute Schülerinnen und Schüler sind also beliebt. Bleibt die Frage, warum Jugendliche mit guten schulischen Leistungen überhaupt als isolierte Streber verdächtigt werden, wenn sie doch eigentlich prima integriert sind. Die Universität Tübingen verweist dazu auf eine &#8222;häufig klischeehafte Darstellung in den Medien&#8220;. Das klingt etwas dünn. Jedenfalls scheint das Phänomen ziemlich deutsch zu sein: Dass Englische etwa kennt keine Entsprechung für das Wort &#8222;Streber&#8220;. Dort sprechen sie vielleicht von einem <em>nerd</em>, wenn jemand technik-affin und tatsächlich etwas isoliert ist – aber immer auch etwas respektvoll, denn Vorsicht, da könnte der nächste Bill Gates sitzen. Schlimmer wäre das englische <em>teacher&#8217;s pet</em>, der schleimige Lehrerliebling. Aber der ist eher doof als klug.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Franzosen büffeln sogar in den Sommerferien</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">In Frankreich büffeln Jugendliche sogar in den Sommerferien, um nicht alles wieder zu vergessen, und nach dem Abi geht es in die arbeitsintensiven <em>classes préparatoires</em>, um fürs Studium an einer der begehrten <em>grand écoles</em> aufgenommen zu werden. China, Japan oder gar Singapur sind ohnehin berüchtigt für ihren büffelnden Nachwuchs. Auch in anderen Ländern fehlt das Klischee, nur in der Schweiz ist es offenbar <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/meinung/kommentare-aaz/vorwurf-streber-super-noten-geschlecht-und-unbeliebtheit-haben-sehr-wohl-miteinander-zu-tun-ld.1462909" target="_blank" rel="noopener">ähnlich schlimm</a>.</p>
<p>Möglicherweise ist das Streber-Klischee ja ein Zeichen des urdeutschen Neids auf alle, die es besser haben (oder machen) als man selbst? Nur bei den eigenen Freunden ist das ok, deswegen sind die keine Streber. Oder das Stereotyp stammt noch aus Zeiten, in denen Deutschland (und die Schweiz) eher <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/familien-mit-migrationsgeschichte-mach-du-das-fuer-mich-die-krux-mit-dem-kollektivismus/">kollektivistische Gesellschaften</a> waren und das Herausragen Einzelner unerwünscht war. Heute wären Streber dann eine Art Phantom: Jeder weiß davon, aber keiner kennt mehr einen. Möglich aber auch, dass die Forschenden nach dem falschen Zusammenhang gesucht haben: Vielleicht werden Kinder und Jugendliche gar nicht Streber genannt, weil sie so herausragend gut sind – sondern um sie zu mobben. Aber das ist ein anderes Problem.</p>
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		<title>Angst vorm Telefonieren: Leiden Jugendliche unter Telefonphobie?</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/angst-vorm-telefonieren-leiden-jugendliche-unter-telefonphobie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2026 08:28:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Töchter sind toll. Ehrlich. Die eine absolviert mit eiserner Disziplin enorme Lernein­heiten und kann – wenn es denn sein muss – ohne Panikattacken Klavier vor einem Saal voller fremder Leute spielen. Die andere trägt ungeniert mal sattpinke, sumpfgrüne oder dottergelbe Haare und kann im [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Töchter sind toll. Ehrlich. Die eine absolviert mit eiserner Disziplin enorme Lernein­heiten und kann – wenn es denn sein muss – ohne Panikattacken Klavier vor einem Saal voller fremder Leute spielen. Die andere trägt ungeniert mal sattpinke, sumpfgrüne oder dottergelbe Haare und kann im Nullkommanix ein ganzes Theaterpublikum bezaubern. Beide sind starke, selbstbewusste Persönlichkeiten. Sie scheuen sich nicht – jederzeit und selbstredend auch ungefragt –, ihre Meinung zu aktuellen politischen und gesellschaftlich relevanten Themen (Klima! Gendergerechtigkeit!! Fleischkonsum!!!) kundzutun. Gern auch auf Englisch, wenn es die Umstände erfordern.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Am Telefon sind sie wie schüchterne Dreijährige</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Geht es aber darum, jemanden anzurufen, ist ganz plötzlich Schluss mit souverän, polyglott und cool. Jetzt ähnelt der nahezu erwachsene Nachwuchs schüchternen Dreijährigen, die sich hinter dem Rücken der Eltern verstecken, sobald Besuch auftaucht.</p>
<h4>Ihre Telefonphobie haben die Töchter gut versteckt</h4>
<p>Zuerst habe ich gar nicht kapiert, was da läuft. Viel zu lange dachte ich, die Mädels seien einfach Meister des Delegierens. Ein Friseurtermin muss ausgemacht werden? „Mach du, Mama – heute ist bis fünf Uhr Schule, und du hockst ja sowieso den ganzen Tag neben dem Telefon.“ Wir wollen Pizza bestellen? „Mach du Mama, dich kennen die doch alle.“ Die Schule braucht eine telefonische Krankmeldung? „Mach du, Mama, du bist ein Telefon-Profi und einfach viel überzeugender.“</p>
<p>Nachdem ich vor Kurzem Zeuge eines Gesprächs zwischen Müttern war, die von der geradezu krankhaften Telefon-Unlust ihrer Kinder berichteten, ahne ich, was los ist: Meine Töchter leiden unter einer leichten bis mittelschweren Form von Telefonphobie. Eine klinische Diagnose mit dieser Bezeichnung gibt es zwar streng genommen überhaupt nicht. Aber dass es Menschen ­davor graust, zum Hörer zu greifen, um etwas zu bestellen, zu erfahren oder zu regeln – dieses seltsame Angstphänomen existiert sehr wohl.</p>
<h4>Schuld ist der Vater, ganz klar</h4>
<p>Psychologen unterscheiden zwei Arten von Ängsten: die sehr nützliche, weil schützende Furcht vor tatsächlich existierenden Gefahren wie Feuer oder wilden Tieren und die absurde, das Leben unnötig erschwerende Mutlosigkeit vor dem Fahrstuhlfahren oder wie in unserem Fall vor dem Telefonieren. Als Grund für Letztere galten früher gern <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/eltern-entspannt-euch/">Erziehungsfehler</a> der Eltern. Ängste können aber – so sagt es der Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut <a href="https://www.borwinbandelow.de">Borwin Bandelow</a> an der ­Universitätsmedizin in Göttingen – „mit den Genen mitgegeben werden wie Sommersprossen und Hammerzehen“. In diesem Zusammenhang habe ich meinen Mann im Verdacht. Auch er: ein Vermeider von Gesprächen, insbesondere wenn sie per Telefon erfolgen sollen.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Max drückt sich so lange, bis er unmöglich noch anrufen kann</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Was sich wie eine Schrulle anhört, betrifft viele. Die Welt scheint voll von Menschen, denen allein die Vorstellung, ein Telefonat zu führen, kalte Schauer über die Rücken jagt. Krankenkassen verfassen schon Ratgeber, wie sich die Angst im Zaum halten lässt. Junge Leute trifft die Telefonphobie besonders hart, wie eine kleine, zugegebenermaßen nicht repräsentative Umfrage im privaten Umfeld nahelegt: Max, 18-jähriger Sohn einer Freundin etwa, drückt sich so lange vor einem Telefonat, „bis es so spät ist, dass ich unmöglich noch anrufen kann“. Er dränge sich nicht gern in den Vordergrund, sagt er. Außerdem findet er es eine Zumutung, jemanden „einfach so zu stören“. Max: „Ich kann schon irgendwo anrufen, aber nur, wenn ich weiß, dass der Anruf ­erwartet wird, weil das vorher so ausgemacht wurde.“</p>
<h4>Man will anderen nicht zumuten, was einem selbst unangenehm ist</h4>
<p>Laura, 15, mag nicht mal angerufen werden, weil sie nicht weiß, wie sie das, was sie wirklich sagen will, am Telefon ausdrücken soll. Paula, 13, bewundert in der S-Bahn Menschen, die ungeniert in ihre Handys plappern, telefoniert selbst aber „nur zur allergrößten Not“ und nur dann, wenn garantiert niemand sonst in der Nähe ist und mithören könnte. Und Otto, 17, will einfach anderen nicht zumuten, was ihm selbst so furchtbar unangenehm ist: „Den Hörer abnehmen zu müssen und nicht zu wissen, wer dran ist. Oder vielleicht eine ­Stimme nicht zu erkennen, die man eigentlich kennen müsste. Oder unmittelbar reagieren zu müssen, obwohl man seine Antworten eigentlich lieber gerne abwägt.“</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Telefonieren sei irgendwie total peinlich, sagen die Töchter</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Telefonieren sei „irgendwie total <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/mama-du-bist-voll-peinlich/">peinlich</a>“, so erklären mir meine Töchter ihre Telefonphobie. Sie nehmen deshalb zur Not sogar einen Fußmarsch in Kauf, nur um der Zahnarzthelferin ins Gesicht sagen zu können, was man ihrem Ohr allein partout nicht anvertrauen wollte: dass man nächste Woche leider doch nicht zur Kontrolle kommen kann.</p>
<h4>Häufig ist das Telefonieren doch ganz hilfreich</h4>
<p>Vielleicht ist es so, dass hier eine Generation eine in die Jahre gekommene Kulturtechnik einfach nicht mehr flüssig beherrscht. Und schließlich auch immer seltener braucht. Wozu gibt es denn WhatsApp, Social Media und Online-Booking? Noch aber ist das Telefon nicht ganz erledigt. Noch immer telefoniert zumindest der ältere Teil der Menschheit, und häufig ist das auch ganz hilfreich. Sensible Vieltelefonierer beispielsweise erkennen schon an der Art und Weise, wie sich der Angerufene meldet, in welcher Stimmung er sich befindet und welche Worte es jetzt braucht, um von ihm zu bekommen, was man will. Außerdem: Spätestens im Beruf werden unsere Kinder nicht mehr umhinkönnen, das ein oder andere Mal zum Hörer zu greifen. Je eher sie also ihre Bangbüxigkeit davor verlieren, desto besser.</p>
<p>Vielleicht hilft gegen die Telefonphobie, was meine Freundin Brigitte gemacht hat, eine Architektin, die freiberuflich von daheim arbeitet. Im Flur über der Station mit dem Festnetztelefon hat sie zwei Telefonier-Merkzettel für die ebenfalls telefonunlustigen Kinder aufgehängt. Auf dem einen steht:</p>
<p><strong>EINGEHENDE ANRUFE:</strong><br />
• Namen nennen.<br />
• Evtl. fragen: „Wen möchten Sie sprechen?“<br />
• „Kann ICH etwas für Sie tun?“<br />
• Wollen Sie später noch mal anrufen?“<br />
• „Soll ich meiner Mutter/meinem Vater etwas ausrichten?“</p>
<p><strong>AUSGEHENDE ANRUFE:</strong><br />
• Durchatmen. Lächeln. Nummer wählen.<br />
• „Guten Tag“ sagen.<br />
• Namen nennen: „Ich heiße &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<br />
• und ich möchte:<br />
• &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..“ (Grund des Anrufs)<br />
• Termin nennen, zu dem das erledigt sein muss!</p>
<h4>Vermeidung festigt die Angst. Also: Ran ans Telefon!</h4>
<p>Klingt albern? Mag sein, aber Brigittes Kinder erledigen mittlerweile selbst Telefonate mit schwierigen Kunden in Abwesenheit der Mutter ganz selbst­verständlich. Die unangenehme, Angst machende Situation zu meiden macht die Sache jedenfalls nicht besser, ganz im Gegenteil. Vermeidungsstrategien bringen zwar kurzfristig Erleichterung, aber sie festigen in aller Regel die Angst nur noch. Psychologen raten verzagten Menschen deshalb zur mutigen Auseinandersetzung mit den Dämonen, die sie quälen. Wer also Angst vor Schule oder Büro hat, tut gut daran, jeden Tag aufs Neue wieder tapfer hinzugehen. Wer in Fahrstühlen unter Schweißausbrüchen leidet, sollte sie so lange benutzen, bis es ihm grad egal ist.</p>
<p>Und wer nur höchst ungern und unter Bauchgrimmen telefoniert, braucht in aller Regel eines: mehr Übung im Telefonieren, und zwar so lange, bis sich Routine einstellt und das Gehirn „Erfolg gehabt“ abspeichert. Und nun sollen mich meine Töchter umgehend mal anrufen. Eine entsprechende Aufforderung schicke ich ­ihnen selbstverständlich ganz bequem per WhatsApp.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><small>Angst vorm Telefonieren: Leiden Jugendliche unter Telefonphobie? – Foto: wayhomestudio/freepik – Dieser Artikel wurde erstmals am 26.3.2021 veröffentlicht. Das Datum oben bezieht sich auf die jüngste Aktualisierung</small></em></p>
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		<title>Lernen fürs Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cornelia Tiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jun 2025 08:20:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[paywall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1  Spielen wie früher Sich stundenlang beschäftigen können am Wasser mit nur zwei Booten: Für Kinder, die sich sonst dauernd im Freizeitpark bespaßen lassen, ist das ein echtes Aha-Erlebnis. Es geht auch selbst gemacht und kostenlos! &#160; 2  Feuer machen Nein, wir meinen nicht langweiliges [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5>1  Spielen wie früher</h5>
<p>Sich stundenlang beschäftigen können am Wasser mit nur zwei Booten: Für Kinder, die sich sonst dauernd im Freizeitpark bespaßen lassen, ist das ein echtes Aha-Erlebnis. Es geht auch selbst gemacht und kostenlos!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>2  Feuer machen</h5>
<p>Nein, wir meinen nicht langweiliges Grillen im Garten, sondern ein richtiges Lagerfeuer auf einer großen Wiese: Freunde einladen, einen großen Topf übers Feuer hängen und gemeinsam im Freien kochen, essen, palavern. Stockbrot und Marshmallows für die Kinder wären noch fein und ein paar Exemplare der „Mundorgel“ für alle.</p>
<p>Die Kinder lernen von den Großen: für das Feuer nur trockenes und naturbelassenes Holz verwenden, es mittels Holzspänen oder Kohle- bzw. Grillanzünder entfachen. Niemals Brandbeschleuniger wie Benzin, Verdünnung, Spiritus verwenden: Explosionsgefahr! Löschmittel bereithalten. Das Feuer immer bis zum Erlöschen der Glut beaufsichtigen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/06/Pinsel_Lila_Magazin-SCHULE.jpg" alt="Pinsel – Magazin SCHULE" width="1000" height="667" />3  Die Welt aufhübschen</h5>
<p>Jeder ist ein Künstler, hat Joseph Beuys einmal gesagt. Ob er Recht hat? Ausprobieren und dabei die Umgebung verschönern: Der Baumstamm bekommt ein Strickkleid, das Loch in der Wand eine Füllung aus Legosteinen, die triste Betonwand ein Grafitti aus Moos. Einfach eine Handvoll Moos in den Mixer geben, zwei Tassen Buttermilch oder Joghurt, einen halben Teelöffel Zucker und nach Bedarf Wasser dazu und auf niedriger Stufe mixen. Mit der Mischung ein Motiv auf eine nasse Wand auftragen und feucht halten. Mehr dazu, wie Kreativität entsteht, <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/wie-entsteht-kreativitaet/" target="_blank" rel="noopener"> lesen Sie hier.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>4  Samariter sein</h5>
<p>Wer anderen hilft, fühlt sich selber gut – kann wirklich etwas Wichtiges fürs Leben lernen. In der Nachbarschaft kann bestimmt jemand Unterstützung gebrauchen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>5  Dübeln gehen</h5>
<p>Nicht nur Männer können handwerken. Mütter und Töchter, die daran zweifeln, gehen zur Ladies-Night – in den Baumarkt. Nach Geschäftsschluss ertüchtigen die Heimwerkertempel in Workshops die Kundschaft von morgen: Frauen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5><img decoding="async" class="alignleft" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/06/Hawaii_Logo_Magazin-SCHULE.jpg" alt="Hawaii – Magazin SCHULE" />6  Ukulele spielen</h5>
<p>Sie ist klein und leicht zu spielen. Portugiesische Einwanderer brachten das Instrument im späten 19. Jahrhundert nach Hawaii. Bald schon schrammelte die gesamte Insel. Selbst Familien, die sich für unmusikalisch halten, werden es mit der Ukulele schaffen. Mit nur drei simplen Akkorden schafft man locker Dutzende Songs. Kurse und haufenweise Tipps für Anfänger gibt es auf YouTube.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>7  Sterne erkennen</h5>
<p>Die sollte man finden können: den Großen Wagen im Norden. Schwan, Leier und Adler im Süden. Sterne sind Sonnen, die sehr weit weg sind. Unvorstellbar: Um zu „Proxima Centauri“ zu gelangen, dem nächsten Stern neben der Sonne, bräuchte ein Raumschiff 1000 Jahre. Das Licht schafft es in fünf.</p>
<p>In einer klaren Nacht, fernab einer Stadt im Gras liegen und ins Weltall schauen gehört zu den magischen Momenten eines Sommers. Ein Leben lang erinnern sich die Kinder, wenn dabei ein Familienstern auserkoren wird, der ab sofort alle beschützt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>8  Die Nacht durchlesen</h5>
<p>Eine Lesenacht daheim ist viel gemütlicher als in der Schule. Man kuschelt auf dem Sofa, und jeder liest die schönsten Passagen aus seinem Lieblingsbuch vor. Man kann auch abwechselnd aus einem Buch vortragen. Literatur, die garantiert alle fesselt: „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf oder „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>9  Lachen mit Shakespeare</h5>
<blockquote class="right text-left"><p>Gut gehängt ist besser als schlecht verheiratet<cite class="">William Shakespeare</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Allen Vorbehalten zum Trotz: Klassiker können saukomisch sein. Shakespeare zum Beispiel: „Gut gehängt ist immer besser, als schlecht verheiratet zu sein.“ Vor 450 Jahren wurde der kluge Dramatiker geboren – ein schöner Anlass, in alten Reclam-Heften zu stöbern und lustige Szenen mit verteilten Rollen zu lesen oder einen Film anzusehen. „Shakespeare in Love“ ist ein Lustspiel im Geist des elisabethanischen Theaters. Der Film bekam sieben Oskars und ist freigegeben ab sechs Jahren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>10  Einfach essen</h5>
<p>Der lästige Löwenzahn, die böse Brennnessel, der garstige Giersch. Raus aus dem Garten, ab in die Küche! Kann man alles essen. Wie wär’s mit einem gesunden Smoothie? 1 große Handvoll Brennnessel, 400 g Birnen und 250 ml Wasser gut durchmixen.<br />
<strong>Tipp:</strong> Brennnesseln mit Handschuhen pflücken, von unten greifen und die Brennhaare von unten nach oben abstreifen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>11  Im Wald verirren . . .</h5>
<p>. . . und dank eines Kompasses wieder zurückfinden. Geht es auch ohne Kompass? Aber ja: Die Armbanduhr auf Winterzeit einstellen, Uhr waagerecht halten und den Stundenzeiger auf die Sonne richten. Nun liegt Süden genau zwischen zwölf Uhr und der Ziffer, auf die der Stundenzeiger gerichtet ist. Ausprobieren!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>12  In die Luft gehen</h5>
<p>Nicht billig, aber unvergesslich: mit einem Ballon fahren und die Welt von oben sehen. Infos unter: <a href="http://www.dfsv.de" target="_blank" rel="noopener">www.dfsv.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>13  Leben retten</h5>
<p>In welchem Rhythmus führt man eine Herzdruckmassage bzw. die Beatmung aus? Wie funktioniert der Rautek-Rettungsgriff? Wer’s weiß, kann Leben retten. Erste-Hilfe-Kurse werden mancherorts bereits für Kinder ab acht Jahren angeboten. Teenager können gemeinsam mit ihren Eltern einen Kurs absolvieren. Die wichtigsten Maßnahmen erklärt in zehn Minuten das <a href="https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/" target="_blank" rel="noopener">DRK</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure style="width: 335px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/06/Seerose_Magazin-SCHULE.jpg" alt="Seerose – Magazin SCHULE" width="335" height="500" /><figcaption class="wp-caption-text">Strom sparen, Rad fahren, Umwelt schonen: In den Ferien fallen kleine Schritte leichter</figcaption></figure>
<h5>14 Die Welt retten</h5>
<p>Schon mal was vom ökologischen Fußabdruck gehört? Darunter versteht man die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um einen bestimmten Lebensstandard zu ermöglichen. Lassen Sie doch die Kinder mal ihren eigenen Energiebedarf testen (<a href="https://www.fussabdruck.de/" target="_blank" rel="noopener">www.fussabdruck</a><a href="https://www.fussabdruck.de/" target="_blank" rel="noopener">.de</a>). Jeder Deutsche beansprucht im Schnitt 4,8 Hektar Fläche für sich. Umweltverträglich wäre ein Sollwert von 1,8 Hektar pro Person. Wie man auf kleinerem Fuß lebt? Wasser sparen, Wäsche draußen trocknen, öfter mit dem Rad fahren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>15  Gemeinsam daddeln</h5>
<p>Okay, die Ferien wären optimal, um mit einer digitalen Diät zu beginnen, um zu erkennen, dass man Whats-App, TikTok und Candy Crush besser nur in homöopathischen Dosen genießt. Ein verregneter Sommertag aber wäre auch ideal, um genau das Gegenteil zu tun. Daddeln, was das Zeug hält. Die Frage ist, wer mehr profitiert – die Eltern, die Insiderwissen gewinnen, oder die Kinder, die merken: Hey, hier interessiert sich doch mal jemand für meine Interessen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>16  Samenbomben werfen</h5>
<p>Subversiv und konstruktiv: etwas wachsen lassen, wo nur Ödnis herrscht. Blumensamenkugeln kann man fertig kaufen oder selber machen: 5 Teile rote Tonerde mit 3 Teilen Erde oder Kompost und einem Teil Bio-Saatgut mischen. Einen Teil Wasser dazu, zu kleinen Kügelchen formen. Ein bis zwei Tage trocknen lassen. Wo die Bömbchen auf Verkehrsinseln oder an Mauerränder geworfen werden, fängt es bald an zu sprießen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>17  Ausmisten</h5>
<p>Weniger ist mehr. Wenn die Bude leer ist, haben wir wieder Platz für neue Dinge und Gedanken. Ab auf den Flohmarkt! Dort lernen die Kinder außerdem: rechnen und verhandeln.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/07/2015-14_LernenLeben_Minnesaenger.jpg"><img decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/07/2015-14_LernenLeben_Minnesaenger-300x251.jpg" alt="2015-14_LernenLeben_Minnesaenger" width="300" height="251" /></a><figcaption class="wp-caption-text">Mittelalterfeste: zurück in eine andere Zeit</figcaption></figure>
<h5>18  Zurückreisen</h5>
<p>Historische Spektakel unter: <a href="http://www.mittelalterkalender.info/" target="_blank" rel="noopener">www.mittelalterkalender.info</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>19  Insekten helfen</h5>
<p>In der Stadt fehlen den Insekten Nist- und Überwinterungsorte. Abhilfe zu schaffen geht ganz leicht. Bauanleitung für ein Insektenhotel gibt es <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>20  Chef spielen</h5>
<p>Vorsicht, gewagtes Familienexperiment: Die Kinder sagen, wo’s lang geht. Die Eltern gehorchen. Fernsehen, Taschengeld, Essen, Schlafenszeiten – all die Punkte, die sonst in Familien über Jahre diskutiert  werden müssen, liegen für eine begrenzte Zeit in den Händen der Kinder. Die Eltern machen, was sie wollen, es sei denn, sie bekommen ausdrückliche Anweisungen. Ob das Chaos womöglich ausbleibt, wenn die Kinder übernehmen? Wem das Risiko zu hoch erscheint, der kann es mit einer weniger spektakulären Variante probieren: Die Kinder einen Tag lang komplett in Ruhe lassen. Kein Rufen zum Essen, keine Anziehvorschriften, keine Programmangebote. Nichts. Dafür bleiben die Eltern bis in die Puppen im Bett liegen und lassen die Dinge laufen. Was lernen wir fürs Leben? Zumindest die Erkenntnis: Elternschaft muss gar nicht stressig sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>21  Den Jakobsweg gehen</h5>
<p>. . . denn der Weg ist das Ziel. Wo ließe sich das besser erleben als auf der berühmten Ich-bin-dann-mal-weg-Strecke zwischen den Pyrenäen und   Santiago de Compostela? Man muss ja nicht gleich die ganzen 800 Kilometer des Klassikers gehen. Was zählt: der Wille, einen Teil zu schaffen, und die Ausdauer dranzubleiben. Das geht sogar vor der Haustür: Unter <a href="https://www.deutsche-jakobswege.de/" target="_blank" rel="noopener">www.deutsche-jakobswege.de</a> sind die hiesigen Zubringer der berühmten Schlussetappen verzeichnet.</p>
<figure style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/07/2015-14_LernenLeben_Baum1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/07/2015-14_LernenLeben_Baum1-300x259.jpg" alt="Etwas über die eigenen Ahnen erfahren ist tagesfüllend und aufregend!" width="300" height="259" /></a><figcaption class="wp-caption-text">Ob Stammbaum recherchieren oder Baum pflanzen – aufregend und nachhaltig ist beides!</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<h5>22  Stammbaum zeichnen</h5>
<p>Kinder interessieren sich leidenschaftlich für ihre Herkunft. Es dauert seine Zeit, bis man alle Ahnen recherchiert hat, aber es lohnt sich. Hilfreich: <a href="www.wikihow.com" target="_blank" rel="noopener">www.wikihow.com</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>23  Bäume pflanzen</h5>
<p>Bäume sind überhaupt fantastisch. Sie wandeln das Zeug, das wir nicht brauchen (Kohlendioxid), um in Zeug, ohne das wir nicht leben können (Sauerstoff). Jeder Baum erzeugt Sauerstoff für zwei Menschen. Ein schönes Symbol also, wenn etwa eine vierköpfige Familie zwei Bäume pflanzt. Wer keinen Garten hat, bittet den Bürgermeister um ein Plätzchen oder fragt bei <a href="https://www.plant-for-the-planet.org/" target="_blank" rel="noopener">plant-for-the-planet.org</a> nach.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>24  Witze erzählen</h5>
<p>Ob wir in unserem Leben viel zu lachen haben, können wir schon auch selbst bestimmen – indem wir unseren Alltagsärger in Stoff für humorvolle Anekdoten verwandeln. Das schult die Selbstironie und hebt die Laune. Darin kann sich jeder Mensch gar nicht früh genug üben. Die Lernexpertin Vera F. Birkenbihl übrigens war sogar ein Fan von Witzbörsen und etablierte in ihrem Büro den „Joke of the day“. Wer damit anfängt, kann irgendwann auch leichter über sich selbst lachen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>25  Mit Kirschen meditieren</h5>
<p>Buddhistische Lehrer nehmen immer Mandarinen, aber man kann auch mithilfe von Kirschen ganz ruhig werden. Einen Versuch ist es wert: Aus einer Schale mit Kirschen nimmt jeder eine heraus und hält sie in seiner Hand. Dann sind alle aufgefordert, sich einen Kirschbaum vorzustellen. Sonne und Regen, Tag und Nacht. Die Kirsche wächst und wächst, irgendwann wird sie gepflückt. Jetzt ist sie hier. Danach untersuchen alle ihre Kirsche, nehmen den Geruch wahr, führen sie zum Munde, beißen ganz bewusst hinein und genießen den Geschmack. Ob man wirklich das Universum in einer Frucht finden kann?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>26  Verlieren üben</h5>
<p>Ein starker Charakter muss gelernt haben, mit Anstand einzustecken. Wie hat Champions-League-Verlierer Arjen Robben gesagt? Akzeptieren, heulen,  weitermachen. Wie man das lernt? Zum Beispiel mit Monopoly spielen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>27  Musik hören</h5>
<p>Wenig spektakulär? Nicht, wenn Sie Folgendes verabreden: Jeder darf einen Abend lang Werbung für seine bevorzugte Musikrichtung machen. Mit Infos über die Komponisten, Stellung in der Musikgeschichte und natürlich zahlreichen Hörbeispielen. Heavy Metal contra Barockmusik? Techno versus Pop? Das klingt spannend.</p>
<figure style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/07/2015-14_LernenLeben_feuerwerk.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/07/2015-14_LernenLeben_feuerwerk-300x300.jpg" alt="2015-14_LernenLeben_feuerwerk" width="300" height="300" /></a><figcaption class="wp-caption-text">Wer sagt denn, dass Feuerwerk nur an Silvester stattfinden muss?</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<h5>28  Raketen basteln</h5>
<p>Die Experimente-Bücher verstauben im Schrank? Kein Wunder: Chemie macht mehr Spaß, wenn die Großen mitmachen. Für den ersten Knall-zisch-peng-Workshop im Freien(!) alte Filmdöschen mit einem Teelöffel Backpulver und einem Esslöffel Essig füllen, Deckel festdrücken. Schütteln, hinstellen, weggehen: boaaahh.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>29  Ein Talent entdecken</h5>
<p>Vielleicht kann ich doch singen . . . Einmal den Gesangslehrer engagieren und die Familie testen lassen. Bringt Spaß und die eine oder andere Überraschung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>30  Improvisieren</h5>
<p>Die Wir-kaufen-nix-Woche zwingt zum Ausprobieren neuer Rezepte und fördert gute Nachbarschaft: Fürs Ausleihen von fünf Eiern spendieren Sie Schokolade.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>31  Autofahren üben</h5>
<p>Selbstverständlich: Das Kind ist wieder mal Schüler, sitzt am Steuer und lenkt. Mama oder Papa sitzt daneben und spielt den (geduldigen) Fahrlehrer. Okay, es ist verboten, aber darin liegt ja grade der Reiz. Auf verlassenen Parkplätzen oder privatem Grund sollte das Unfall- und Entdeckungsrisiko nicht allzu groß sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>32  Ohne Dach schlafen</h5>
<p>Näher kann man der Natur kaum kommen: Wer ohne ein dünnes Zeltdach schläft, nimmt die Gerüche und Geräusche besonders intensiv wahr. Wer sich zu schutzlos fühlt: Wie wäre eine Nacht auf dem Balkon?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5>33  In der Stadt abtauchen</h5>
<p>Warum in die Ferne schweifen? Auch die eigene Stadt kann man mal wie ein Tourist erleben. Stadtführungen gibt es übrigens immer häufiger auch in alten U-Bahn-Schächten, Bunkern und Kanalisationen. Auch dort lernt man jede Menge Wissenswertes über die Vergangenheit. Und vielleicht sogar das Gruseln . . .</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><small>Lernen fürs Leben: 33 Tipps für einen unvergesslichen Sommer – Magazin SCHULE. Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht am 30.6.2022. Das Datum oben bezieht sich auf die jüngste Aktualisierung. </small></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/lernen-fuers-leben/">Lernen fürs Leben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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		<title>„Jungen tendieren zum Größenwahn&#8220;</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/benachteiligte-jungen-wie-ticken-jungs-tendieren-zum-groessenwahn/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 13:18:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Herr Winter, Sie beschäftigen sich als Erziehungswissenschaftler speziell mit unserem männlichen Nachwuchs. Ist Schule für den heute wirklich schwerer als für Mädchen? Oder ist das nur eine bequeme Ausrede für schwache Noten? Erst einmal: „Die“ Jungen gibt es so pauschal nicht. Viele Jungen sind sehr [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Herr Winter, Sie beschäftigen sich als Erziehungswissenschaftler speziell mit unserem männlichen Nachwuchs. Ist Schule für den heute wirklich schwerer als für Mädchen? Oder ist das nur eine bequeme Ausrede für schwache Noten?</strong></p>
<p>Erst einmal: „Die“ Jungen gibt es so pauschal nicht. Viele Jungen sind sehr erfolgreich in der Schule, das ist wichtig zu sagen: Manche Eltern mit kleinen Söhnen entwickeln schon fast eine vorauseilende Schulangst, und dann wird jedes halbe Scheitern gleich dramatisiert. Aber im Durchschnitt liefern Jungs in vielen Bereichen tatsächlich schlechtere Ergebnisse als Mädchen ab.</p>
<p><strong>Woran liegt das?</strong></p>
<p>Das hängt stark mit unseren Geschlechterbildern zusammen. In der Schule soll man sich einordnen, pünktlich sein, seine Aufgaben gewissenhaft erledigen, Ordnung im Schulranzen halten – das sind Ideen, die wir als Gesellschaft immer noch eher weiblich assoziieren. Zur Männlichkeit gehört dagegen zum Beispiel, autonom zu sein, durchsetzungsfähig, stark, die Dinge selbst so zu machen, wie man möchte. Und diese Ideen kollidieren leider mit der verbreiteten Vorstellung davon, wie Schüler sein sollten.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Eltern von Jungen geben oft zu leicht nach<cite class="">Reinhard Winter, Soziologe</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left"><strong>Sollte es der Lehrerin nicht egal sein, wie es im Schulranzen meines Sohnes aussieht?</strong></p>
<p>Na ja, spätestens dann nicht mehr, wenn sich das längst überfällige Arbeitsblatt nach Wochen im Sumpf am Boden des Ranzens wiederﬁndet. <em>(lacht)</em> Aber wichtiger als das Thema Ordnung ist zum Beispiel die Impulssteuerung: also die Fähigkeit, bei der Sache zu bleiben. Da lassen sich Jungen tendenziell leichter ablenken als Mädchen, und das merkt man natürlich an den Resultaten.</p>
<p><strong>Was kann ich als Vater oder Mutter denn tun, damit das besser funktioniert?</strong></p>
<p>Wichtig ist, dass Eltern Halt geben, regulieren, dass sie Normen haben. Und diese auch vertreten! In meiner Beratung erlebe ich immer wieder, dass Eltern beispielsweise der Meinung sind, nach dem Mittagessen müssen Hausaufgaben gemacht werden – aber wenn ihr Sohn gegen diese Norm rebelliert, scheuen sie den Streit und streichen viel zu schnell die Segel. Allgemein geben Eltern von Jungen oft zu leicht nach. So aber lernen die Kinder nicht, ihre Impulse zu kontrollieren.</p>
<figure style="width: 616px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2026/04/Reinhard_Winter-Benachteiligte_Jungen-Magazin_SCHULE.jpg" alt="Reinhard Winter, Erziehungswissenschaftler und Autor" width="616" height="767" /><figcaption class="wp-caption-text"><strong>Jungen-Versteher:</strong> Der Diplom-Pädagoge Reinhard Winter leitet das Sozialwissenschaftliche Institut Tübingen (www.sowit.de), berät Kinder, Eltern und Schulen in Jungenfragen und hat mehrere Bücher zu dem Thema geschrieben.</figcaption></figure>
<p><strong>Welche Normen sind konkret sinnvoll?</strong></p>
<p>Sie sollten darauf bestehen, dass bestimmte Abläufe eingehalten werden. Man kann das unterstützen, indem man sich etwa darauf einigt, dass elektronische Geräte während der Hausaufgaben ausgestellt bleiben und aus der Sichtweite des Kindes gelegt werden. Weit weg ist wichtig, denn Studien haben ergeben, dass Smartphones auch dann ablenken, wenn sie ausgeschaltet in Sichtweite liegen. Und da Jungs sich ohnehin leichter ablenken lassen als Mädchen, hilft ihnen diese Regelung ungemein.</p>
<p><strong>Also brauchen Jungs einfach ein bisschen mehr Strenge?</strong></p>
<p>Streng muss gar nicht sein, aber etwas mehr Orientierung und Führung. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, nicht nur auf dem Negativen rumzureiten, sondern auch die Kompetenzen und Fortschritte zu sehen. Es ist ja durchaus lobenswert, wenn der Sohn zehn Minuten still gesessen hat, nachdem es gestern nur acht Minuten waren – auch wenn wir wissen, dass er eigentlich eine Stunde lang lernen sollte.</p>
<p><strong>Zugegeben fällt es mir schwer, meinen Sohn schon für zehn Minuten Stillsitzen zu loben …</strong></p>
<p>Verständlicherweise! Aber Jungen können auf diese Weise leicht eine Identität entwickeln, die sagt: Ich bin halt einer, der nicht still sitzen kann. Und davon ist es dann schwer, wieder wegzukommen. Natürlich sollten Eltern das nicht übertreiben und ihr Kind für jede Selbstverständlichkeit loben, aber Bemühen und Fortschritte sollten wir unbedingt bestärken.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Jungen lernen fünf Vokabeln und meinen, sie könnten jetzt ﬂießend Englisch</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left"><strong>Brauchen Jungs denn besonders viel Lob?</strong></p>
<p>Natürlich gilt das auch für Mädchen. Aber Jungen brauchen Bestärkung in anderen Bereichen. Viele Mädchen können zum Beispiel Unterstützung beim Selbstvertrauen gebrauchen, ihnen fällt es schwer zu glauben, dass sie etwas wirklich gut können. Jungen hingegen tendieren leichter zum Größenwahn: Die lernen fünf Vokabeln und meinen, sie könnten jetzt ﬂießend Englisch. Das alles hat mit Geschlechterbildern zu tun, und nur wenn wir das auch so identiﬁzieren, können wir als Eltern gegensteuern.</p>
<p><strong>In welchen Bereichen sollten wir das tun?</strong></p>
<p>Ein wichtiges Feld sind die kommunikativen Fähigkeiten, also Sprechen, Schreiben und Lesen. Im Durchschnitt erwerben Jungen die sprachliche Ausdrucksfähigkeit später und langsamer als Mädchen. Interessanterweise fördern wir sie darin aber nicht besonders, sondern nehmen das einfach so hin. Ob Eltern oder Pädagogen: Wir stellen uns auf das niedrigere Niveau der Jungen ein, wir erwarten von ihnen weniger als von Mädchen, wir fordern und fördern sie weniger. Aber so bleiben sie natürlich immer weiter zurück, und das bei einer absoluten Kernkompetenz für den schulischen Erfolg!</p>
<p><strong>Wie fördere ich meinen Sohn sprachlich?</strong></p>
<p>Indem Sie mehr mit ihm reden – und weniger an ihn hinreden. Viele unserer Gespräche gerade mit Pubertierenden ähneln ja eher Verhören, da machen die jungen Leute natürlich dicht. Interessieren Sie sich dafür, was Ihr Sohn erlebt hat, und wenn er wieder nur mit einem Satz erzählt, ermuntern Sie ihn, den wenigstens noch ein bisschen auszuschmücken. Lassen Sie sich nicht so leicht abspeisen, akzeptieren Sie, dass viele Jungen eine lange Anlaufphase brauchen, und ertragen Sie Gesprächspausen. Suchen Sie auch nach Situationen, in denen Ihrem Kind das Sprechen leichterfällt: Viele Eltern erzählen mir zum Beispiel, dass ihr Sohn beim Autofahren gesprächig wird, gerade weil es da keine Face-to-Face-Situation gibt.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Streitgespräche sind wunderbare Redeanlässe</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right"><strong>Früher hat man sie zum Einschlafen rumgeschippert und jetzt zum Reden?</strong></p>
<p>Natürlich kann man das nicht ständig machen, aber vielleicht klappt das auch beim gemeinsamen Gehen oder Joggen. Außerdem reden viele Jungen sogar ausgesprochen viel, wenn sie ein Anliegen haben. Wollen sie zum Beispiel eine neue Playstation, können Jungs plötzlich engagiert argumentieren. Sie argumentieren vielleicht ständig im Kreis, aber sie reden! Tagelang, manchmal wochenlang. Uns Eltern geht das rasch auf die Nerven, weil die Argumente immer dieselben sind, aber tatsächlich sind solche Streitgespräche wunderbare Redeanlässe.</p>
<p><strong>Ernsthaft, ein Streit als Redeanlass?</strong></p>
<p>Ja! Im Grunde sollten wir für jeden solchen Konﬂikt dankbar sein und sagen: Schön, dann diskutieren wir halt noch einmal über die Playstation und warum er sie will und warum alle anderen eine haben und warum wir ihm trotzdem jetzt keine kaufen – Hauptsache, wir bleiben im Gespräch!</p>
<p><strong>Wenn wir schon streiten müssen: Wie kann das wenigstens zivilisierter ablaufen? Jungs neigen ja dazu, schwache Argumente mit sehr viel Druck und Lautstärke zu kompensieren.</strong></p>
<p>Ganz klar: Jungen müssen konstruktiv streiten lernen, gerade weil es ihnen schwerfällt. Der erste Schritt ist dabei zu lernen, dass man einen Streit verbal und nicht körperlich austragen sollte. Daran arbeiten schon die Erzieherinnen im Kindergarten. Der zweite Schritt ist zu begreifen, dass es bei einer verbalen Auseinandersetzung um die Stärke der Argumente und nicht um die Lautstärke geht. Und im dritten Schritt müssen sie lernen, dass die Schimpfwörter aus ihrer Jugendkultur in Konﬂikten mit Erwachsenen nichts zu suchen haben. Da müssen wir Eltern unsere Söhne kultivieren. Das gilt auch für ihre Aggression, die ja eigentlich ein guter Impuls ist und die wir ebenfalls in sozial verträgliche Bahnen lenken sollten.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Aggression ist ein guter Motivator und gibt einem eine selbstbehauptende Kraft</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left"><strong>Was ist gut an Aggression?</strong></p>
<p>Das ist eine wichtige Überlebenskompetenz! Allerdings nicht in dem Sinne körperlicher Aggression, sondern in der Fähigkeit, die eigenen Interessen vorzutragen und durchzusetzen. Ohne diese positive Aggression bekomme ich keinen Job, ﬁnde ich keine Freundin oder keinen Freund, kann ich keinen sportlichen oder schulischen Erfolg haben. Insofern ist Aggression auch ein guter Motivator und gibt einem eine selbstbehauptende Kraft. Damit sind Jungs oft besser ausgestattet als Mädchen. Diese Fähigkeit gilt es zu kultivieren, damit sie eben nicht in Gewalt umschlägt.</p>
<p><strong>Haben Jungs noch weitere Stärken, die in richtige Bahnen gelenkt werden können?</strong></p>
<p>Nehmen wir zum Beispiel das Chaos, mit dem viele Jungen ihre Eltern zur Verzweiﬂung bringen. Das hat durchaus positive Seiten: Zum einen regt es die Kreativität an, und zum anderen wird das Gehirn durch ein Leben im Chaos mehr gefordert, als wenn die Umgebung stets sauber geordnet ist. Das gilt allerdings nur, solange der Sohn das Chaos noch beherrscht und nicht das Chaos ihn – und das muss er lernen.</p>
<p>Auch der stärkere Bewegungsdrang von Jungs ist grundsätzlich positiv. Sie spüren genau, dass ihnen Bewegung guttut, und tatsächlich lernen wir ja auch in Bewegung besser. Das können wir Eltern unterstützen, schlicht indem wir zulassen, dass unser Sohn beim Lernen rumläuft oder nebenbei Wasserﬂaschen herumwirbelt.</p>
<p><strong>Chaos und Bewegungsdrang sind allerdings zwei Stärken, die in der Schule eher nicht erwünscht sind …</strong></p>
<p>Das stimmt, mit beiden Themen tun sich Schulen sehr schwer. Dabei ist es durchaus möglich, im Unterricht mehr Bewegung einzubauen: Zum Beispiel machen manche Schulen kurze Bewegungspausen, oder sie stellen sogar Ergometer hinten in den Klassenraum, auf denen die Kinder bewegt lernen können, wenn sie das möchten. Da fehlt es eher an der Kreativität und dem Willen als an den Möglichkeiten.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Warum sollten sich die Jungs anpassen, wenn doch Bewegung beim Lernen etwas Gutes ist?</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right"><strong>Leider haben wir Eltern darauf wenig Einfluss.</strong></p>
<p>Gerade deswegen sollten wir zu Hause nicht wiederholen, was in der Schule schieﬂäuft! Was ist denn schlimm daran, wenn mein Sohn auf seinem Hüpfball hoppelt, während ich Vokabeln abfrage? Mütter sagen mir regelmäßig, dass es sie wahnsinnig macht, wenn ihr Sohn beim Lernen rumzappelt, seine Bottle Flips macht. Aber warum sollten sich die Jungs unserer Norm anpassen, wenn doch Bewegung beim Lernen nachweislich etwas Gutes ist?</p>
<p><strong>Fällt es denn Vätern leichter, das auszuhalten?</strong></p>
<p>Väter sind tatsächlich oft anders. Weil sie selbst ein Junge waren, sind sie wichtige Übersetzer. Die Kinder reﬂektieren ihren Bewegungsdrang oder ihre Impulsivität ja nicht. Das müssen die Väter für sie tun und ihrem Umfeld erklären, warum ihr Sohn sich so verhält.</p>
<p>Fast noch wichtiger ist aber ihr Modellverhalten. Wenn ein Sohn seinen Vater nie mit einer Zeitung oder einem Buch in der Hand sieht, wird er wahrscheinlich annehmen, dass man als Mann nicht liest. Modell zu sein heißt übrigens auch, aus der eigenen Jungenrolle herauszuwachsen. Ich erlebe immer wieder Väter, die in Bezug auf Schule den Rollenwechsel zum Erwachsenen nicht hinbekommen haben und dann Sätze raushauen wie: „Mathe hab ich auch nie kapiert“ oder „In Deutsch hab ich auch nie aufgepasst“. So stützen sie natürlich die unmotivierte Haltung der Jungen.</p>
<p><strong>Sind Mütter da anders?</strong></p>
<p>Von Frauen kommen solche Sätze tatsächlich seltener. Aber Mütter haben eine andere Eigenheit, die Jungen eher bremst als anspornt: Viele behüten ihre Söhne zu sehr und tragen ihnen viel zu lange den Schulranzen hinterher. In einer Studie haben mir Lehrkräfte berichtet, dass dieses Phänomen der Überbefürsorgung tatsächlich speziell bei Jungs-Müttern auffällt. So etwas bringt die Jungen in eine bequeme Anspruchshaltung, die ausgesprochen schlecht für die Schule ist.</p>
<p><strong>Bequemlichkeit ist bei Jungs ohnehin ein Thema. Ab 13 ist Chillen der wesentliche Tagesinhalt. Wie kriegt mein Sohn seinen Hintern hoch?</strong></p>
<p>Erst einmal ist Chillen biologisch notwendig. Für die Gehirnentwicklung ist die Pubertät eine Hochleistungsphase, die es einfach notwendig macht, zwischendurch abzuschalten. Das Problem ist heute, dass genau in dieser Phase elektronische Spiele so attraktiv werden, dass die Jugendlichen am liebsten jede freie Minute damit verbringen würden. Dann bekommt aber das Gehirn nicht die Erholung, die es bräuchte. Die Spiele sind so präzise auf zentrale Jungs-Themen ausgerichtet – Status bekommen, kämpfen, sich durchsetzen etwa –, dass die Jugendlichen förmlich darin versinken und von sich aus nicht mehr spüren, wann es eigentlich genug ist mit dem Spielen. Deshalb ist es eine der wichtigsten Aufgaben von Eltern während der Pubertät ihrer Söhne, das elektronische Zocken auf ein verträgliches Maß zu begrenzen.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Es eine der größten Liebesleistungen von Eltern, diese Konﬂikte über Jahre hinweg täglich auszuhalten</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left"><strong>Genau das ist aber gar nicht so einfach. Der Streit ums Zocken und um Handyzeiten sorgt in Familien ja wirklich täglich für schlechte Stimmung.</strong></p>
<p>In der Tat ist es eine der größten Liebesleistungen von Eltern, diese Konﬂikte über Jahre hinweg täglich auszuhalten und durchzuhalten. Eltern sind oft der Meinung, dass die Beziehung zu ihrem Kind dann gut ist, wenn sie harmonisch ist. Das ist aber nur die eine Seite. Für viele Jungs ist die Konﬂiktbeziehung sogar die wichtigere. Denn in der Auseinandersetzung vertreten sie ihre eigenen Interessen, sie sind autonom und selbstständig. Das hat etwas Stärkendes. Gleichzeitig sind im Streit immer Gefühle involviert, und Gefühle sind Beziehungsträger. Insofern sind Konﬂikte, die offen und kultiviert ausgetragen werden, ein Zeichen für eine gute Eltern-Kind-Beziehung.</p>
<p><strong>Wann wird das für uns wieder entspannter?</strong></p>
<p>Oh, die Pubertät kann bei Jungen lange dauern. Aber der 18. Geburtstag ist bei vielen ein Einschnitt, ab dem sich die Beziehung wandelt. Dann sind sie oﬃziell erwachsen und eher bereit, sich auch erwachsen zu verhalten. Und in schulischen Dingen ist auffällig, dass viele Jungen kurz vor Schluss die Kurve kriegen. Viele lassen es lange schleifen, aber wenn der Abschluss ansteht, merken sie, dass sie jetzt wirklich was tun müssen. Dann sind wir Mütter und Väter ein Stück weit draußen, und die Jugendlichen machen ihr Ding selbst oder fragen Unterstützung an, wenn sie welche brauchen.</p>
<figure style="width: 600px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2026/04/Reinhard-Winter-Buecher_Magazin-SCHULE.jpg" alt="Bücher von Reinhard Winter: &quot;Jungen &amp; Pubertät&quot; und &quot;Wie Jungen Schule schaffen&quot;" width="600" height="448" /><figcaption class="wp-caption-text"><strong>Buchtipps:</strong> In „Wie Jungen Schule schaffen“ (Beltz, 16,95 Euro) hilft Reinhard Winter Eltern, das Lernverhalten ihres Sohnes besser zu verstehen, und gibt viele nützliche Tipps, wie Jungs besser durch die Schulzeit kommen. Sein Buch „Jungen &amp; Pubertät“ (Beltz, 22 Euro) hat Winter der schwierigen Phase gewidmet, in der aus kleinen Rebellen große Revoluzzer werden.</figcaption></figure>
<p><strong>Puh, das klingt noch lange anstrengend. Haben Sie keinen einfachen Tipp, der Jungs das Lernen leichter macht?</strong></p>
<p>Hm, relativ schnellen Erfolg erreiche ich in meinen Beratungen mit dem sogenannten „Impression Management“. Der Begriff bedeutet die soziale Kompetenz, sich so darzustellen, dass man von anderen positiv bewertet wird – also, etwas platt gesagt, Eindruck zu schinden. Auch bei Lehrkräften. Das fällt Jungen oft schwer, und dabei können wir sie leicht unterstützen.</p>
<p><strong>Wie genau?</strong></p>
<p>Indem wir es ihnen erklären! Im Klassenzimmer schauen Jungs oft mehr auf sich selbst. Sie hören vielleicht durchaus zu, aber sie kritzeln oder starren vor sich hin und erwecken so den Eindruck, abwesend zu sein. Wenn ich mit Klassen arbeite, erkläre ich den Jungen, wie sie stattdessen Interesse signalisieren: die Lehrkraft ansehen, Blickkontakt suchen, nicken, vielleicht sogar lächeln. Dann noch im ersten Teil der Stunde einmal melden mit einer Frage oder einer Antwort, und schon ist der Eindruck ein ganz anderer.</p>
<p><strong>Das funktioniert?</strong></p>
<p>Und wie! Oft kommen die Lehrkräfte hinterher zu mir und fragen mich, was ich denn bitte mit ihren Jungs gemacht hätte: Die seien ja plötzlich so interessiert!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><small>Benachteiligte Jungs? – „Jungen tendieren zum Größenwahn&#8220; – Fotos: <a href="https://www.magnific.com/de/fotos-kostenlos/portraet-eines-teenagers-in-einem-weissen-t-shirt-der-mit-verschraenkten-armen-steht-getrennt-auf-einem-dunklen-hintergrund_25119318.htm" target="_blank" rel="noopener">Magnific</a>, Gudrun deMaddalena</small></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/benachteiligte-jungen-wie-ticken-jungs-tendieren-zum-groessenwahn/">„Jungen tendieren zum Größenwahn&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ferien mit Lernerfolg: „Darf ich nächstes Jahr wieder ins Camp?“</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/sprachcamps-ferien-mit-lernerfolg/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Cornelia Tiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 08:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[paywall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An den Burgmauern rankt sich der Efeu empor. Im Tal schlängelt sich der Rhein. An den Hängen wachsen weiße Rebsorten wie Riesling, Kerner und Schöneburger. „Hier würde ich auch gerne eine Sprache lernen – ganz egal welche“, denke ich mir, als ich meinen zehn Jahre [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/sprachcamps-ferien-mit-lernerfolg/">Ferien mit Lernerfolg: „Darf ich nächstes Jahr wieder ins Camp?“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="initial">An den Burgmauern rankt sich der Efeu empor. Im Tal schlängelt sich der Rhein. An den Hängen wachsen weiße Rebsorten wie Riesling, Kerner und Schöneburger. „Hier würde ich auch gerne eine Sprache lernen – ganz egal welche“, denke ich mir, als ich meinen zehn Jahre alten Sohn Kilian und seinen gleichaltrigen (und gleichnamigen) Freund auf der Schönburg bei Oberwesel in Rheinland-Pfalz abliefere.</p>
<p>Die Schönburg stammt aus dem 12. Jahrhundert und gehört zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Eine Woche lang werden die beiden Jungs mit rund 40 anderen Kindern und sechs Lehrern und Betreuern hier Ferien im Sprachcamp machen – mit Lerneffekt. Der Plan: vormittags Englisch üben, nachmittags Ausflüge machen. Die beiden Jungs sind aufgeregt und begeistert: „Und wir wohnen wirklich auch in der Burg?“ Lachend schleppen sie ihre Taschen eine steile Wendeltreppe nach oben und bekommen im Turm ein kleines Zimmer zugewiesen – ganz für sich allein. Vom Fenster aus blickt man auf den Rhein. „Willst du das linke oder das reche Bett?“, fragt mein Kilian seinen ehemaligen Kindergartenfreund. Dann hechten sie mit einem lauten Juchzer auf ihre Betten.</p>
<p>Am ersten Abend ist die Kreativität der Kinder gefragt. Während der ganzen Woche werden einzelne Gruppen à la Harry Potter miteinander wetteifern. Wer hat die besten Ideen? Wer ist besonders einfallsreich? Wer bringt sich ein? Wer unterstützt die anderen? Kilian und Kilian sind bei den „Foxes“ (Füchse), es gibt noch die „Lions“ (Löwen) und die „Eagles“ (Adler). Am ersten Abend entwerfen die Gruppen eigene Flaggen, bemalen und bedrucken alte Betttücher. „Was soll auf die Flagge drauf?“, fragt Englischlehrer Chris – auf Englisch, of course! Ebenso wie die Betreuenden sollen auch die Kinder von Anfang an Englisch sprechen. Sie pinseln, was das Zeug hält, und lernen dabei die Farben auf Englisch und die richtigen Wörter für Flagge, Burg, Ritter. Es wird diskutiert und viel gelacht.</p>

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<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Anders als in der Schule</strong> geht es in diesem Sprachcamp nicht um Noten, nicht um den nächsten Test oder gar um Zeugnisse. Es geht einzig und allein um den Spaß an der Sprache und den Umgang mit ihr. Einige Kinder genieren sich am Anfang noch, sprechen ganz leise oder lieber gar nicht. Aber schon nach ein, zwei Tagen verlieren sie ihre Scheu. Ganz selbstverständlich stellen sie Fragen und erzählen, wenn auch manchmal etwas holprig und natürlich mit dem einen oder anderen Grammatikfehler. Aber sie trauen sich zu sprechen und haben – manche vermutlich zum ersten Mal – Freude daran.</p>
<p>Nur ganz am Anfang des ersten Unterrichtstags erinnert das Sprachcamp ein klein wenig an die Schule. In einem Multiple-Choice-Test und durch Gespräche wird das Englischniveau der Kinder festgestellt, um sie je nach Leistungsstand in Gruppen einteilen zu können. Im Unterricht sitzen die Jungen und Mädchen dann in kleinen Grüppchen zusammen.</p>
<p>„Hallo, ich bin Chris. Ich komme aus Kentucky, das ist in den USA, und ich fahre gern Mountainbike. Allerdings bin ich nicht sehr gut, letztes Jahr habe ich mir das Bein gebrochen“, stellt sich der Englischlehrer vor. Die Kinder schmunzeln. Nun sind sie selbst an der Reihe. Sie treten vor die Miniklasse und erzählen auf Englisch von sich selbst. Da ist zum Beispiel ein Mädchen aus Moskau, das gut Klavier spielt, eine 13-Jährige aus Bulgarien, die gern tanzt, ein Mädchen aus Frankfurt, das Querflöte spielt, und die beiden Kilians aus München, die Kung-Fu und Capoeira machen. Falls jemandem ein Wort nicht einfällt, helfen die anderen aus. Konkurrenzdruck wie in der Schule – Fehlanzeige. Niemand muss sich beweisen. Die Kinder stellen Fragen: „Ist Moskau schön?“, „Wie lange tanzt du schon?“, „Was für einen Gürtel hast du bei Kung-Fu?“ Ganz nebenbei wird das Thema Fragewörter besprochen. Chris: „Wer kennt Fragewörter?“ „How, when, what, where . . .“, kommen die Antworten. Chris schreibt die Wörter an die Tafel, und schon üben die Kinder Fragesätze.</p>
<p><strong>„Well done! Good idea! Good point!“</strong> Der Englischlehrer weiß, wie er die Ferienschüler motiviert. Er unterbricht die Kinder nicht sofort, wenn sie einen Fehler machen, sondern wiederholt den Satz noch einmal korrekt und erklärt die dazugehörige Regel. „Wir schauen nicht so sehr darauf, was die Kinder nicht können“, erläutert Chris. „Wir versuchen herauszufinden, wo sie stehen und was sie noch brauchen könnten. Den Jüngeren geben wir Vokabeln an die Hand, mit den Größeren üben wir Grammatik ein und sprechen viel. Das kommt in der Schule oft zu kurz.“</p>
<p>Tatsächlich lernen die Kinder nicht nur vormittags ein paar Stunden Englisch. Mit ihren Lehrkräften und Betreuungspersonen, die aus England, den USA, Polen und Venezuela kommen, unterhalten sie sich auch nach dem Unterricht ausschließlich auf Englisch. Zudem können sie sich mit vielen ihrer neuen Freunde und Freundinnen nur auf Englisch verständigen, denn einige Kinder sind aus Russland, Bulgarien oder Frankreich angereist. Englisch ist also die einzige gemeinsame Sprache.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Darf ich nächstes Jahr zwei Wochen ins Camp?<cite class="">Kilian, zehn Jahre</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left"><strong>Auch das Nachmittagsprogramm</strong> motiviert: Die Gruppen spielen oder unternehmen Ausflüge. Mal veranstalten sie eine Schnitzeljagd durch Oberwesel, schauen sich die begehbare Stadtmauer und die Türme der alten Mauer an. Oder sie fahren mit dem Bus nach Bingen. Abends singen die Kinder Karaoke, machen ein Lagerfeuer oder üben Sketche für die Abschlussparty.</p>
<p>Nach einer Woche hole ich meinen Sohn und seinen Freund wieder ab. Wie eine große, neue Gemeinschaft stehen alle Kinder beisammen, tauschen Nummern aus, umarmen sich und ihre Betreuer. Und der erste Satz, den ich von meinem Sohn höre, lautet: „Darf ich nächstes Jahr zwei Wochen ins Camp?“</p>
<p><em><small>„Sprachcamps: Ferien mit Lernerfolg“ – Dieser Artikel wurde am 18.03.2015 erstellt und seither mehrfach aktualisiert. Das Datum oben zeigt die jüngste Aktualisierung. Fotos: Marden Smith</small></em></p>
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		<title>Die besten Lerntipps für Fremdsprachen</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2022 13:06:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Diese komische Aussprache! Diese lästigen Vokabeln! Diese komplizierten Zeiten! Fremdsprachen zu lernen kann eine Qual sein. Andererseits ist es einfach wunderbar, eine fremde Sprache sprechen zu können. Die schlechte Nachricht: Der Weg dorthin führt für die meisten Lernenden leider nicht am Pauken und Üben vorbei. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese komische Aussprache! Diese lästigen Vokabeln! Diese komplizierten Zeiten! Fremdsprachen zu lernen kann eine Qual sein. Andererseits ist es einfach wunderbar, eine fremde Sprache sprechen zu können. Die schlechte Nachricht: Der Weg dorthin führt für die meisten Lernenden leider nicht am Pauken und Üben vorbei. Die gute: Mit der richtigen Strategie kann man sich das Lernen leichter machen. Wie das gelingen kann, zeigen unsere Lerntipps für Fremdsprachen.</p>
<h3>Unsere acht besten Lerntipps für Fremdsprachen:</h3>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">1. <span style="color: #c42329;"><strong>Einfach mal mitsingen</strong></span></p>
<p>Die Aussprache einer Fremdsprache ist für viele Schüler eine große Hürde – in Französisch noch mehr als in Englisch. Man hört sich selbst reden, und es klingt nicht richtig, irgendwie komisch. Da sagt man lieber nichts, als sich zu blamieren. Großer Fehler! Denn eine Sprache lernt man nur durchs Sprechen. Was fehlt, ist meist schlicht die Übung. Ohne Übung traut man sich nicht zu sprechen – ein Teufelskreis. Wem also vor der Klasse die Röte ins Gesicht steigt, der sollte auch zu Hause trainieren. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass man die effektivsten Möglichkeiten nutzen kann, um in die Aussprache der fremden Sprache einzutauchen: Singen, reimen, rappen – alles, was den Klang von Wörtern verstärkt, ist gut.</p>
<p><em><strong>Tipp:</strong> Kindergedichte und -lieder sind für Anfänger hervorragend geeignet.<br />
</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">2. <span style="color: #c42329;"><strong>Virtuell umziehen<br />
</strong></span></p>
<p>Fast alle elektronischen Geräte und die meisten großen Internet-Seiten haben heute Spracheinstellungen. Wer in einer Fremdsprache ganz nebenbei mehr Routine bekommen möchte, zieht einfach virtuell in das entsprechende Land um: Smartphone, YouTube und Facebook auf Englisch umgestellt, und schon ist man von der Sprache umgeben. Zwar lernt man dadurch nicht automatisch schulrelevante Vokabeln, aber man gewöhnt sich an die Struktur der Sprache.</p>
<p>Spannender Nebeneffekt: Weil die Spracheinstellung im Internet meist Einfluss auf Suchergebnisse hat, stößt man auf Videos und Texte, die einem sonst entgangen wären.</p>
<p><em><strong>Tipp:</strong> Wer fremdsprachigen Stars in sozialen Medien wie Instagram, TikTok oder YouTube folgt, wird dort von ihnen auch effektiv mit ihrer Sprache berieselt. Da gilt natürlich auch für die Kommentare anderer Fans – aber Vorsicht: Dort schreiben de meisten nicht unbedingt in korrekter Sprache, wie sie in der Schule erwartet wird.  </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">3. <span style="color: #c42329;"><strong>Fremdsprachige Filme ansehen<br />
</strong></span></p>
<p>Innovativ ist dieser Lerntipp für Fremdsprachen nicht, aber er wirkt nun einmal: Wer Filme im fremdsprachigen Originalton ansieht, gewöhnt sich an die fremde Sprachmelodie und erweitert nebenbei seinen Wortschatz. Wer Niederländer oder Schwedinnen fragt, woher sie ihr meist exzellentes Englisch haben, antworten sie meist: aus dem Kino! Vor allem das passive Sprachverständnis und die Phonetik werden so geschult. Also Spracheinstellungen im Netflix-Account ändern oder dieser französischen YouTuberin folgen und ab ins Sprachbad!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">4. <span style="color: #c42329;"><strong>Zeiten malen<br />
</strong></span></p>
<p>In allen Fremdsprachen sind die Zeiten schwierig zu verinnerlichen. Mal ehrlich, wer weiß schon, wo das deutsche Futur II auf einem Zeitstrahl anzusiedeln ist? Umso schwieriger ist das in Englisch oder Französisch. Gleichzeitig sind die deutschen Zeiten auch schon der richtige Lösungsansatz: Es lohnt sich, einmal einen großen Zeitstrahl mit allen Zeiten im Deutschen und den gelernten Fremdsprachen aufzuzeichnen. So sieht man leicht, an welcher Stelle der Vergangenheit oder Zukunft man sich bewegt – und hat im Idealfall am Ende nicht nur das ­present perfect, sondern auch das deutsche Imperfekt begriffen.</p>
<p><strong>Wichtig dabei:</strong> die Zeiten nicht als Punkte, sondern als Zeiträume (Balken mit Anfang und Ende) einzeichnen. Denn oft ist es wichtig, ob eine Handlung zu einem bestimmten Zeitpunkt schon abgeschlossen ist oder nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<h3 class="center">Newsletter</h3>
<p><em><strong><img decoding="async" class="alignright" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2021/12/Newsletter-Magazin-SCHULE-300x173.jpg" alt="Newsletter Magazin SCHULE" />Interessieren Sie sich für Themen wie dieses?</strong> Mit dem Magazin-SCHULE-Newsletter informieren wir Sie einmal im Monat über die besten neuen Artikel, aktuelle Aktionen und Tipps der Redaktion. Und wenn Sie keine Lust mehr haben, können Sie den Newsletter jederzeit mit einem Klick wieder abbestellen. Versprochen. Jetzt anmelden:</em></p>
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<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">5. <span style="color: #c42329;"><strong>Übungen selbst basteln – oder suchen<br />
</strong></span></p>
<p>Ein Grammatiktest steht an, aber der Übungsstoff ist ausgegangen? Kein Problem! In Fremdsprachen kann man sich seine Aufgaben leicht selbst basteln – und hat dabei sogar einen doppelten Lerneffekt.</p>
<p><strong>So funktioniert’s:</strong></p>
<ul>
<li>Einen nicht zu schweren Text in der Fremdsprache aussuchen, in dem der passende Lernstoff (z. B. indirekte Rede, present perfect etc.) vorkommt. Das kann ein Beispieltext aus dem Schulbuch sein, aber auch ein Song, eine Nachricht aus dem Internet usw.</li>
<li>Den Text kopieren und dabei grammatikalische Elemente wie Verbformen, Präpositionen, Adverbien etc. abdecken bzw. rauslöschen. Nebenbei beschäftigt man sich beu diesem Schritt schon mit dem Lernstoff, denn die passenden Formen muss man ja heraussuchen.</li>
<li>Schließlich folgt das klassische Üben: Die Lücken per Hand wieder füllen und das Ergebnis mit dem Originaltext vergleichen.</li>
</ul>
<p>Zudem sind auch vorgefertigte Übungen heute leicht zu finden. Die Übungshefte der Schulbuchverlage haben den Vorteil, meist genau zum verwendeten Lehrwerk zu passen – aber sie sind in der Regel kostenpflichtig. Daneben gibt es im Internet einerseits ebenfalls kostenpflichtige Übungsportale wie <a href="https://www.kapiert.de/" target="_blank" rel="noopener">kapiert.de</a> oder <a href="https://www.catlux.de/" target="_blank" rel="noopener">Catlux</a>, andererseits aber auch kostenlose Seiten mit Übungen wie <a href="https://www.englisch-hilfen.de/" target="_blank" rel="noopener">englisch-hilfen.de</a>, <a href="https://www.uebungskoenig.de/" target="_blank" rel="noopener">Übungskönig</a> oder <a href="https://www.schlaukopf.de/" target="_blank" rel="noopener">Schlaukopf.de.</a></p>
<p><em><strong>Tipp:</strong> Lehrkräfte geben fast immer gern Vorschläge für sinnvolle Übungen weiter. Die Lehrerin oder den Lehrer zu fragen, kann sogar das eigene Image steigern: Denn wer Übungen sucht, möchte sich offensichtlich in dem Fach verbessern (und das gefällt Pädagogen). Schöner Nebeneffekt: Bei der Gelegenheit bekommt man oft auch eine Idee davon, welche Lerninhalte der Lehrkraft für die nächste Prüfung besonders wichtig sind.<br />
</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">6. <span style="color: #c42329;"><strong>Einen Vokabelkasten benutzen</strong></span></p>
<p>Hier der Klassiker unter den Lerntipps für Fremdsprachen: Der Karteikasten ist tatsächlich eine höchst effiziente Methode, unzusammenhängenden Lernstoff wie eben Vokabeln dauerhaft zu verinnerlichen. Das gilt aber nur fürs Wiederholen! Was immer in den Kasten kommt, sollte man vorher schon gelernt und verstanden haben.</p>
<p><strong>So funktioniert’s:</strong></p>
<ul>
<li>Ein Vokabelkasten hat typischerweise fünf Fächer, von denen das erste das kleinste und das letzte das größte ist. Auf jede Karte schreibt man eine Vokabel (von Hand, das ist wichtig – so prägt man sich von Anfang an die richtige Schreibweise ein). Auf der Vorderseite jeder Karte steht der fremdsprachliche Begriff, hinten die deutsche Bedeutung.</li>
<li>Die Karten mit dem frischen Lernstoff steckt man in das erste Fach, das täglich oder zumindest alle zwei bis drei Tage durchgearbeitet wird.</li>
<li>Wörter, die man auf Anhieb weiß, rutschen in das nächste Fach, die, welche man nicht oder nur stockend weiß, bleiben im ersten Fach stecken.</li>
<li>Das zweite und alle weiteren Fächer werden in jeweils größer werdenden Zeitabständen be­arbeitet.</li>
<li>Kann eine Frage nicht beantwortet werden, wandert die Karte wieder ins erste Fach.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">7. <span style="color: #c42329;"><strong>Spielend lernen<br />
</strong></span></p>
<p>Der Vokabelkasten ist effizient, aber nicht sexy. Zur Auflockerung lohnt es sich, fremde Wörter einmal ganz anders zu üben – mit kreativen Spielen, etwa mit <strong>Vokabel-Tabu:</strong></p>
<p>Benötigt werden eine Uhr, ein blickdichter Beutel und kleine Zettel. Jeder Spieler erhält drei Zettel und notiert darauf je zwei Begriffe: entweder zwei Prominente, zwei allen Spielern bekannte Freunde, zwei Tiere, Gegenstände oder Tätigkeiten. Die Zettel gibt man in den Beutel und bildet gleich starke Teams. Nun zieht ein Spieler einen Zettel und erklärt innerhalb einer Minute die beiden Begriffe darauf in der vereinbarten Fremdsprache seinen Teammitgliedern, ohne die Begriffe selbst zu verwenden. Errät die Gruppe beide Begriffe, behält sie den Zettel, und der Spieler darf einen weiteren ziehen. Falls nicht oder falls der Erklärer ein deutsches Wort verwendet, geht der Zettel zurück in den Beutel, und die nächste Gruppe ist dran. Es gewinnt das Team mit den meisten Zetteln.</p>
<p><em><strong>Tipp: </strong></em><em>Fünf weitere Vokabelspiele haben wir für Sie hier zusammengestellt: <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/vokabeln-spielend-lernen/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Vokabeln spielend lernen</strong></a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">8. <span style="color: #c42329;"><strong>Eselsbrücken bauen</strong></span></p>
<p>In England baut man Häuser aus Briketts. Denn Ziegelsteine heißen auf Englisch „brick“. Wer sich jetzt ein feines Londoner Reihenhäuschen ganz aus schwarzen Steinkohle-Briketts vorstellt, wird die Vokabel wahrscheinlich nicht mehr vergessen. Natürlich ist das Unsinn, aber genau darum geht es: Eselsbrücken funktionieren umso besser, je absurder sie sind, denn alles Ungewöhnliche merkt sich unser Gehirn leichter. Das gilt für alle Fächer, besonders aber auch für Fremdsprachen.</p>
<p>So erinnert einen der Satz „Matsch kann man nicht zählen“ daran, dass nach dem englischen „much“ immer unzählbare Dinge stehen („much ­money“ – im Gegensatz zu „many ­Euros“). Oder die gern missachtete Reihenfolge der Wörter in englischen Sätzen: Sie folgt dem wunderbaren Wort „SPOMPT!“ (Subject, Predicate, Object, Manner, Place, Time). Wer das Wort zehnmal laut ausspricht, hat schon wieder ein Grammatikproblem weniger.</p>
<p><em><strong>Tipp:</strong> Keine Scheu vor Albernheiten! Je absurder eine Eselsbrücke ist, umso besser prägt sie sich ein.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die besten Lerntipps für Fremdsprachen – Foto: <strong><a href="https://www.pexels.com/de-de/@cottonbro?utm_content=attributionCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=pexels">cottonbro</a></strong> von <strong><a href="https://www.pexels.com/de-de/foto/schreibtisch-schule-gesichtslos-student-4769486/?utm_content=attributionCopyText&amp;utm_medium=referral&amp;utm_source=pexels">Pexels</a></strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die 21 gefährlichsten Lernlücken – Teil 1: Sprachen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2023 15:30:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Stoff wirkt einfach und unbedeutend. Kein Grund, besonders aufzupassen – ein bisschen Auswendiglernen vor der Klassenarbeit tut’s auch. So denken viele Schülerinnen und Schüler – ein folgenschwerer Fehler!  Schon im nächsten Schuljahr holt sie das mangelnde Verständnis ein wie ein Bumerang. Möglicherweise schaden solche [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Stoff wirkt einfach und unbedeutend. Kein Grund, besonders aufzupassen – ein bisschen Auswendiglernen vor der Klassenarbeit tut’s auch. So denken viele Schülerinnen und Schüler – ein folgenschwerer Fehler!  Schon im nächsten Schuljahr holt sie das mangelnde Verständnis ein wie ein Bumerang. Möglicherweise schaden solche Lernlücken ihnen auch noch in einer anderen Disziplin.</p>
<p>In jedem Fach gibt es Grundwissen, ohne das man im Unterricht nur schwer wirklich mitkommen kann. Wir haben Nachhilfelehrkräfte für die sieben wichtigsten Schulfächer gefragt, welche Lernlücken ihnen immer wieder begegnen. 21 Stoffgebiete haben sie für uns zusammengetragen, bei denen jede Schülerin und jeder Schüler wissen sollte: Die müssen wirklich sitzen. Und wenn die Lücke längst da ist? Unbedingt nachholen!</p>
<p>Lesen Sie in diesem Teil die gefährlichsten Lernlücken für Deutsch und die Fremdsprachen Endlisch, Latein und Französisch. Die Fächer Mathematik, Chemie und Physik folgen im zweiten Teil im nächsten Magazin SCHULE.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Lernlücken Englisch</h3>
<figure><img decoding="async" class="alignleft" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2016/09/Bildschirmfoto-2016-09-28-um-14.31.26-300x92.png" alt="Lernlücken Englisch – Magazin SCHULE online" /></figure>
<p>Unsere Expertin: Die gebürtige Amerikanerin Laurie Castro Camargo ist Kids Director Quality &amp; Training bei Berlitz und unterrichtet seit über 20 Jahren in Lerncamps (<a href="https://www.berlitz.com/de-de" target="_blank" rel="noopener">berlitz.de</a>).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 id="Lernluecken-Englisch">1. Present perfect or simple past?</h4>
<p>5./6. Klasse<br />
Notenfaktor: ★★  Häufigkeit: ★★</p>
<p><span style="color: #000000;"><em>We met last year and have been texting quite regularly ever since.</em></span></p>
<p>„Same, same, but different“, würden Thailänder sagen: Die Formen der englischen Zeiten ähneln den deutschen sehr – aber sie werden anders verwendet. Am häufigsten verwechseln Lernende das present perfect (welches ähnlich wie das deutsche Perfekt gebildet wird) und das simple past (welches dem deutschen Präteritum bzw. Imperfekt entspricht). Mündlich verwenden wir Deutsche fast ausschließlich das Perfekt, und auch im Schriftlichen haben die beiden Zeiten nicht so streng getrennte Aufgaben. Die Engländer unterscheiden hingegen klar: Sobald ein Vorgang abgeschlossen ist und eine eindeutige Zeitangabe dabei steht, verwenden sie simple past. Das present perfect beschreibt vor allem Vorgänge, die sich in die Gegenwart hinein auswirken: We cooked yesterday evening, and I have just finished the washing-up.</p>
<p>Diesen Unterschied nehmen Schülerinnen und Schüler anfangs oft nicht wahr oder nicht ernst – und werden noch in der Oberstufe mit Punktabzug bestraft. Je länger sich der Fehler einschleifen kann, umso schwieriger ist er auszutreiben. Deshalb: möglichst früh über fremdsprachige Medien (Hörspiele, Kino, Videos, Sprach-Lernspiele …) in die Sprache eintauchen, damit man intuitiv die richtige Zeitform für die jeweilige Situation benutzt. Auch Sprachferien oder ein Schüleraustausch wirken.</p>
<p>TIPP<br />
Vorsicht vor US-Filmen und -Serien: Das amerikanische Englisch trennt zwischen den beiden Zeiten nicht so strikt und verwendet häufiger das simple past!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>2. Satzbau</h4>
<p>5. Klasse<br />
Notenfaktor: ★★  Häufigkeit: ★★</p>
<p><em>Falsch: What make we today …? </em><br />
<em>Richtig: What do we do today?</em></p>
<p>Unterschätztes Anfängerproblem: Vor allem im ersten Lernjahr bauen viele Kinder englische Sätze wie im Deutschen auf. Mit Fragen und Verneinungen haben viele sogar noch deutlich länger Schwierigkeiten.</p>
<p>Auch wenn sich das Problem bei fast allen Kindern mit der Zeit legt, lohnt es sich, früh korrekten Satzbau zu üben: „Die Kinder profitieren dann von einer Art Lawineneffekt“, erklärt Laurie Castro Camargo von Berlitz Deutschland. „Sind diese Basics begriffen, lernt sich alles Weitere viel leichter und schneller.“</p>
<p>TIPP<br />
Online-Portale wie <a href="https://www.ego4u.de" target="_blank" rel="noopener">www.ego4u.de</a> bieten neben Erklärungen auch Übungen zur Grammatik an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>3. Aussprache</h4>
<p>ab 5. Klasse<br />
Notenfaktor: ★  Häufigkeit: ★★</p>
<p>Radio, Werbung, Smartphone-Apps: Jedes Kind hört regelmäßig englische Laute. Trotzdem ist es ungewohnt und schwierig, die fremde Sprache richtig auszusprechen. Vielen ist es anfangs auch peinlich.</p>
<p>Das Problem: Je älter ein Kind ist, umso schwerer fällt es ihm, neue Laute zu erlernen. Und wer noch in der Mittelstufe kein englisches „r“ und „th“ herausbekommt, hält sich mit Wortmeldungen zurück – mit negativen Folgen für die Englischnote.</p>
<p>TIPP<br />
Sprechen lernt man durch sprechen: beim lauten <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-besten-lerntipps-fuer-fremdsprachen/">Mitsingen von Popsongs</a>, beim Bestellen im Urlaub, beim Schüleraustausch, mit englisch­sprachigen Freunden</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Lernlücken Deutsch</h3>
<h3><img decoding="async" class="alignleft" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2016/09/Bildschirmfoto-2016-09-28-um-14.32.26-300x91.png" alt="Lernlücken Deutsch – Magazin SCHULE online" /></h3>
<p>Unsere Expertin: Swantje Goldbach ist pädagogische Leiterin und Gründerin der Berliner Reformnachhilfeschule Lernwerk (<a href="https://www.lernwerk.de/" target="_blank" rel="noopener">www.lernwerk.de</a>). Über ihr Lernkonzept hat sie ein Buch geschrieben: „Anders Rechtschreiben lernen“, LernImpuls Verlag, 17,90 Euro.</p>
<h4>1. dass/das</h4>
<p>5. Klasse<br />
Notenfaktor: ★  Häufigkeit: ★★★</p>
<p><em>Es ärgerte ihn, dass er immer wieder den gleichen Fehler machte.</em><br />
<em>In dem Diktat, das das Mädchen geschrieben hatte, wimmelte es von Fehlern.</em></p>
<p>Es ist ein Klassiker unter den Rechtschreibfehlern: die Unterscheidung zwischen „dass“ und „das“ nach einem Komma. Dabei haben die beiden Wörter völlig unterschiedliche Bedeutungen: „Dass“ ist eine Konjunktion, also ein Bindewort wie „und“ oder „deshalb“. „Das“ ist ein Pronomen wie „der“ oder „jene“.</p>
<p>Wer dieses Prinzip nicht begreift, kann sein Leben lang nur raten. In der Schulzeit bedeutet das Minuspunkte überall, wo Rechtschreibung zählt. Und von der Bewerbung bis zur Dienst-E-Mail macht man damit garantiert einen schlechten Eindruck. Auch Rechtschreibprogramme korrigieren „dass/das“-Fehler nicht zuverlässig.</p>
<p>Also aufgepasst, wenn in der Grundschule die ersten Diktate geschrieben werden: Hier gewöhnen sich viele Kinder daran, nach einem Komma automatisch „dass“ zu schreiben. Tatsächlich aber ist „das“ nach einem Komma häufiger. Zum Glück ist es nie zu spät, sich folgende einfache Regel einzuprägen:</p>
<p>TIPP<br />
„Das“ kann man durch „welches“ „dieses“ oder „jenes“ ersetzen, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert. Geht das nicht, verwendet man „dass“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>2. Interpretation</h4>
<p>ab 8. Klasse<br />
Notenfaktor: ★★★  Häufigkeit: ★★★</p>
<p>Was will uns der Autor damit sagen? Diese Frage gehört zum festen Schulrepertoire. Und das nicht nur in Deutsch, sondern auch in Fremdsprachen, Geschichte, Religion, Kunst, Musik …</p>
<figure style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-9-besten-lerntipps-fuer-deutsch/"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2022/01/Die-besten-Lerntipps-fuer-Deutsch_Magazin-SCHULE-300x200.jpg" alt="Die besten Lerntipps für Deutsch – Magazin SCHULE" width="300" height="200" /></a><figcaption class="wp-caption-text"><strong>Besser lesen, schneller lesen, Fehlerliste führen:</strong> 9 weitere Lerntipps für Deutsch haben wir <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-9-besten-lerntipps-fuer-deutsch/">hier zusammengestellt </a></figcaption></figure>
<p>Das Problem: Wer nicht weiß, was der Autor SAGT, kann nicht erahnen, was dieser aussagen WILL. „Viele Schülerinnen und Schüler haben eine furchtbar schlechte Lesetechnik, sie können schlicht nicht sinnentnehmend lesen“, sagt Swantje Goldbach, Gründerin der Berliner Reformnachhilfeschule Lernwerk. Das äußere sich dann auch an ganz anderer Stelle, etwa wenn die Lernenden Aufgaben in Klassenarbeiten nicht richtig verstehen.</p>
<p>Kinder sollten sich spätestens bei den ersten Interpretationen angewöhnen, mit längeren Texten aktiv zu arbeiten. Das bedeutet: zu unterstreichen, sich Notizen am Rand zu machen, Wichtiges einzukringeln, dabei unterschiedliche Farben zu verwenden. Dabei darf jeder durch Ausprobieren seine eigene Technik entwickeln – Hauptsache, sie funktioniert.</p>
<p>TIPP<br />
Swantje Goldbach rät ihren Schülern, den Inhalt eines Textes während des Lesens auf einem gesonderten Blatt in Form einer Mindmap zu visualisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>3. Dopplung und Dehnung</h4>
<p>2.–4. Klasse<br />
Notenfaktor: ★  Häufigkeit: ★★★</p>
<p>Heller oder Hehler? Was schon gesprochen ähnlich klingt, bereitet fast allen Kindern anfangs Probleme beim Schreiben. Im Deutschen werden Konsonanten nach kurzen Vokalen in der Regel verdoppelt und nach langen manchmal gedehnt. Unmittelbar logisch finden die meisten Kinder das nicht, zumal es eine Fülle von Ausnahmen gibt, wie die Beispiele „Saal“, „Mahl“ und „Wal“ zeigen. Lehrkräfte empfehlen daher meist: üben, üben, üben – und immer an die Regel denken.</p>
<p>Doch das ist nicht immer der richtige Weg. Viele Kinder hören den Unterschied zwischen kurzen und langen Vokalen schlicht nicht. Macht ein Kind fortwährend Dopplungs- oder Dehnungsfehler, sollten Eltern unbedingt klären, ob es den Unterschied zwischen kurzen Vokalen (wie das „a“ in Wall) und langen (wie das „a“ in Wahl) verstanden hat und auch hören kann!</p>
<p>TIPP<br />
Lange und kurze Vokale lassen sich mit den Fingerspitzen „ertasten“ (der Mund öffnet sich bei langen deutlicher) oder im Spiegel bzw. bei Mama und Papa mit dem Auge unterscheiden.</p>
<h3></h3>
<h3>Lernlücken Latein</h3>
<h3><img decoding="async" class="alignleft" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2016/09/Bildschirmfoto-2016-09-28-um-14.33.38-300x110.png" alt="Lernlücken Latein – Magazin SCHULE online" /></h3>
<p>Unser Experte: Dieter Schmidt-Burkhardt ist nach 40 Jahren im Schuldienst jetzt pensionierter Lehrer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>1. Keine Übersetzungstechnik</h4>
<p>ab 1. Lernjahr<br />
Notenfaktor: ★★★  Häufigkeit: ★★</p>
<p>Wenn Lateinschülerinnen und -schüler beim Übersetzen in Schwierigkeiten kommen, liegt es oft weniger an mangelnden Grammatikkenntnissen. Selbst schwierige Grammatikkonstruktionen verstehen die meisten früher oder später – aber sie finden sie in den Texten nicht wieder.</p>
<p>„Latein ist in besonderer Weise ein Augenfach“, erklärt der pensionierte Lehrer Dieter Schmidt-Burkhardt. Mehr als in anderen Fremdsprachen komme es darauf an, genau hinzuschauen und die Bestandteile eines Textes präzise zu erfassen. Die Arbeit am und mit dem Text (die „Texterschließung“) sei die wesentliche Vorarbeit, das Übersetzen am Ende „nur der krönende Abschluss“.</p>
<p>Schmidt-Burkhardts Ratschlag: konsequent mit Farbe arbeiten. Er rät, zunächst alle Verben grün zu markieren – am besten die Prädikatsverben fett (Textmarker), andere Verbformen wie z. B. Infinitive einfach grün unterstreichen. Dann gilt es, die Einleitungswörter von Nebensätzen (Relativpronomen, Subjunktionen wie quod, si, postquam) gelb hervorzuheben. „Mit dieser optischen Hilfe finden wir die Nebensätze, um letztlich darüber den Hauptsatz zu identifizieren“, so der Lehrer. Zum Schluss empfiehlt er, logische („und-“)Verknüpfer wie et, ac, atque, -que etc. rot hervorzuheben.</p>
<p>TIPP<br />
Auch wenn die ersten Sätze noch einfach sind, sollten Lernende Texte von Anfang an strukturiert erschließen. Latein-Übersetzungsblätter müssen bearbeitet aussehen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>2. Unterschätzte Fachbegriffe</h4>
<p>ab 1. Lernjahr<br />
Notenfaktor: ★★  Häufigkeit: ★★</p>
<figure style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/latein-ist-so-einfach" target="_blank" rel="https://www.magazin-schule.de/magazin/latein-ist-so-einfach noopener"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2015/04/2015-08_Latein_Hausgen_1-300x221.jpg" alt="Latein-Coach Nikolaus Haeusgen - Magazin SCHULE" width="300" height="221" /></a><figcaption class="wp-caption-text"><strong>Noch nicht genug Latein-Lerntipps?</strong> Wir haben mehr davon: &#8222;Latein ist so einfach!&#8220;, behauptet Nikolaus Haeusgen im <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/latein-ist-so-einfach">Interview mit dem Magazin SCHULE online</a></figcaption></figure>
<p>Lateinschüler lernen anfangs eigentlich zwei Sprachen: jene der alten Römer – und die der Grammatik. Viele der Fachbegriffe, mit denen man im Lateinunterricht erklärt und argumentiert, kennen die meisten Kinder nur oberflächlich. Es ist aber wichtig, auch diese Fachsprache zu erlernen. Wer Begriffe wie Subjunktion oder Partizip nur auswendig lernt, kann seiner Lehrkraft spätestens im zweiten Lernjahr nicht mehr wirklich folgen.</p>
<p>TIPP<br />
Alte Weisheit: Nur was man selbst erklären kann, hat man auch verstanden. Was ist eigentlich dieser komische ablativus absolutus? Woran erkennt man ein participium coniunctum? Eltern sollten sich das von den Kindern erklären lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>3. Konjunktiv</h4>
<p>2./3. Lernjahr<br />
Notenfaktor: ★  Häufigkeit: ★★</p>
<p>Der Konjunktiv ist ein sprachlicher Stolperstein, das gilt für alle Fremdsprachen. Allerdings wird diese Form im Lateinischen ganz besonders vielfältig eingesetzt. Deswegen sollten sich Lernende früh abgewöhnen, einen lateinischen Konjunktiv automatisch in einen deutschen zu übersetzen – das geht fast immer schief.</p>
<p>Die wichtigste Faustregel für die ersten zwei bis drei Lateinjahre: Ein Konjunktiv im lateinischen Hauptsatz wird mithilfe von „wollen, sollen, mögen, können“ übersetzt. Konjunktive im Nebensatz werden zunächst NICHT konjunktivisch, sondern indikativisch übersetzt:</p>
<p><em>ut &#8230; possimus (Konjunktiv) </em><br />
<em>= ut &#8230; possumus (Indikativ)</em><br />
<em>= damit wir &#8230; können.</em></p>
<p>TIPP<br />
Wer selbst kein Latein hatte, wird seinem Kind kaum beim Konjunktiv helfen können. Sinken die Noten, sollte man daher rasch das Gespräch mit der Lehrkraft suchen – und ggf. externe Hilfe in Anspruch nehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<h3>Lernlücken Französisch</h3>
<h3><img decoding="async" class="alignleft" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2016/09/Bildschirmfoto-2016-09-28-um-14.34.12-300x93.png" alt="Lernlücken Französisch – Magazin SCHULE online" /></h3>
<p>Unsere Expertin: Die Französin Véronique Bastide unterrichtet in deutschen Unternehmen Erwachsene. Für das Institut <a href="https://www.abacus-nachhilfe.de/">Abacus</a> gibt sie auch Kindern und Jugendlichen Nachhilfe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>1. Vergangenheit</h4>
<p>ab 2. Lernjahr<br />
Notenfaktor: ★★  Häufigkeit: ★★</p>
<p>Im Französischen sind die Zeiten nicht unproblematisch. Das gilt besonders für die Unterscheidung zwischen passé composé und imparfait. Während die deutschen Entsprechungen dieser Zeiten, das Perfekt und das Präteritum, keine strikt definierten Aufgaben haben und wir mündlich fast nur Perfekt verwenden, unterscheiden die Franzosen hier genauso klar wie etwa die Engländer (s. erste <a href="#Lernluecken-Englisch">Lernlücke Englisch</a>). Allerdings sind die Rollen andere.</p>
<p>So beschreibt das passé composé vor allem Handlungen mit Anfang und Ende in der Vergangenheit, das imparfait hingegen Zustände und Gewohnheiten sowie unabgeschlossene Handlungen. Ein Beispiel:</p>
<p><em>„Quand j‘étais petit, je regardais beaucoup la télé.“ </em><br />
<em>– Als ich jung war, habe ich viel ferngesehen.</em><br />
<em>„Quand j‘étais petit, j‘ai regardé la télé le jour </em><em>où Armstrong a mis le pied sur la lune.“</em><br />
<em> – Als ich jung war, habe ich an dem Tag </em><em>ferngesehen, als Armstrong seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat.</em></p>
<p>TIPP<br />
Manchmal hilft es, einen Zeitstrahl zu zeichnen. Längerer Strich mit Anfang und Ende in der Vergangenheit? Imparfait! Kurzes Ereignis oder ein Strich bis in die Gegenwart? Passé composé!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>2. „ö!“</strong></p>
<p>ab 1. Lernjahr<br />
Notenfaktor: ★  Häufigkeit: ★★★<img decoding="async" class="alignright" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2016/09/jetaime_Magazin-SCHULE-online.jpg" alt="je t'aime – Magazin SCHULE" /></p>
<p>Schön, aber komisch: Die Aussprache des Französischen fällt fast allen Lernenden schwer. Doch beim Bemühen um die richtigen Laute geht es um mehr als einen guten Akzent: Man kann sonst auch missverstanden werden.</p>
<p>Wichtig ist zum Beispiel das „e“, welches auf Französisch eher wie ein „ö“ klingen muss. Spricht man es deutsch aus, verändert das in vielen Fällen den Sinn des Wortes. Sagt zum Beispiel jemand „mö“, verstehen Franzosen „mich“. „Me“ hingegen klingt für französische Ohren eher wie „meine“.</p>
<p>TIPP<br />
Auch hier gilt: keine Hemmungen, s‘il te plaît! Lieber fehlerhaft sprechen als gar nichts sagen. Nur beim Üben macht man Fortschritte. Was unterstützen kann: französische Musik, Hörbücher, Audiokurse, Urlaub in Frankreich …</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>3. Die Verben</strong></p>
<p>ab 1. Lernjahr<br />
Notenfaktor: ★★★  Häufigkeit: ★★★</p>
<p>Im Französischen gibt es drei Arten von Verben. Die erste Gruppe endet auf -er, die zweite auf -ir, beide werden regelmäßig konjugiert. Die dritte Gruppe kann unterschiedliche Endungen haben und enthält die unregelmäßigen Verben. Leider ist diese Gruppe riesig. Die Wahrheit ist: Diese Verben muss man auswendig lernen. Alle. Mit allen Formen, in allen Zeiten. Und dann üben, üben, üben …</p>
<p>TIPP<br />
Viele Kinder (gerade Jungs) lernen gern am Computer. Sprach-Lernprogramme und Apps sind dann eine sinnvolle Anschaffung</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-21-gefaehrlichsten-lernluecken-teil-2-mathe-und-naturwissenschaften/"><strong><u>Mehr gefährliche Lernlücken für Mathematik, Chemie und Physik finden Sie hier.</u></strong></a></h4>
<p>&nbsp;</p>
<p><small><em>Die 21 gefährlichsten Lernlücken in Deutsch und Fremdsprachen – Dieser Artikel wurde am 28.9.2016 erstellt und wird seitdem fortlaufend aktualisiert. Das Datum oben bezieht sich auf die jüngste Aktualisierung.</em></small></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-21-gefaehrlichsten-lernluecken-deutsch-fremdsprachen/">Die 21 gefährlichsten Lernlücken – Teil 1: Sprachen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Multitasking kann man nicht trainieren, indem man multitaskt“</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/multitasking-kann-man-nicht-trainieren-indem-man-multitaskt/</link>
					<comments>https://www.magazin-schule.de/magazin/multitasking-kann-man-nicht-trainieren-indem-man-multitaskt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 13:24:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Professor Korte, ist es wirklich so schlecht um die Konzentration der Schüler bestellt, wie Lehrkräfte oft beklagen? Es fällt Schülerinnen und Schülern schwerer als früher, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Sie sind sehr leicht ablenkbar, und es kostet sie enorme Anstrengung, wenn [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Professor Korte, ist es wirklich so schlecht um die Konzentration der Schüler bestellt, wie Lehrkräfte oft beklagen?</strong></p>
<p>Es fällt Schülerinnen und Schülern schwerer als früher, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Sie sind sehr leicht ablenkbar, und es kostet sie enorme Anstrengung, wenn sie sich konzentrieren müssen. Das ist eine Beobachtung, die man empirisch belegen kann.</p>
<p><strong>Woran liegt das?</strong></p>
<p>Konzentrationsprobleme beobachtet man vor allem bei Kindern, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, also vor Smartphones, Laptops, Tablets und dem Fernseher. Je mehr Zeit Kinder mit digitalen Medien verbringen, umso größer ist die Gefahr, dass ihr Konzentrationsvermögen leidet. Natürlich muss man schauen, wie sie diese Medien nutzen: Wer ein Tablet nutzt, um ein Buch zu lesen, dessen Konzentrationsvermögen leidet nicht. Die meisten Jugendlichen benutzen diese Medien aber so, dass sie ständig ihr Handy anhaben und auch immer schauen, ob Nachrichten eingehen, sodass ihr Gehirn die ganze Zeit im Alarmmodus ist.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Wenn das Handy an ist, bleibt das Gehirn ständig im Ausnahmemodus<cite class="">Prof. Martin Korte, Gehirnforscher</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left"><strong>Was hat das für Auswirkungen auf das Gehirn?</strong></p>
<p>Wenn das Gehirn schnell hin- und herwechseln möchte zwischen TikTok, einer WhatsApp-Nachricht, den Hausaufgaben und eingehenden E-Mails, dann sind mehrere Subprogramme offen – abgesehen von all den anderen Gedanken, die noch im Kopf herumschwirren. Das heißt, für die Hausaufgaben steht dann weniger Kapazität zur Verfügung.</p>
<p><strong>Wie lässt sich das verhindern?</strong></p>
<p>Man sollte seine Arbeitsumgebung so gestalten, dass nur die Dinge vor einem liegen, die man braucht. Das Handy sollte nicht nur ausgestellt sein, sondern ganz aus dem Gesichtsfeld entfernt werden, ebenso alle anderen Gegenstände, die man nicht braucht, weil die alle ein Ablenkungspotenzial haben.</p>
<figure style="width: 309px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2026/05/Prof-Martin-Korte-Magazin-SCHULE.jpg" alt="Prof. Martin Korte, Neurobiologe und Lernforscher" width="309" height="386" /><figcaption class="wp-caption-text">Martin Korte ist Professor für Neurobiologie an der Technischen Universität Braunschweig. Einer seiner Schwerpunkte ist die Lernforschung. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter „Frisch im Kopf: Wie wir uns aus der digitalen Reizüberflutung befreien“ (<a href="https://amzn.to/4tonrUj">DVA, 24 Euro</a>*)</figcaption></figure>
<p><strong>Abgelenkt werden die Kinder offenbar auch vom Schlafen. Lehrkräfte beklagen, dass heute viel mehr Schüler und Schülerinnen übermüdet im Unterricht sitzen.</strong></p>
<p>Das kann daran liegen, dass viele Kinder abends noch ihre Handys benutzen. Die Bildschirme haben einen hohen Blauanteil. Blauanteil bedeutet aufgehende Sonne – das Einschlafen verzögert sich. Aber selbst wenn Jugendliche den Bildschirm auf den Nachtmodus stellen, kommen noch emotional aufregende Nachrichten rein, ein Like oder eben kein Like. Das alles ist aufwühlend, und die jungen Leute schlafen später ein. Das wirkt sich natürlich negativ auf die Konzentration aus.</p>
<p><strong>Also besser das Handy rechtzeitig vorm Schlafengehen ausstellen. Was könnte sonst helfen, um besser bei der Sache bleiben zu können?</strong></p>
<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt ist: Das Konzentrationsvermögen hängt auch von der Motivation ab. Das ist eine Frage der Biochemie des Gehirns. Sobald Motivation, sobald Neugierde geweckt wird, wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Dieser Stoff führt im Stirnlappen dazu, dass das Konzentrationsvermögen gestärkt wird. Das bedeutet für Lehrkräfte, dass man einen Teil des Unterrichts darauf verwenden sollte, Kindern zu erklären, warum ein Thema wichtig ist.</p>
<p><strong>Die Welt ist schneller geworden. Man könnte doch auch sagen: Die Kinder passen sich einfach nur den Begebenheiten an.</strong></p>
<p>Tatsächlich muss man heute oft schnell zwischen Situationen hin- und herwechseln. Aber wer kann das am besten? Das sind buddhistische Mönche, die sieben oder acht Stunden am Tag meditieren. Wenn die sich in eine Situation begeben, in der sie schnell entscheiden und sich noch konzentrieren müssen, dann schneiden sie deutlich besser ab als Digital Natives. Multitasking kann man also nicht trainieren, indem man multitaskt. Ich bin prinzipiell nicht dagegen, dass man digitale Medien verwendet. Aber die Frage ist: Wie reagiert man auf die Entwicklung? Die Lösung besteht darin, tatsächlich sehr altbacken längere Zeit einer Aufgabe zu folgen, zum Beispiel immer wieder längere Texte zu lesen. Das steigert die Konzentrationsfähigkeit, und man kommt auch beim Multitasking besser zurecht.</p>
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Lernforscher Martin Korte: „Multitasking kann man nicht trainieren, indem man multitaskt.“  – Fotos: <a href="https://www.magnific.com/de/fotos-kostenlos/maedchen-mit-tablette-im-cafe-mit-klassenkameraden_1247898.htm">freepik</a>, privat</small></em></p>
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