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	<title>Lesen &amp; Leben Archive - Magazin SCHULE</title>
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		<title>Warum heißt es eigentlich &#8222;Work and Travel&#8220; und nicht &#8222;Pay and Chill&#8220;?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jan 2025 18:10:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ole, mein großer Stiefsohn, macht es sich auf dem Sofa gemütlich. Der reguläre Unter­richt ist beendet, und ­außer der mündlichen Prüfung sind alle Hürden auf dem Weg zum Abitur geschafft. Zeit, einfach mal zu chillen – wenn nicht so lästige Erwachsenenfragen kämen. „Was willst du [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/pay-and-chill-statt-work-and-travel/">Warum heißt es eigentlich &#8222;Work and Travel&#8220; und nicht &#8222;Pay and Chill&#8220;?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ole, mein großer Stiefsohn, macht es sich auf dem Sofa gemütlich. Der reguläre Unter­richt ist beendet, und ­außer der mündlichen Prüfung sind alle Hürden auf dem Weg zum Abitur geschafft. Zeit, einfach mal zu chillen – wenn nicht so lästige Erwachsenenfragen kämen. „Was willst du nach dem Abitur denn eigentlich machen?“, erkundige ich mich. „Erst einmal ein Jahr vom Abistress erholen“, erklärt mir Ole. Ich bin ein wenig überrascht. Ole hat sich in meinen Augen nicht sonderlich vom Abitur stressen lassen, sondern recht entspannt einige Tage vor der Abiklausur seine Mitschüler befragt, was denn nun genau zu lernen sei.</p>
<h4>Das Gap Year liegt im Trend – und das Konzept &#8222;Work and Travel&#8220; auch</h4>
<p>Mit seinen Vorsätzen für „the year after“ ist Ole mitnichten eine Ausnahme. Auch meine Abiturienten sind fast alle der Meinung, dass es nach dreizehn Jahren Lernen Zeit ist <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/erstmal-in-die-leere-gehen/">für ein wenig Entspannung</a>. Und während ich vor 20 Jahren überlegte, ob ich mein freiwilliges ökologisches Jahr an der Nordsee oder doch lieber im Bayerischen Wald ­verbringen möchte, tauschen sich meine Schülerinnen und Schüler über die Vor- und Nachteile von Austra­lien und Neuseeland aus – <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/work-and-travel-reist-du-nur-oder-arbeitest-du-auch/">„Work and Travel“</a> erfreut sich großer Beliebtheit. Ich frage mich, wie die Farmer in Down Under es früher nur ohne die jungen Leute aus dem Ausland geschafft haben, ihre Ernte einzubringen.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Bislang war Ole zwar an &#8222;Travel&#8220;, aber weniger an &#8222;Work&#8220; interessiert</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Auch Ole ist von der Idee begeistert, ein halbes Jahr auf diversen australischen Bauernhöfen zu arbeiten, um sich vom Verdienst das anschließende Reisen zu finan­zieren. Dieser Wunsch überrascht mich ein wenig, denn bislang zeigte er sich zwar durchaus an „Travel“, aber doch deutlich weniger an „Work“ interessiert. Ich finde, er kann zum Üben in unserem Garten anfangen, was mir vergleichbar erscheint mit einem Ernteeinsatz in Australien. Ole findet, er kann zum Üben erst einmal eine Woche nach Mallorca fliegen, und um sich nicht zu überfordern, lässt er den Aspekt „Work“ dabei lieber weg.</p>
<p>Nach dem mündlichen Abitur macht Ole Party, und das nahezu durchgehend. Fast täglich gilt es, jemanden aus seiner Klasse zu verabschieden: Ein Mädchen wird ein freiwilliges soziales Jahr in München absolvieren, eine weitere Mitschülerin geht als Au-pair nach Amerika, ein Kumpel fliegt mit einem „Around the World Ticket“ nach Asien, und sein bester Freund hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Jahr lang bedrohte Schildkröten auf Sansibar zu schützen. Er habe dabei echt Glück gehabt, erklärt mir dessen Mutter, die ich beim Einkaufen treffe – bei seiner Organisa­tion müsse man dafür gar nichts zahlen, im Gegensatz zu ­anderen Anbietern.</p>
<h4>Engagierte wählen das Konzept &#8222;Work and Pay&#8220; – und haben leider manchmal wenig Arbeit</h4>
<p>Diese Freude kann ich verstehen. Lina, die ­große Tochter meines ­Mannes, macht nämlich statt „Work and Travel“ gerade „Work and Pay“ in Malawi. ­Malawi ist ein Land in Afrika, das mi­r bislang komplett unbekannt war – Lina im Übrigen auch. Dort möchte sie nur mal kurz die Welt retten, indem sie in einem Krankenhaus arbeitet. Leider klappt das Projekt nicht ganz wie gewünscht, im Krankenhaus hat niemand richtig Arbeit für sie, und so geht sie jeden Tag nach zwei Stunden Einsatz wieder nach Hause. ­Außer wenn sie Malaria hat, dann bleibt sie eine Woche als Patientin da (was leider bereits mehrmals der Fall war).</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Ich würde für die Versorgung meines Gartens nur 3500 Euro verlangen– ein Schnäppchen!</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Dafür, dass Lina dort im Krankenhaus arbeiten darf, zahlen ihre Großeltern 5000 Euro an eine Organisa­tion. Ich habe überlegt, dieses Konzept auch bei uns zu Hause anzuwenden, für die Versorgung meines Gartens im Sommerhalbjahr würde ich 3500 Euro verlangen. Ein Schnäppchen eigentlich, zumal die Anreise unschlagbar günstig wäre. Probehalber habe ich es meinen Abiturienten in der letzten Schulstunde vorgeschlagen. Dummerweise haben alle beteuert, schon andere Zukunfts­pläne zu haben.</p>
<p>Allmählich sind fast alle Mitschüler von Ole im Ausland, die Partys werden weniger, nur Ole sitzt nach wie vor entspannt auf dem Sofa. Ob er denn schon wüsste, wann es nach Australien ginge, ­frage ich ihn, denn mittlerweile ist es August. Den entscheidenden Anstoß gibt Oles Vater. Wenn er nicht langsam mal konkrete Pläne vorweisen könne, dann würden wir unseren Familienhaushalt zur WG umfunktionieren, mit Mietbeitrag und Arbeitsdiensten für alle erwachsenen Mitbewohner.</p>
<h4>Was tun, wenn&#8217;s doch nicht läuft? Dann müssen doch wieder die Eltern ran</h4>
<p>Zwei Tage später hat mein Ziehsohn einen Flug nach Australien und eine Unterkunft für die ersten Tage in Brisbane gebucht. Es sei eine Art Sammelflug, auf einem Gruppen­ticket würden alle Arbeitswilligen gemeinsam fliegen. Irgendwie erinnert mich das an meine erste Reise mit Kommilitonen: Wir sind im klapprigen VW-Bus nach Griechenland getuckert. Ich hoffe für Ole, dass sein Flugzeug ­besser in Schuss ist als unsere alte Rostlaube.</p>
<p>Zum Glück hat alles geklappt, und Ole ist gut angekommen. Am Flughafen wird er gleich von zwei ehemaligen Mitschülern in Empfang genommen, die bereits vor ihm nach Australien geflogen sind. Eigentlich könnten sie in Brisbane ein kleines Abitreffen veranstalten, denn aus ihrem Jahrgang sind noch zwei weitere Schüler in Australien und zwei Mädchen in Neuseeland, was ja quasi um die Ecke ist. Aber erst mal möchte Ole lieber reisen. Er hat noch einige Ersparnisse, die für Sydney und den Blue-Mountains-Nationalpark reichen. Dann ist das Geld alle, und er macht sich auf Arbeitssuche.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Überraschung in Australien: Im Frühling ist gar keine Erntezeit</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Ganz so einfach wie erhofft gestaltet es sich leider nicht: In Sydney ist Frühling und damit „über­raschenderweise“ – der Junge hätte halt doch hin und wieder im Garten helfen sollen – keine Haupterntezeit. Und für die wenigen Tätigkeiten, die es gibt, finden sich ziemlich viele Interessenten. Am Ende hilft die Schwägerin meiner Schwes­ter. Die ist vor 20 Jahren ausgewandert und hat gemeinsam mit ihrem Mann ihren Bauernhof von Deutschland in die Nähe von Brisbane verlagert. Dort kümmert sich Ole jetzt bereits seit einem Monat um die Rinderherden und fährt Trecker. Durch die vielen Erfahrungen, die er sammelt, hat sich auch sein Berufswunsch herauskristal­lisiert. Nein, nicht Landwirt. Er möchte Lehramt studieren: „Dann kann ich in den Schulferien ­immer reisen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><em><small>&#8222;Pay and Chill&#8220; statt &#8222;Work and Travel&#8220; – Foto: <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/rueckansicht-schaeferin-auf-dem-gebiet_29609007.htm">Freepik</a> – Dieser Artikel wurde am 8.11.2016 erstmals veröffentlicht. Das Datum oben bezieht sich auf die jüngste Aktualisierung.</small></em></p>
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		<title>Deine Freunde – die beste Kinderband der Welt?</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/deine-freunde-die-beste-kinderband-der-welt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2024 10:34:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[paywall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eltern sind meistens glücklich, wenn ihre Kinder es auch sind. Vielleicht war das ja der Grund für all die fröhlichen Gesichter, die aus der Halle kamen. Das kann aber nicht erklären, weshalb viele Erwachsene schon während des Konzerts ein kindliches Lächeln im Gesicht hatten und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/deine-freunde-die-beste-kinderband-der-welt/">Deine Freunde – die beste Kinderband der Welt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eltern sind meistens glücklich, wenn ihre Kinder es auch sind. Vielleicht war das ja der Grund für all die fröhlichen Gesichter, die aus der Halle kamen. Das kann aber nicht erklären, weshalb viele Erwachsene schon während des Konzerts ein kindliches Lächeln im Gesicht hatten und sogar mitsangen. Da waren ihre Kinder nämlich gar nicht in der Nähe, die hatten die guten Plätze vor der Bühne bekommen. Große mussten sich hinten anstellen, hatten aber trotzdem sichtlich Spaß – und das bei einem Kinderkonzert!</p>
<p>Als <a href="http://www.deinefreunde.info/">„Deine Freunde“</a> haben die drei Hamburger Florian Sump, Lukas Nimscheck und Markus Pauli Deutschlands Kindermusikszene ziemlich aufgemischt. Ihre CDs laufen in den Zimmern vieler Vor- und Grundschüler rauf und runter, und zwar nicht nur, weil die Kinder die Musik lieben – das ist natürlich Voraussetzung. Aber weil die drei großen Jungs mit ihrer Hip-Hop-Attitüde, den fetten Beats und gerappten Texten so wenig von Rolf Zuckowski haben, erobern sie auch die Herzen vieler Eltern.</p>

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<p>Gitarre spielende Männer singen pädagogisch wertvolle Texte – wer das unter Kindermusik versteht, muss sich für Deine Freunde erst einmal umgewöhnen. „Musik für Kinder muss nicht zwangsweise erziehen oder einen pädagogischen Ansatz verfolgen“, beschreibt die Band selbst ihre Mission. „Wenn wir auf ein Konzert gehen, wollen wir ja auch nicht unbedingt etwas lernen, sondern uns vielleicht einfach nur mal wieder zerrocken lassen. Dieses Recht sollten Kinder genauso haben wie Erwachsene.“ Oder, mit vier Zeilen aus ihrem Song <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XRWIvo2BWYQ">„Gebt uns eure Kinder“</a> ausgedrückt: „Kommt und vertraut sie uns an / Wir führen sie ein bisschen an Lautstärke ran / Es gibt wirklich keinen Grund, dass ihr noch lange wartet / ein bisschen Beat oder Bass haben noch keinem geschadet.“</p>
<p>Und das ist nicht einmal aufgesetzt: Die Herren wissen durchaus, wovon sie sprechen. Markus Pauli ist Hip-Hop-Produzent und DJ, gut zwanzig Jahre lang war er Tour-DJ von &#8222;Fettes Brot&#8220;, einer der bekanntesten deutschen Hip-Hop-Bands. Lukas Nimschek ist Musical-Regisseur und -Komponist. Und Florian „Flo“ Sump war in den Neunzigern Schlagzeuger der erfolgreichen Popband Echt („Du trägst keine Liebe in dir“) und rappt als „Jim Pansen“ auch solo.</p>
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<p>Im Hauptberuf ist Sump allerdings Erzieher in einer Hamburger Kindertagesstätte, und dort hatte er die Idee, für seine Gruppe einen Song aufzunehmen. Gemeinsam mit Markus Pauli entstand <a href="https://vimeo.com/28068142">„Schokolade“</a> – ein umwerfender Erfolg sowohl unter Kindern wie Erwachsenen. Die zwei beschlossen, es nicht bei dem einen Lied zu belassen, holten sich noch den späteren „Tigerentenclub“-Moderator Nimscheck hinzu, und schon waren Deine Freunde komplett.</p>
<p>Von Anfang an hatten die meisten Songs der Band zwei Ebenen: eine für die Kinder und eine für die Eltern. Das funktioniert erstaunlich gut. Wenn Flo rappt: „So kommst du mir nicht davon, mein Freund / Hast du deine Hausaufgaben schon gemacht? (&#8230;) Komm, mach sie eben, denn du hast im Leben nicht immer eine Wahl / Und wenn du morgen früh immer noch hier sitzt, das ist mir ganz egal“, dann fühlen sich wohl viele Eltern mit ihren Sprüchen ertappt. Und bei „Mama / guckma / was ich kann / Handstand / Mama / guckma / beachte mich!“ erkennen sich die Kleinen wieder.</p>
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<p>So haben sich Deine Freunde tatsächlich zur „Band, der die ganze Familie vertraut“ gemausert, wie sie sich selbst besingen. Die Kleinen haben coole Musik mit lustigen Texten, die sie sogar lautstellen dürfen. Die Großen ertragen den Klang aus dem Kinderzimmer wieder – und sind heimlich mit dem Musikgeschmack ihrer Kleinen zufrieden. „Gebt uns eure Kinder“? Gern!</p>
<p><small><em>&#8222;Deine Freunde – die beste Kinderband der Welt?&#8220; – Fotos: Mathias Brüggemeier – Dieser Artikel wurde am 29.11.2016 erstellt und seither mehrfach aktualisiert. Das Datum oben bezieht sich auf die jüngste Aktualisierung.</em></small></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/deine-freunde-die-beste-kinderband-der-welt/">Deine Freunde – die beste Kinderband der Welt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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		<title>Tschüss Gymnasium, hallo Glück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cornelia Tiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2024 12:12:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Henriette hat es sich auf der Wiese bequem gemacht und liest ihr aktuelles Lieblingsbuch: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang und verschwand“. Mauersegler kreisen um das Einfamilienhaus am östlichen Rand Berlins. Die 15-Jährige blinzelt in die Sonne und lächelt: „Toll, wieder Zeit zu haben.“ [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/tschuess-gymnasium-hallo-glueck-3/">Tschüss Gymnasium, hallo Glück</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="initial">Henriette hat es sich auf der Wiese bequem gemacht und liest ihr aktuelles Lieblingsbuch: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang und verschwand“. Mauersegler kreisen um das Einfamilienhaus am östlichen Rand Berlins. Die 15-Jährige blinzelt in die Sonne und lächelt: „Toll, wieder Zeit zu haben.“ In den letzten zwei Jahren dominierte die Schule ihr Leben. In Englisch kriselte es, in Mathe hatte sie längst den Anschluss verloren. Und dann der lange Schulweg zum renommierten Privatgymnasium in Berlin Weißensee. Bus, U-Bahn, Tram. Siebzig Minuten Minimum. „Zu Hause war ich platt.“ Trotzdem hieß es, ran an den Schreibtisch. „Henriette wurde aggressiv, häufig war ihr übel“, erinnern sich ihre Eltern Corinna und Sandro. „Das Gymnasium wurde für uns alle zum Horror.“</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Egal, wie viel ich lernte, die anderen waren schneller<cite> <strong>Henriette Lipok,</strong> 15</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Dabei hatte die Tochter eine Gymnasialempfehlung. Sie war gern zur Grundschule gegangen. Vor allem der Freunde wegen, aber auch Kunst, Sport und Deutsch mochte sie. Nur Mathe war ihr „Feind von Anfang an“. In der dritten Klasse schickten sie die Eltern in eine private Nachhilfeschule, in der sechsten – in Berlin noch Teil der Grundschule – kam sie auch in Naturwissenschaften und Englisch ins Schlingern. Doch die Lehrkräfte blieben optimistisch, und Henriette wollte so gern auf das schöne alte Gymnasium, das auch ihre große Schwester besuchte. „Wir hatten Zweifel, denn wir wussten, wie schwer es werden würde“, erinnert sich ihre Mutter. „Andererseits war uns klar, wie hart es sein kann, Abitur auf dem zweiten Bildungsweg zu machen“, ergänzt ihr Vater. Und Abitur braucht Henriette, wenn sie wirklich Kunstlehrerin werden will. Bis Ende der achten Klasse hangelte sich das Mädchen durch. Feilschte mit Lehrerinnen und Lehrern in ihren Problemfächern um jede Vier minus, gab vor einem Test noch mal extra Gas: „Aber die anderen waren einfach schneller.“ Corinna Lipok: „Irgendwann mussten wir eine Entscheidung fällen.“</p>
<p><strong>Heute besucht Henriette</strong> die neunte Klasse der Montessori-Schule Berlin Köpenick, die Hausaufgaben werden in der Ganztagsschule erledigt, für den Heimweg braucht sie 45 Minuten. Der freie Unterricht mit Wochen- und Jahresplänen, ohne Frontalunterricht und mit viel selbstständigem Arbeiten entspricht ihr. Heute hat sie Physik und Chemie gelernt, morgen knöpft sie sich Deutsch vor. Anfangs waren sich die Eltern unsicher, was ihre Tochter „in dieser lockeren Umgebung wirklich lernt“. Seit sie sich regelmäßig in „Leistungsgesprächen“ mit den Pädagogen austauschen, sind sie aber überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.</p>
<h3 class="initial">Zehntausende Schüler wechseln jedes Jahr vom Gymnasium auf eine Realschule</h3>
<p>Zehntausende Schülerinnen und Schüler verlassen jedes Jahr zwischen Klasse 5 und 10 das Gymnasium, um auf einer Realschule weiterzulernen. Hinzu kommen Wechsel von einem Gymnasium auf eine Gesamt- oder Sekundarschule, Montessori-, Waldorf-Schule oder Internat. Das sei immer „ein einschneidendes Lebensereignis“, so der Bamberger Schulpsychologe Uwe Schuckert. Vor allem für die Kinder. Zuversichtlich wechseln sie von der Grundschule ans Gymnasium. Fügen sich in die neue Klassengemeinschaft ein, finden Freunde, wissen, wo die Bibliothek ist und der Mehrzweckraum. Doch dann hagelt es plötzlich schlechte Noten. Meistens wenn die zweite Fremdsprache dazukommt, erzählt Schuckert, oder dann, „wenn mit 13, 14 die Pubertät zu viel Energie zieht“. <strong></strong></p>
<p>Gemeinsam mit den Eltern versucht er herauszufinden: Ist das Kind überfordert, oder steckt hinter den schlechten Noten etwas anderes? Sind die Lücken noch durch Nachhilfe zu schließen? Welche anderen Schulen kommen infrage? Ist mein Kind bereit, den Wechsel als Chance zu sehen und Gas zu geben? Oder hat es generell keine Lust und wird sich auch auf der neuen Schule verweigern? Kein leichter Entscheidungsprozess, so Schuckert. Sein Tipp: „Sich Zeit nehmen, das Kind beobachten, zuhören: Wie hoch ist der Leidensdruck?“ Sind „nur“ die Noten schlecht oder leidet auch das Selbstwertgefühl?</p>
<p>Jonas Rösner aus dem nordrheinwestfälischen Minden jedenfalls hat es auf dem Gymnasium nicht mehr ausgehalten. Der Stoff wuchs ihm über den Kopf. Mit weichen Knien ging er in die Klassenarbeiten. Die Nachhilfe, das Lernen mit der Mutter am Wochenende, der ständige Druck, „es war nur noch nervig“, sagt Jonas. Die Lehrkräfte am Ganztagsgymnasium ermutigten ihn zwar: Kopf hoch, du schaffst das. Trotzdem lag Mitte der siebten Klasse ein blauer Brief im Kasten. Im Nachhinein sagt Marianne Rösner: „Wir haben uns nicht gut genug informiert.“ Hauptsache war der Platz an einem guten Gymnasium. Ob es tatsächlich das Richtige für ihren Sohn wäre, hatten sie nicht weiter hinterfragt. Nach der Siebten gab es für die Eltern keinen Zweifel mehr: Jonas muss runter. Eltern und Sohn klapperten die Schulen der Region ab. Die Entscheidung fiel auf die Realschule im Schulzentrum Bad Oeynhausen. Strukturierter Schulalltag, schöner Schulhof, kein Ganztagsunterricht. Das passte. Seit Sommer vergangenen Jahres geht der 14-Jährige dort in die achte Klasse.</p>
<p><strong>„Es war der richtige Schritt“,</strong> sagt Marianne Rösner. Jonas ist gut integriert, kommt endlich wieder mit. „Die Lehrer erklären mit viel mehr Beispielen und wiederholen häufiger“, sagt der Junge. Gerade hat er das Delf-Zertifikat in Französisch gemacht – freiwillig. Und weil die Halbtagsschule ihm mehr Luft lässt, bleibt auch wieder Zeit für Tischtennis und das Geigenspiel im Symphonieorchester. Am Tag der offenen Tür steht das Ehepaar Rösner jetzt am Beratungsstand – um anderen Eltern mit Wechselambition Mut zu machen.</p>

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<h3>Der Schulwechsel kann eine Erleichterung sein</h3>
<p><strong>Das ist auch der Job</strong> von Stefan Brandt. Der Berliner Schulpsychologe erlebt immer wieder: Ein Schulwechsel kann für ein Kind eine Niederlage sein, aber auch eine große Erleichterung. Das hängt nicht zuletzt von den Eltern ab. Ihre Ängste, ihre Vorbehalte übertragen sich leicht auf das Kind. Genauso wie ihre Gelassenheit und ihre Zuversicht. Brandt: „Die Kinder sind hier wie ein Spiegel – das Schlimmste für sie ist das Gefühl, ihre Eltern enttäuscht zu haben.“ Seine Faustregel: Zwei Fünfen lassen sich mit Nachhilfe und einer Extraportion Fleiß in den Griff bekommen. Wer jedoch in mehr Fächern schlingert, täte sich auf einer Schulform mit weniger Tempo sicher leichter. Vorausgesetzt, die Leistungsmotivation stimmt. Denn mit „null Bock“ klappt es auch auf einer Realschule nicht. Brandt, Schuckert – beide können Geschichten über Kinder erzählen, die vom Gymnasium durchgerutscht sind auf die Hauptschule und irgendwann ohne Abschluss auf der Straße standen.</p>
<p>Genau davor hatte Michaela Weiss* Angst. Nach der Grundschule wechselte ihr Sohn Dennis* mit einem Zweier-Zeugnis aufs bayrische Gymnasium. „Doch dann war plötzlich die Luft raus.“ Am Ende der sechsten Klasse stand Dennis in Mathe auf einer Fünf, in fast allen anderen Fächern auf einer wackligen Vier. Die Eltern überlegten: Sollte Dennis sich weiter durchwurschteln, die Klasse freiwillig wiederholen, auf die Realschule wechseln? Nach einem Test, der Dennis bescheinigte, dass er den Anforderungen auf einem Gymnasium durchaus gewachsen wäre, fiel die Wahl auf ein Internat, knapp 80 Kilometer entfernt. Michaela: „Ich hatte Angst, dass es sonst so weitergehen würde.“ Statt zu lernen, starrte ihr Sohn demonstrativ aus dem Fenster. „Manchmal kam ich extra spät nach Hause vom Fußballtraining, damit ich nichts mehr machen musste“, erzählt Dennis. Zuerst war er natürlich schockiert: Internat? Das hörte sich an wie Knast. Doch als er die neue Schule besucht hatte, wollte auch er einen „Neustart“. <strong></strong></p>
<p><strong>Seit letzten September</strong> kommt der 13-Jährige nur noch am Wochenende nach Hause. Seine Noten sind stabil. Er hat echte Freunde gefunden. Die Lehrkräfte nehmen sich Zeit, selbst die strengen Regeln findet Dennis „okay“. Jeden Nachmittag von halb vier bis sechs Uhr erledigen die Kinder ihre Hausaufgaben und bereiten sich auf den nächsten Tag vor. Die erste Stunde herrscht Silentium, absolutes Redeverbot. Wer sich nicht daran hält oder nicht fertig wird, muss nach dem Abendessen noch mal eine Stunde sitzen. Ein bisschen ärgert er sich über sich: Hätte er es nicht auch zu Hause packen können? Dennis zuckt mit den Schultern. Wohl nicht. „Ich hatte einfach keine Lust.“ Ein, zwei Jahre will er auf alle Fälle im Internat bleiben. Und dann, wer weiß, vielleicht zurück und den Lehrern an seiner alten Schule zeigen, dass er es drauf hat.</p>
<p><em>* Name von der Redaktion geändert</em></p>
<p><em><small>Tschüss Gymnasium, hallo Glück – Wechsel der Schulform als Chance – Dieser Artikel wurde am 29.10.2014 erstellt und wird seitdem fortlaufend aktualisiert. Das Datum oben bezieht sich auf die jüngste Aktualisierung.</small></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/tschuess-gymnasium-hallo-glueck-3/">Tschüss Gymnasium, hallo Glück</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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		<title>Glücklich ohne Gymnasium</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cornelia Tiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Apr 2023 12:30:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[paywall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was eint Thomas Mann und Joschka Fischer? Der Literaturnobelpreisträger und der Außenminister a. D. waren auch ohne Abitur erfolgreich. Und was haben die Politik-Altstars Norbert Blüm und Gerhard Schröder sowie Ex-Daimler Chef Jürgen Schrempp gemeinsam? Sie erwarben ihre Hochschulreife durch Büffeln an der Abendschule. Glücklich ohne [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="initial">Was eint Thomas Mann und Joschka Fischer? Der Literaturnobelpreisträger und der Außenminister a. D. waren auch ohne Abitur erfolgreich. Und was haben die Politik-Altstars Norbert Blüm und Gerhard Schröder sowie Ex-Daimler Chef Jürgen Schrempp gemeinsam? Sie erwarben ihre Hochschulreife durch Büffeln an der Abendschule. Glücklich ohne Gymnasium – das ist möglich, wie diese Beispiele beweisen.</p>
<p>Die Gleichung „Bildung ist gut, keine Bildung ist schlecht“ gilt gleichwohl immer noch. Doch wird es Zeit, mit einem Mythos aufzuräumen, der da lautet: Allein das Gymnasium entscheidet über Rang, Stellung, Chancen und Lebensglück.</p>
<p>Zum Beispiel Marco Maurer. Der Journalist und frühere Molkereifachmann hat eine fast 400 Seiten dicke Streitschrift („Du bleibst, was du bist“, Verlag Droemer) verfasst. Das sehr persönlich geschriebene Buch handelt zunächst einmal von schreiender Bildungsungerechtigkeit. Davon beispielsweise, dass hierzulande beim Zugang zum Gymnasium nicht etwa Intelligenz sich durchsetzt, sondern der Status der Eltern. Es ist ein kluges, ein aufrüttelndes, ein empfehlenswertes Buch, aber leider hat es eine ärgerliche Schwäche. Es vermittelt den Eindruck, das Leben ohne Abitur und Studium sei dumpf, trostlos, kurzum: wenig lebenswert.</p>
<h4>Glücklich ohne Gymnasium: unser Schulsystem ist durchlässiger als gedacht</h4>
<p><strong>Das ist absurd.</strong> Der langen Bildungsgeschichte des Autors Maurer (Grundschüler, Hauptschüler, Realschüler, Berufsschüler, Abiturient, Hochschüler) kann man durchaus die positive Botschaft abgewinnen: Unser Schulsystem ist durchlässig. Und zwar nicht nur nach unten, es kann erfreulicherweise auch nach oben gehen.</p>

<p>„Die Eltern glauben das allerdings offenbar nicht“, sagt Grundschullehrerin Gabriela Friedemann und schüttelt unwirsch den Kopf: „Manche tun grad so, als ende ohne Gymnasium das Kind schnurstracks bei Hartz IV.“ Pädagogin Friedemann leitet gerade eine vierte Klasse. In den letzten Wochen musste die 52-Jährige darüber entscheiden, wer von ihren Schülern auf das Gymnasium „darf“ und wer nicht. Friedemann, die in Wahrheit anders heißt, hasst diese Aufgabe. Erstens mache eine solche Leistungsprognose zu diesem frühen Zeitpunkt wenig Sinn, zweitens „geht bei uns seit Wochen der Punk ab“. Während die Kinder blass und ohne Freude büffeln, sitzen in der Sprechstunde weinende Mütter und forsch auftretende Väter, die auch schon mal mit dem Anwalt drohen. Erklärtes Ziel: Gymnasialempfehlung, egal wie schlecht die Noten bislang waren. „Viele Eltern tun dann so“, sagt Friedemann, „als liefe es ab dem Gymnasium plötzlich wie geschmiert.&#8220;</p>
<h4>Der (scheinbare) Umweg über die Realschule kann genau der richtige Weg sein</h4>
<figure style="width: 200px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2016/04/2016-07_Gymnasium-Johannes.jpg" rel="attachment wp-att-32435"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2016/04/2016-07_Gymnasium-Johannes-200x300.jpg" alt="2016-07_Gymnasium-Johannes" width="200" height="300" /></a><figcaption class="wp-caption-text">Johannes lernt Bankkaufmann und an der Fachoberschule fürs Abi</figcaption></figure>
<p>Wenn sie sich da mal nicht täuschen. Zum Beispiel Johannes. Obwohl er ein sehr guter Grundschüler war, bekam er auf dem Gymnasium bald Probleme: An das straffe Pensum konnte sich der Junge nicht schnell genug gewöhnen. Der Schule fehlte die nötige Geduld, den berufstätigen Eltern die Zeit für nachmittägliche Unterstützung. Johannes war auf sich allein gestellt. Als er in der siebten Klasse sitzen zu bleiben drohte, reagierte seine Mutter mit einem ungewöhnlichen Schritt: Sie wartete das Zeugnis gar nicht erst ab, sondern meldete Johannes gleich auf einer Realschule an.</p>
<p><strong>Eine kluge Entscheidung,</strong> wie sich herausgestellt hat. Johannes zog die Realschule mit Selbstbewusstsein durch und begann nach einer tollen mittleren Reife eine Ausbildung bei der Sparkasse. Mittlerweile steht Azubi Johannes hinter dem Schalter und lernt auf Anregung und mit Unterstützung seines Arbeitgebers trotzdem fürs Abitur. So besucht er neben der Berufsschule auch noch regelmäßig eine Fachoberschule. „Läuft bei mir“, sagt der mittlerweile 18-Jährige grinsend. Auch die Eltern von Johannes sind glücklich. Kein Wunder. Johannes hat spätestens um halb acht Uhr seine Krawatte gebunden, verdient eigenes Geld, und Pläne für seine Zukunft hat er obendrein: „In fünf Jahren arbeite ich entweder als Bankkaufmann, studiere oder mache beides zur gleichen Zeit.“</p>
<p>Gute Realschüler, das spricht sich allmählich herum, können alles erreichen. Wenn sie denn wollen. Aber gilt das auch für Hauptschüler? Telefonat mit Thomas Behm, Vertrauenslehrer an der Jörg-Lederer-Mittelschule in Kaufbeuren. Behm gehört zu den Unermüdlichen, Engagierten, zu denen, die ihren Job lieben. Es wird ein sehr langes Gespräch.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Unsere Schüler gehören zu den Stützen der Gesellschaft<cite class=""><strong>Thomas Behm,</strong> Mittelschullehrer</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left"><strong>Der Lehrer schwärmt</strong> von seinen Schülern. Nette, höfliche, fleißige und lustige Kinder seien das, die es alles andere als leicht hätten. Manche bräuchten Jahre, um sich selbst endlich nicht mehr als Loser zu sehen. „Die Gesellschaft vermittelt den Familien, dass alle Schülerinnen und Schüler auf eine höhere Schule gehen müssen. Wer den Sprung nicht schafft, der hat versagt und aus dem kann und wird im Leben nichts mehr werden.“ Selbstverständlich braucht jedes Land Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure sowie Bürokräfte, Laboranten und Industriemechaniker. Doch wer baut Häuser und Autos, produziert Lebensmittel, verkauft Kleidung, wer backt, wer schlachtet, wer frisiert? „All das machen unsere ehemaligen Schüler“, sagt Behm, „sie zählen zu den Stützen der Gesellschaft.“</p>
<p>Mag alles sein, aber sie werden wohl eher wenig verdienen. „Ach was“, sagt Behm, „unsere Ehemaligen haben teilweise bereits Meister- oder Technikerstellen in einem Alter, in dem ein früherer Gymnasiast nach dem Studium gerade erst mit seiner Berufstätigkeit und mit dem Geldverdienen beginnt.“ Auf das Lebensgehalt gerechnet, so ist Behm überzeugt, verdienten fleißige Absolventen der Hauptschule oft nicht weniger als so mancher Studierter, der sich jahrelang von Praktikum zu Praktikum hangelt, um dann womöglich einen Job zu ergattern, für den er eigentlich überqualifiziert ist.</p>
<h4>Akademiker verdienen viel mehr als andere? Auch das ist ein Mythos</h4>
<p>Dass sich Bildung finanziell unbedingt auszahlt, ist auch nur ein Mythos. Eine Studie des <a href="https://www.iaw.edu/aktuelle-meldungen-detail/lebenseinkommen-von-berufsausbildung-und-hochschulstudium-im-vergleich.html" target="_blank" rel="noopener">Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW)</a> zeigt, dass Menschen mit einer Ausbildung und Meister- oder Technikerabschluss am Ende ihres Erwerbslebens insgesamt fast genauso viel Geld verdient haben wie Menschen mit akademischem Abschluss. Gerade in den ersten beiden Berufsjahrzehnten, wenn viele eine Familie gründen, verdienen sie oft sogar mehr. Auch arbeiten Akademikerinnen häufig weit mehr Stunden, als es in den Arbeitsverträgen vereinbart ist. Zum akademischen Prekariat gehören mittlerweile übrigens nicht nur Medienschaffende, Theaterwissenschaftler oder Architekten, sondern auch Universitätsmitarbeiter.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Der Mensch beginnt nicht erst mit Abitur oder Bachelor<cite class=""><strong>Josef Kraus,</strong> ehemaliger Präsident des dt. Lehrerverbands</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Dass überdies viele Absolventen von geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen unterhalb ihres formalen Niveaus beschäftigt oder arbeitslos sind, merkt Josef Kraus an. Der ehemalige Präsident des deutschen Lehrerinnen- und Lehrerverbands wird auch deshalb nicht müde, vor dem „grassierenden Akademisierungswahn“ zu warnen. Außerdem: „Der Mensch beginnt nicht erst mit Abitur oder Bachelor“, schreibt er in einer Mail. Die Auffassungen von OECD, der Bertelsmann Stiftung und anderer Bildungsexperten, die für Deutschland mehr Abiturienten und Akademiker fordern, nennt der Deutschlehrer schlichtweg „Quatsch“.</p>
<p><strong>„Das ist alles Propaganda“,</strong> meint der Bildungsexperte. Tragende Säule der deutschen Wirtschaft und des Arbeitsmarkts sei die berufliche Bildung. Und haben nicht Deutschland, Österreich und die Schweiz die niedrigsten Akademikerquoten, aber auch die niedrigsten Quoten an arbeitslosen Jugendlichen sowie die besten Wirtschaftsdaten? Eben! „Der hoch gerühmte PISA-Sieger Finnland“, sagt Kraus, „hat dagegen 22 Prozent arbeitslose Jugendliche!“</p>
<h4>Azubis sind gefragt wie nie</h4>
<p>Und in Deutschland? Rund 40 000 offene Ausbildungsplätze sind auf der bundesweiten Online-Lehrstellenbörse (<a href="http://www.ihk-lehrstellenboerse.de" target="_blank" rel="noopener">www.ihk-lehrstellenboerse.de</a>) Anfang Mai zu finden. Allerdings: Viele Angebote lassen Hauptschüler außen vor. Gesucht werden Auszubildende als Sattler oder Polsterer mit Schulabschlüssen wie „mittlerer Reife oder vergleichbar“. Unter den ersten zehn Lehrstellenangeboten als Koch verlangen immerhin vier Stellenausschreiber einen Realschulabschluss.</p>
<p><strong>Dazu passen folgende</strong> Nachrichten: Während sich im Jahr 2000 noch etwa gleich viele jungen Menschen für eine Ausbildung wie für ein Studium entschieden haben, gehen heute mehr als doppelt so viele zur Uni. Gleichzeitig schrumpft die Zahl der Hauptschüler. Nur noch 16 Prozent aller Schüler eines Jahrgangs verlassen die Schule mit dem Hauptschulabschluss. Die Jugend strebt klar nach höheren Bildungsabschlüssen. Kein Wunder. Von überall schallt die Botschaft: unbedingt mithalten! Wenn schon nicht Gymnasium, dann mindestens Realschule!</p>
<figure style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2016/04/2016-07_Gymnasium-FamilieSchmidt.jpg" rel="attachment wp-att-32434"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2016/04/2016-07_Gymnasium-FamilieSchmidt-300x261.jpg" alt="2016-07_Gymnasium-FamilieSchmidt" width="300" height="261" /></a><figcaption class="wp-caption-text"><strong>Lebensfreude statt Schulstress:</strong> Familie Schmidt traut den Kindern auch ohne Gymnasium zu, später erfolgreich zu sein</figcaption></figure>
<p>„So haben wir auch mal gedacht“, sagt Natalia Schmidt aus Haar bei München. Heute ist die Büromanagerin froh, dass Sohn Lasse eine Mittelschule (so der offizielle Name der Hauptschulen in Bayern) besucht. In der Klasse des 15-Jährigen sitzen nur noch 14 andere Schüler, die IT-Ausstattung der Schule lässt kaum Wünsche offen, die Lehrer sind überaus engagiert. Lasse macht dieses Jahr den Quali und nächstes Jahr die mittlere Reife. Nach der Grundschule war Lasse zunächst auf der Realschule, aber richtig wohlgefühlt hat er sich dort nicht. „Man unterschätzt gern, was auf der Realschule verlangt wird“, sagt Natalia Schmidt. Die schnellen Erfolge auf der Mittelschule dagegen haben Lasse richtig gutgetan. Seine Eltern sind stolz darauf, wie souverän und selbstständig er seine Angelegenheiten mittlerweile regelt. Angst um Lasses Zukunft haben die Schmidts auch deshalb nicht, weil sie von den Chancen einer beruflichen Ausbildung überzeugt sind.</p>
<p>Lasses Schwester Maja besucht übrigens die Realschule. Die Zwölfjährige hatte in der vierten Klasse einen sehr anspruchsvollen Lehrer und verfehlte die Erlaubnis fürs Gymnasium wegen einer Drei in Heimat- und Sachkunde nur ganz knapp. Geärgert haben sich die Schmidts darüber aber nicht. Sie sind dem Lehrer letztlich sogar dankbar. „Bei uns beeinträchtigen die Themen Lernen und Schule das Familienleben jedenfalls nicht“, lacht Natalia Schmidt, „wir sind sehr glücklich ohne Gymnasium.“</p>
<h5>Gehe nicht über Los … Studieren ohne Abitur</h5>
<ul>
<li>Interessenten müssen ein bestimmtes Mindestalter haben (in der Regel 25 Jahre) und einen Einstufungstest ablegen. Für diesen Test muss ein Schulabschluss der Sekundarstufe I, eine<br />
abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens fünfjährige berufliche Tätigkeit nachgewiesen werden.</li>
<li>Wer bereits die Meisterprüfung geschafft hat, kann eine fachrichtungsbezogene Eignungsprüfung durchlaufen, bei der einige für das geplante Studium relevante Kenntnisse abgefragt werden.</li>
<li>GRUNDSÄTZLICH: Die Möglichkeiten variieren je nach Bundesland. Als besonders liberal gelten<br />
Brandenburg und Hamburg. So benötigen Studenten in Brandenburg eine abgeschlossene Ausbildung und lediglich zwei Jahre Berufserfahrung. Studiengänge, die man in Hamburg ohne Abi studieren kann, sind neben dem Bachelor of Arts (B.A.) beispielsweise: Europäische BWL, Diplom-Kaufmann/Diplom-Kauffrau – Europäische BWL, Bachelor of Laws (LL.B.) – Wirtschaftsrecht, Bachelor of Science (B.Sc.) – Logistikmanagement.</li>
<li>Es gibt auch private Anbieter, bei denen das Ende eines erfolgreichen Studiums mit einem offiziellen Abschluss belohnt wird. Der führende Hochschulverbund für Erst- und Postgraduiertenstudiengänge sowie Weiterbildung neben dem Beruf ist der AKAD.</li>
<li>In künstlerischen Studiengängen entscheidet eine Aufnahmeprüfung über die Zulassung zum Studium, ein Abi ist oft gar nicht erforderlich. So reicht ein Realschulabschluss z. B. an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz für die Diplom-Studiengänge „Freie bildende Kunst“ oder „Gesang“ sowie die Bachelor-Studiengänge Jazz und populäre Musik, Klavier und Orchesterinstrumente, Oper und Konzert.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>&#8222;Glücklich ohne Gymnasium&#8220; – Eine erste Fassung dieses Artikels ist am 6.4.2016 erschienen. Das Datum oben bezieht sich auf die jüngste Aktualisierung.</em></p>
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		<title>Ein Freizeitpark zum Verlieben</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/ein-freizeitpark-zum-verlieben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Mar 2023 20:14:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es war Frühsommer, ein ­sonniger Tag, und unsere Lehrkräfte hatten uns für den Abschluss-Wandertag der sechsten Klasse das aller­beste Ziel genehmigt: einen Freizeitpark! Schon Wochen vorher hatten wir Jungs uns gefreut – auf Kirmes ohne Geldzählen, auf die coolsten Fahrgeschäfte, auf Disko-Raupe, Wasserrutsche und Achterbahn [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war Frühsommer, ein ­sonniger Tag, und unsere Lehrkräfte hatten uns für den Abschluss-Wandertag der sechsten Klasse das aller­beste Ziel genehmigt: einen Freizeitpark! Schon Wochen vorher hatten wir Jungs uns gefreut – auf Kirmes ohne Geldzählen, auf die coolsten Fahrgeschäfte, auf Disko-Raupe, Wasserrutsche und Achterbahn in Dauerschleife. Je wilder, umso besser. Aber wegen Steffi erinnere ich mich heute vor allem an das Kettenkarussell. Dazu später mehr.</p>
<p>Freizeitparks sind für Kinder Sehnsuchtsorte, damals genauso wie ­heute. Auf das Volksfest im Ort muss man ein Jahr lang warten, und dann reicht das Kirmesgeld nur ein paar Fahrten lang. Danach gibt es vielleicht noch Zuckerwatte, aber mehr auch nicht, denn „zu Abend gegessen wird daheim“, sagt Mama. Viel besser im Park: Da muss man die Kosten pro Karussell endlich mal nicht kalkulieren, sondern kann einfach „noch maaaal!“ rufen und wieder zum Einlass sprinten. Danach Pommes oder Pizza, dann ins ­nächste Fahrgeschäft, vielleicht noch eine Show dazwischen – wundervoll.</p>
<h4>Freizeitparks  sind heute wichtige Kurzurlaubziele</h4>
<p>Zumal inzwischen die meisten Funparks weit mehr sind als eine Flat­rate-Kirmes. Mit ihren Hotels, Ferienparks und Campingplätzen sind sie ein wichtiges Kurzurlaubsziel geworden, an dem Familien ganze Wochen­enden – gern auch verlängerte – verbringen. Die Parks geben sich dabei Mühe, schon die Übernachtung zum Erlebnis zu machen: Im Legoland Deutschland zum Beispiel können Familien in einer Lego-Burg wohnen, im <a href="https://www.heide-park.de/" target="_blank" rel="noopener">Heide Park Soltau</a> schläft man auf Wunsch im historischen VW Bulli T2, und das niederländische Efteling vermietet idyllische Holzhäuser direkt am See.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Plötzlich waren die Mädchen keine Außerirdischen mehr</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Übernachten im Freizeitpark! Das wäre natürlich der Hammer gewesen damals. Aber eine Klassenfahrt mit Übernachtung hatten wir nur in der Fünften Jahrgangsstufe, zum Kennenlernen, und da hielten wir <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/jungs-mutter-warum-soehne-wundervoll-sind/">Jungs</a> und die <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/maedchen-mama-warum-toechter-wundervoll-sind/">Mädchen</a> uns noch streng getrennt. Jetzt blieb uns zum Abschluss nur dieser eine Tag, denn nach den Sommer­ferien wurden die Klassen neu zusammengesetzt. Vielleicht war es diese melancholische Abschiedsstimmung, in der die Mädchen plötzlich nicht mehr wie Außerirdische auf meine Kumpels und mich wirkten. Jedenfalls liefen wir bald als gemischte Gruppe durch den Park, je ein halbes Dutzend Schülerinnen und Schüler.</p>
<h4>Funparks überbieten sich heute mit Superlativen</h4>
<p>Das „Traumland“ der 1980er-Jahre, das wir also durchstreiften, hatte wenig Ähnlichkeit mit dem, was jetzt an seiner Stelle steht. Das längst erheblich erweiterte Gelände in Kirchhellen, einem Stadtteil von Bottrop, beherbergt heute den <a href="https://www.movieparkgermany.de/" target="_blank" rel="noopener">Movie Park</a>, in dem etliche Achterbahnen, ein Free-Fall-Tower, diverse Über-Kopf-Schleudern und ­andere Attraktionen die Leute zum Kreischen bringen. Viele Funparks überbieten sich mit Superlativen: Im <a href="https://www.phantasialand.de/de/" target="_blank" rel="noopener">Phantasialand Brühl</a> steht der schnellste Multi-Launch-Coaster der Welt, im <a href="https://www.hansapark.de/" target="_blank" rel="noopener">Hansa-Park Sierksdorf</a> der höchste Freifallturm Europas, und im ­<a href="https://www.europapark.de/de" target="_blank" rel="noopener">Europa-Park Rust</a> beschleunigt einen der „Silver Star“ mit bis zu 4 g auf maximal 130 km/h.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Würden wir uns heute aus den Augen verlieren?</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Vielleicht wäre in so einem Park ­alles anders gelaufen. Wir Jungs hätten uns bei einer Achterbahn nach der anderen angestellt, den Mädchen wäre das alles zu wild gewesen, und wir hätten uns aus dem Blick verloren. Doch damals ging es in Kirchhellen noch ruhig zu. Man merkte dem „Traumland“ an, dass es – wie übrigens viele Freizeitparks in Deutschland– einst ein Märchenwald gewesen war, in den man nach und nach Schaustellergeschäfte eingebaut hatte. Da bekam die Disko-Raupe einfach ein lustiges Gesicht, und dann passte das schon zu den Märchen.</p>
<p>Das sieht heute anders aus. Der erwähnte niederländische Park <a href="https://www.efteling.com/de" target="_blank" rel="noopener">Efteling</a>, einer der größten Europas, ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Freizeitparks zu sorgsam komponierten Traumwelten entwickelt haben. Efteling ist als Märchenwelt konzipiert, hier schweben Kinder in „Droomvlucht“ durch eine bezaubernde Welt der Elfen und Trolle, stehen staunend vor dem sprechenden Märchenbaum oder sehen Rittern und Monstern bei der Parkshow „Raveleijn“ beim Kämpfen zu. Waghalsigere gehen an Bord des geheimnisvollen Geisterschiffs „De Vliegende Hollander“ oder stürzen senkrecht in die Tiefe des Minenschachts im „Baron 1898“.</p>
<h4>Starke Marken ziehen – auch im Freizeitpark</h4>
<p>Andere Parks nutzen Marken und Produkte, die den Menschen schon von anderer Stelle bekannt sind. Im Movie Park sind das Kinofilme, im Disneyland Paris die Figuren des Namensgebers. Auch im <a href="https://www.legoland.de" target="_blank" rel="noopener">Legoland Deutschland</a> im schwäbischen Günzburg liegt das Thema schon im Namen: Vertraute Marken wie „Lego City“ oder „Ninjago“ stehen hier für Attraktionen, die Kinder ­sausen, wirbeln, lachen lassen. Und im Eingangsbereich faszinieren die maßstabsgetreuen Modelle weltberühmter Bauwerke aus den kleinen, bunten Steinen immer noch jedes Kind.</p>
<p>Ähnlich im <a href="https://www.playmobil-funpark.de/" target="_blank" rel="noopener">Playmobil Funpark</a> in Zirndorf bei Nürnberg: Hier fühlen sich die kleinen Fans, als wären sie selbst zur Playmobil-Figur geschrumpft und würden auf Traktoren fahren, über den See paddeln, eine Burg ­verteidigen oder im Sand nach Schätzen suchen. Die Marke gibt hier auch die Zielgruppe vor: Wie das Spielzeug richtet sich auch der Park an jüngere Besucher. Entsprechend geht es in Zirndorf weniger um rasanten Fahrspaß als um Klettern, ­Toben und Träumen.</p>
<p>Und auch das <a href="https://www.spieleland.de/de/start/index.html" target="_blank" rel="noopener">Ravensburger Spieleland</a> hat Familien mit jüngeren Gästen im Blick: Der Freizeitpark am Bodensee will seine Gäste zum Mitmachen und spielerischen Dazulernen anregen. So können sie in der „SchokoWerkstatt“ ihre eigene Lieblingsschokolade herstellen, in der „MobileKids-Verkehrsschule“ Auto fahren oder in der Zirkusschule Jonglieren lernen. Aber Fahrspaß gibt es natürlich auch, etwa in der „Kakerlakak-Riesen-Schaukel“, auf dem Tierkarussell mit Schwein, Gans &amp; Co. oder beim Alpin-Rafting im Rundboot. Mehr als 70 Attraktionen verspricht das Spieleland.</p>
<h4>Ein Tag reicht heute nicht für alle Attraktionen</h4>
<p>Wenn man sich so einen modernen Funpark-Plan ansieht, kann einem auch ohne Karussell schwindelig werden. Kein Wunder, dass man mehr als einen Tag braucht, um sich alles einmal anzusehen. Für uns damals war auch die etwas zusammengeschusterte Märchen-Rasselachterbahn-Kettenkarussell-Welt großartig, jedenfalls um Längen besser als die Kirmes in unserem Dorf. Anders als geplant verbrachte ich auch weniger Zeit in der Achterbahn und dafür erstaunlich viel an den altmodischen Märchenständen – und eben in dem Kettenkarussell.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Wir Jungs entdeckten den Spaß ohne Action</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Nach und nach war unsere Gruppe kleiner geworden. Die einen wollten dann doch mehr Action, die anderen blieben beim Pommesessen länger sitzen. Schließlich waren wir nur noch zu viert: Ich lief neben Steffi, mein Freund neben ihrer Freundin. Die Mädels bestimmten den Kurs. Wir Jungs entdeckten, dass man auch in den harmlosen Fahrgeschäften Spaß haben konnte.</p>
<p>Im Kettenkarussell saßen wir, bis der Park schloss. Dort war es lustig, nach den anderen Sitzen zu greifen, sich gegenseitig zu sich zu ziehen und wegzustoßen. Irgendwann fanden Steffi und ich es praktisch, uns gleich an der Hand zu halten. Und das haben wir dann öfter gemacht. Nicht nur im Freizeitpark …</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><em>&#8222;Ein Freizeitpark zum Verlieben&#8220; – Foto: <a href="https://unsplash.com/de/@scottwebb">Scott Webb</a> auf Unsplash</em></li>
</ul>
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		<title>Raus aus dem Eltern-Burn-out</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/raus-aus-dem-eltern-burn-out/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Nov 2022 15:07:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eva Westermüller erinnert sich genau, wie es ihr damals ging. „Es war wie eine Schock­starre“, sagt sie. Sie war Anfang 30 und lag nur noch auf der Couch oder saß am Computer. „Ich habe gemerkt, dass ich mich nicht mehr so, wie ich es wollte, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eva Westermüller erinnert sich genau, wie es ihr damals ging. „Es war wie eine Schock­starre“, sagt sie. Sie war Anfang 30 und lag nur noch auf der Couch oder saß am Computer. „Ich habe gemerkt, dass ich mich nicht mehr so, wie ich es wollte, um ­meinen Sohn kümmern konnte, weil ich total neben mir stand.“ Eva Westermüller, die in Wahrheit anders heißt, wurde immer gereizter, traf keine Freunde mehr, überschüttete sich mit Selbstvorwürfen. Denn wie sie lebte und sich ­ihrem Kind gegenüber verhielt, entsprach überhaupt nicht dem, wie sie sich ihr Muttersein eigentlich vorgestellt hatte. „Ich habe mich selbst irgendwann vermisst, wie ich einmal war“, sagt sie, „und gemerkt, dass der Weg so für mich und für uns alle ins Leere führt.“ Eva Westermüller konnte nicht mehr. Die Dia­gnose: Eltern-Burn-out.</p>
<p>Ein Begriff, der eher als Manager-Krankheit bekannt geworden ist, erreicht seit einigen Jahren immer mehr Eltern. Dabei wird der Burn-Out als eigene Krankheit im internationalen Diagnose-Katalog der Ärzte gar nicht geführt, sondern das Syndrom zählt dort zu den „Problemen mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“. Burn-out meint einen Zustand tiefer körperlicher und emotionaler Erschöpfung. Die Betroffenen fühlen sich leer und ausgebrannt, sind gleichgültig und antriebslos, leiden an Angst und depressiven Phasen. Unter den typischen Beschwerden, die mit den psychischen Problemen einhergehen, sind Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Essstörungen.</p>
<h4>Die Zahl der Betroffenen mit Eltern-Burn-Out ist rasant gestiegen</h4>
<p>Die Zahl der Mütter mit Erschöpfungszuständen bis hin zum Eltern-Burn-out ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. „2003 haben knapp 50 Prozent der Mütter, die an einer Kurmaßnahme in unseren Kliniken teilgenommen haben, daran gelitten, 2016 waren es schon mehr als 87 Prozent“, erklärt Anne Schilling, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Stiftung <a href="https://www.muettergenesungswerk.de/" target="_blank" rel="noopener">Müttergenesungswerk</a>. Etwa 47 000 Frauen und 2 100 Männer haben im Jahr 2019, dem letzten vor der Corona-Pandemie, an einer Kurmaßnahme der Stiftung teilgenommen. Seitdem sind die Belegungszahlen coronabedingt deutlich gesunken – obwohl der Bedarf aufgrund der zusätzlichen Belastung der Eltern sogar zugenommen haben dürfte. Das Müttergenesungswerk geht von mehr als zwei Millionen kurbedürftigen Müttern und rund einer Viertelmillion Vätern mit Kurbedarf in Deutschland aus.</p>

<p>Bei Eva Westermüller hatten extrem schwierige Rahmenbedingungen mit dazu geführt, dass sie körperlich und psychisch zusammenbrach: eine chronische Erkrankung. Eine Fehlgeburt. Dann eine zweite Schwangerschaft und wenige Tage nach der Geburt ihres Sohnes im Sommer 2015 eine ­lebensbedrohliche Hirnblutung. Das erste Jahr mit dem Kind war geprägt von Arztbesuchen und Therapieterminen. Je mehr sie darüber nachdachte, was alles hätte passieren können und noch passieren könnte, desto stärker wurden ihre Ängste. Hinzu kam eine angespannte finanzielle Situation. Ein Gespräch mit ihrer Hausärztin führte schließlich dazu, dass alles aus der jungen Mutter herausbrach. Und sie einsah: Es geht nicht mehr.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Untersuchungen zeigen: Es kann jeden treffen</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Nicht immer sind es besondere Vorfälle oder ungünstige Rahmenbedingungen, die zu einem Burn-out führen. Untersuchungen zeigen: Es kann jeden treffen. Die Wahrscheinlichkeit, als Mutter oder Vater ein Eltern-Burn-out zu bekommen, hängt weder von der Familienkonstellation noch vom Einkommen ab. Auch Sondersituationen wie eine Krankheit von Eltern oder Kind, ein Todesfall, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Trennung können ein Burn-out zwar begünstigen, der alleinige Grund sind sie aber nicht. Und umgekehrt gilt: Nicht jede auch noch so schwere Situation löst automatisch ein Burn-out aus. Dafür sind viele unterschied­liche Faktoren verantwortlich.</p>
<h4>Frauen müssen jetzt noch mehr schaffen – und dabei noch toll aussehen</h4>
<p>Die Hauptursache für die zunehmende Überforderung von Müttern sieht Anne Schilling darin, dass die Frauen heute mit einer enormen Fülle von Anforderungen konfrontiert sind. „Die Gesellschaft hat sich rasant gewandelt in den vergangenen Jahrzehnten, aber die Rollenbilder und die Rollenverteilung haben nicht ganz Schritt gehalten“, so Schilling. „Von Frauen wird erwartet, dass sie gut aussehen, <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/wiedereinstieg-in-den-beruf-mama-wills-wieder-wissen/">einen tollen Beruf haben,</a> wahnsinnig engagiert sind, sich um die Pflegebedürftigen in der Familie kümmern, um die Kinder, um die gesamte Organisation der Familie und dazu auch noch die Hausarbeit machen“, erklärt sie. „Sie wollen eine gute Mutter sein, es allen recht machen. Aber dabei verlieren sie sich manchmal.“ Vätern fiele es aufgrund des in der Gesellschaft verbreiteten Rollenbilds leichter, sich zu distanzieren. Aber auch sie litten unter Zeitdruck, hätten Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Trotzdem ist Eltern-Burn-Out bislang vor allem eine Mütter-Krankheit. Auch die Möglichkeit, eine Kur zu machen, nehmen allerdings bisher nur wenige Väter wahr.</p>

<p>&nbsp;</p>
<p>Einer, der es getan hat, ist Volker Schulze. Mit Mitte 40 hat er eine Vater-Kind-Kur mit seinem zwölfjährigen Sohn unternommen. „Es war fantastisch!“, schwärmt er. „Drei Wochen Zeit, und wir mussten uns nur um uns kümmern.“ Das Haus sei eine richtige „Wohlfühloase“ gewesen. Die Mitarbeiter, das Essen, die Kinderbetreuung, die Therapieangebote. „Die ersten fünf Tage musste ich mich andauernd kneifen und fragen: Wie kann das sein?“, erzählt er.</p>
<p>Der gelernte Tischler aus dem sächsischen Bad Lausick hatte die Kur Anfang des Jahres beantragt, weil er gemerkt hatte, dass er dringend etwas ändern musste. „Ich bin schon ausgebrannt in die Arbeit gekommen, hatte immer den Kopf voll, konnte keinen Abstand mehr gewinnen“, erzählt er. Er habe schlecht geschlafen, sei nachts durchs Haus gelaufen. Mehrmals sei er mitten in der Nacht in die Firma gefahren, um etwas fertig zu machen. Auch seine Kinder – neben dem Sohn hat er noch eine damals 19 Jahre alte Tochter – und seine Frau hätten die Daueranspannung zu spüren bekommen. „Man kommt heim, man beschwert sich, man schimpft über ­alles“, sagt Schulze. Und gibt zu: „Ohne den Druck von meiner Frau hätte ich die Kur wahrscheinlich nicht gemacht.“ Ohnehin täten Männer sich schwerer mit solchen Angeboten. Den Gedanken, überfordert zu sein, ließen sie erst gar nicht zu.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Wenn du nicht glücklich bist, kann das auch keiner in deinem Umfeld sein<cite class="">Volker Schulze hat eine Papa-Kind-Kur gemacht<br />
</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Künftig will Schulze sich mehr Ruhe gönnen, am Wochenende beispielsweise mal sitzen ­bleiben und nicht gleich nach dem Kaffee wieder aufspringen. Nach Dienstschluss wird er sein ­Handy ausschalten. Und auch bei seinen zahl­reichen ­Ehrenämtern möchte er kürzertreten. Und weiterhin üben, auch mal Nein zu sagen, wenn jemand ihn um etwas bittet.<br />
Eva Westermüller würde allen Müttern und Vätern, die sich überfordert fühlen, raten, um Hilfe zu bitten. Bei der Familie, bei Freunden, bei Beratungsstellen, bei Institutionen und Therapeuten. „Ich habe den Fehler gemacht, dass ich gedacht habe, ich schaff das schon“, sagt sie. „Aber der Schuss geht nach hinten los. Wenn du nicht glücklich bist, kann das auch keiner in deinem Umfeld sein. Ich würde das immer wieder machen. Aber ich würde es früher machen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>&#8222;Raus aus dem Eltern-Burn-Out&#8220; – Foto: <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/portraet-eines-suessen-kaukasischen-bruenetten-lesbischen-paares-das-sich-auf-dem-feld-mit-wilden-lupinen-umarmt_17294337.htm" target="_blank" rel="noopener">freepic.diller</a>/Freepik</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Müde Eltern: Ist der Teenie endlich im Bett?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 12:05:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Samstagabend: Ich liege – gequetscht – neben meiner Teenagertochter in der Sofa­ecke. Alle zwei Sekunden richtet sie ihr Kissen, schmeißt die Haare hin und her und wischt auf ihrem Smartphone rum. Zwischendurch blickt sie kurz auf und nörgelt über das laufende Fernsehprogramm. Öde! Wen interessiert [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Samstagabend: Ich liege – gequetscht – neben meiner Teenagertochter in der Sofa­ecke. Alle zwei Sekunden richtet sie ihr Kissen, schmeißt die Haare hin und her und wischt auf ihrem Smartphone rum. Zwischendurch blickt sie kurz auf und nörgelt über das laufende Fernsehprogramm. Öde! Wen interessiert die blöde Doku über die Ostfriesischen Inseln?</p>
<p>Einen halben Meter weiter belagert meine Jüngste meinen Mann und lässt sich von ihm den Rücken kraulen. Früher saß ich an ihrer Stelle und wurde von meinem Mann verwöhnt, und niemand saß nervös zuckend neben mir. Zwischen meinem Mann und mir gab es auch nie Diskussionen über das Fernsehprogramm.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Früher war um 20.15 Uhr Feierabend. Und heute?</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Es gab sie, die Zeiten, in denen wir abends den Feier­abend und Zeit zu zweit genießen konnten. Bei dem ­einen oder anderen Glas Wein flammte dabei sogar so etwas wie Romantik auf. Es waren die Zeiten, in denen meine Tochter nach dem Sandmännchen, im Schlafanzug und mit geputzten Zähnen, <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/maedchen-mama-warum-toechter-wundervoll-sind/" target="_blank" rel="noopener">eine letzte Sendung im Kika anschauen durfte,</a> „Wickie“ oder „Yakari“, was auch immer aktuell lief. Danach brachte ich sie ins Bett und las ihr noch eine halbe Stunde vor. Pünktlich zum 20.15-Uhr-Film fand mein Feierabend auf dem Sofa statt. Gelegentlich hörten wir sie in ihrem Zimmer rumkramen und heimlich die Nachttischlampe anknipsen, aber spätestens wenn wir ins Bett gingen, schlief sie friedlich.</p>
<h4>Vom Kleinkind bis zum Teenie: alle Kinder haben müde Eltern</h4>
<p>Heute verzieht sich meine Vierzehnjährige abends höchstens in ihr Zimmer, was nicht mit Schlafen­gehen gleichzusetzen ist. Sie muss noch an ihrem Referat ­arbeiten, das Geschichtsbuch suchen oder den Kleiderschrank für den nächsten Morgen von links auf rechts drehen. Endlich im Bett, wälzt sie sich lautstark hin und her, stattet der Toilette x-mal einen Besuch ab, holt sich noch schnell ein Glas Wasser aus der Küche und lässt Hör­bücher in Endlosschleife laufen, weil sie nicht schlafen kann und wir es offenbar auch nicht sollen.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Zweisamkeit? Wer wird schon gern von der Teenie-Tochter erwischt &#8230;</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Die Wände unseres Altbauhauses sind dünn, ihr Zimmer grenzt direkt an unser Schlafzimmer. Das hält uns Eltern nicht nur müde, sondern zuweilen auch von Zweisamkeiten ab. „Sie ist noch wach.“„Glaub ich nicht.“„Doch klar, ich höre doch, wie sie die ­Leselampe an- und ausknipst.“ Wer will schon gern von der eigenen Tochter erwischt werden? <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/ich-bin-aber-noch-nicht-muede-jugendliche/" target="_blank" rel="noopener">Wochentags kommt sie dann kaum aus dem Bett.</a></p>
<p>Eric Malpass behauptete 1967 in ­seinem gleichnamig erschienenen Buch „morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“, aber auf uns trifft diese Aussage definitiv nicht zu! Morgens um sieben ist bei uns nämlich noch gar nichts in Ordnung! An manchen Tagen wirft meine Tochter morgens, mit der Zahnbürste im Mund, innerhalb von sieben Minuten ihre Klamotten über und läuft anschließend laut fluchend und schlecht gelaunt aus dem Haus.</p>
<h4>Mit kleinen Kinder gibt es weniger Schlaf. Aber mehr Privatsphäre</h4>
<p>Um die stressige Schulwoche auszugleichen, muss sie am Wochenende erst einmal ausgiebig ausschlafen, gern bis mittags. Den Traum von fröhlichen, mit dem Geschirr klappernden Kindern, die eigenständig beim Bäcker Brötchen holen und das Sonntagsfrühstück vorbereiten, haben wir schon lange aufgegeben. Genauso wie die Illusion, morgens als Paar das nachzuholen, was abends nicht möglich war. Es gibt noch ein zweites Kind im Haus, und das schläft gewöhnlich nicht ganz so lang wie die große Schwester. Das alles erzähle ich meiner Freundin bei einem Glas Hugo. „Als die Kinder kleiner waren, war es einfacher. Jetzt haben wir keine Privatsphäre mehr.“</p>
<p>Meine Freundin, deren Töchter ein paar Jahre älter sind als meine, bekundet so überhaupt kein Mitleid mit mir: „Du kannst froh sein, wenn du weißt, dass deine Mädchen mit ihrem Hintern im Bett liegen. Wenn die in ein paar Jahren auf Tour gehen, wirst du überhaupt keinen Schlaf mehr finden. Dann liegst du die ­ganze Nacht wach, starrst dein Handy an und hoffst, dass sich endlich das Schloss in der Haustür umdreht. Oder du spielst nachts Taxi und gurkst durch die ­halbe City, um sie irgendwo aufzugabeln.“ Und dann erhalte ich einen Vorgeschmack auf das, was wahrscheinlich in wenigen Jahren auf mich zukommen wird. Sie ­erzählt von leeren Handy-Akkus, verpassten Bahnen, vergessener Zeit und dem Kopfkino, das dann unweigerlich in einem Mutterkopf abläuft. Nein, es wird ­tatsächlich nicht besser!</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Kinder haben serienmäßig eine Schlafstörungsfunktion</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Wenn man ehrlich ist, war es das auch nie! Kinder kommen schon serienmäßig mit einer Schlaf­störungsfunktion ausgestattet auf die Welt. Meist aktiviert sich diese Funktion schon während der Schwangerschaft, wenn nächtliches Sodbrennen und permanenter ­Harndrang die Nachtruhe behindern. Sind sie dann auf der Welt, irrt Frau die ersten Monate zombie­mäßig durch den Tag und versucht zwischen Füttern, ­Wickeln, Trösten und wieder Füttern ein paar zusammenhängende Minuten Schlaf einzuschieben. Wer da noch Lust auf erotische Abenteuer verspürt, ist ­dringend preisverdächtig.</p>
<h4>Krank werden Kinder in jedem Alter. Und auch die Älteren möchten angemessen bemuttert werden</h4>
<p>Irgendwann schlafen sie dann aber durch, meine Mädchen sogar ganz vorbildlich. Doch wer früh ins Bett geht und durchschläft, der ist morgens dafür umso ­fitter. Und so hieß es manchmal im Morgengrauen die Beine aus dem Bett schwingen, Frühstück machen und anschließend auf dem Kinderzimmerfußboden zwischen Duplo-Steinen und Stofftieren noch ein wenig weiterschlafen, weil das Töchterchen großen Wert auf Gesellschaft legte. On top kommen die nächtlichen kindlichen Albträume und die gefühlten hundert Infekte im Jahr während der Kleinkind- und Kindergartenzeit. Man steht nachts auf, misst Fieber, wechselt klatschnass geschwitzte Schlafanzüge, schmiert die Kinderbrust mit Erkältungsbalsam ein, hängt feuchte Handtücher im Kinderzimmer auf, um den Husten zu lindern und weil man bei der Nonstop-Bellerei sowieso nicht schlafen kann.</p>
<p>Selbst ältere Schulkinder möchten angemessen bemuttert werden, wenn sie krank sind. Letztes Jahr hat sich meine jüngere Tochter, bevor ich zu einem ­Wochenendtrip aufbrechen wollte, die ganze Nacht übergeben. Zwischen Eimer­halten und Bettenbeziehen war keine einzige volle Stunde Schlaf für mich drin, und so saß ich am nächsten Morgen mit Streichhölzern zwischen den Augenlidern im Zug. Der Beginn eines entspannten Kurzurlaubs sieht anders aus!</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Werde ich die Ruhe überhaupt wollen?</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Ungestörte Abende und Nächte werden wohl wirklich erst dauerhaft wieder möglich werden, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Aber will ich diese Ruhe überhaupt? Ohne das nachts über den Flur gerufene „Mama“. Die Klospülung. Das leise nächtliche Kinderfußgetrappel auf unserem Holzboden. Den warmen kleinen Körper, der sich dann ­unter meine Bettdecke schiebt. Die endlos lange Harry-­Potter-Hörbuch-CD, die die halbe Nacht läuft.</p>
<p>Schlafstörungen gehören zum Elternsein einfach dazu. Schon in der Pharmazie heißt es: keine Wirkung ohne Nebenwirkung. In diesem Falle: kein Kinder­segen ohne Verlust von Zweisamkeit und Schlaf. Gelegentlich, wenn meine Töchter in der Schule sind, kommt mein Mann zum Frühstück nach ­Hause. Und dann ist es völlig egal, wie dünn die Wände in unserem alten Haus sind. Not macht bekanntlich erfinderisch. Auch so ein wahrer Spruch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Müde Eltern: Ist der Teenie endlich im Bett? Foto: <a href="https://unsplash.com/@all_who_wander?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Kinga Cichewicz</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></em></p>
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		<title>7 Gründe, warum man den Schulstart einfach lieben muss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2022 07:27:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein komisches Gefühl ist das am ersten Schultag nach den Ferien. Viele Schülerinnen und Schüler sind trotz des ­ungewohnt frühen ­Weckersrasselns erstaunlich schnell wach. Ist das etwa Aufregung? Nach all den Jahren? In der Schule sind dann tatsächlich alle fröhlich und irgendwie aufgekratzt. Sogar die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein komisches Gefühl ist das am ersten Schultag nach den Ferien. Viele Schülerinnen und Schüler sind trotz des ­ungewohnt frühen ­Weckersrasselns erstaunlich schnell wach. Ist das etwa Aufregung? Nach all den Jahren? In der Schule sind dann tatsächlich alle fröhlich und irgendwie aufgekratzt. Sogar die Lehrkräfte wirken erholt und sind gut drauf. Ist doch ­eigentlich ganz nett – ein kleines Stück erster Schultag, selbst für die „alten Hasen“.</p>
<p>Der Start ins neue Schuljahr ist jedes Mal wieder etwas Besonderes – für Schüler ebenso wie für die Lehrkräfte. Streitigkeiten und Leistungsschwächen des Vorjahrs sind vergessen, fast alle sind bereit, dem Lernen eine neue Chance zu geben. Schließlich gibt es eine ganze Reihe von Gründen, sich auf die Schule zu freuen! Hier zeigen wir sieben davon.</p>
<p>Schüler sollten den Schwung der ersten Schultage nutzen. Nicht an Silvester, jetzt ist die Zeit für gute Vorsätze: „Ich will im Unterricht besser aufpassen!“ Wer sich in den Stunden engagiert, konsequent Grundwissen mitschreibt, Basics wie ­Vokabeln lernen fest im Tag verankert und sich bei Schwierigkeiten rechtzeitig Unterstützung holt, kann sich auf ein erfolgreiches Schuljahr freuen. Außerdem können Kinder und Jugendliche jetzt die Macht des ersten Eindrucks nutzen: Für ein gutes Image müssen sich Schüler zwar erst mal ins Zeug legen. Dann aber arbeitet das gute Image für sie. Das gilt auch und gerade für einen ­Imagewechsel. Also nun: mit Schwung in die Schule starten!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">1. <span style="color: #ff0000;"><strong>Freunde treffen</strong> </span></p>
<p>Klar hätte man sich mit netten Mitschülern auch in den Ferien verabreden können, die eine oder der andere hat das sicher auch geschafft. Aber in vielen Fällen wohnen die Banknachbarn aus der Schule doch ziemlich weit weg. Und wenn nicht, sind sie vielleicht ausgerechnet dann in den Urlaub oder zu den Großeltern gefahren, als man selbst wieder zu Hause war. Zudem sind da ja auch noch die netten Vertreter des anderen Geschlechts, die man sich nicht so richtig anzurufen getraut hat … Jedenfalls sind sie alle jetzt wieder in der Schule, dazu vielleicht sogar ein paar Neue.</p>
<p>So vergehen die ersten Pausen und Freistunden im Nu! Alle haben in den vergangenen sechs Wochen genug erlebt, um damit ein paar gute Gespräche zu füllen. Manche haben sich sogar etwas verändert – äußerlich mit einer neuen Frisur vielleicht, oder auch innerlich, weil sie etwas ganz Besonderes erlebt haben. Apropos Veränderung: Wer seinen Freundeskreis etwas ausweiten möchte, hat jetzt die perfekte Gelegenheit dazu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">2. <span style="color: #ff0000;"><strong>Ende der Langeweile</strong></span></p>
<p>Mal ehrlich: Manchmal wusste man in den letzten sechs Wochen nicht so richtig, was man machen sollte. Natürlich wünscht sich niemand den Hausaufgabenstress zurück, aber so ein bisschen Struktur tut doch wieder gut – oder?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">3. <span style="color: #ff0000;"><strong>Image erneuern</strong></span></p>
<p>Ein cooler Stil, neue Klamotten, eine frische Frisur – der Schulstart ist die perfekte Gelegenheit, sein Image aufzupolieren. Das funktioniert natürlich vor allem ­gegenüber denjenigen Mitschülern gut, die man in den Ferien nicht gesehen hat – vielleicht ist ja der heim­liche Schwarm dabei? Vor den Peinlichkeiten des vergan­genen Schuljahrs muss man sich jedenfalls nicht mehr fürchten, die sind vergessen.</p>
<p>Übrigens klappt das mit dem neuen Image auch bei den meisten Lehrkräften. Ein bisschen Höflichkeit zum Schuljahresbeginn, ein paarmal den Finger gehoben im Unterricht, und schon ist man bei vielen Pädagogen in einer anderen Schublade gelandet. Und für neue ­Lehrerinnen und Lehrer gilt ohnehin: <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/effizienter-lernen/">Es gibt keine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck!</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">4. <span style="color: #ff0000;"><strong>Alle starten bei null</strong></span></p>
<p>Ein Schuljahr kann wie ein Radrennen sein: Vorn fährt die Spitzengruppe uneinholbar davon, und wer nicht mit dem Hauptfeld mithalten kann, wird nach hinten durchgereicht. Zum Glück beginnt jetzt eine neue Etappe – Massenstart! Da hat noch keiner einen Vorsprung. Vielleicht klappt es ja dieses Jahr, im Hauptfeld zu bleiben?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">5. <span style="color: #ff0000;"><strong>Wieder ein Jahr älter!</strong></span></p>
<p>Sobald man auf dem Schulgelände wieder neue Kleine trifft, die sich noch gar nicht auskennen, wird klar: Nun ist man wieder eine Jahrgangsstufe aufgestiegen. Das zeigt sich am Respekt der Jüngeren, aber auch an dem der Lehrkräfte. Und vielleicht stehen ja sogar Ereignisse wie eine Stufenparty oder Klassenfahrt an, für die man letztes Jahr noch zu jung war. Das ist dann zwar erst später im Schuljahr, aber man wird sich ja schon einmal freuen dürfen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">6. <span style="color: #ff0000;"><strong>Entspannte Lehrkräfte</strong></span></p>
<p>Sechs Wochen Sommerferien können aus so manchem grantigen Pauker eine braun gebrannte Frohnatur machen. Zumindest für ein, zwei Wochen. Das sollten Schüler jetzt genießen – und ausnutzen! Denn nie stehen die Chancen so gut, sein Image auch nach einem schwierigen Schuljahr bei einer Lehrkraft zu verbessern (siehe Punkt 3). Zum Schulstart geben Pädagogen eigentlich jedem eine neue Chance, das gehört zum ­Berufsethos. Wer jetzt mit etwas mehr sinnvoller Mitarbeit und etwas weniger Störmanövern als letztes Jahr guten Willen zeigt, bekommt ganz sicher etwas zurück.</p>
<p>Was viele leicht übersehen: Nicht nur einzelne Schüler, sondern auch ganze Klassen können einer Lehrerin oder einem Lehrer sehr unterschiedlich sympathisch sein. Deswegen lohnt es sich gerade jetzt zu Schuljahresbeginn, auf eine gute Zusammenarbeit und ein positives Klima innerhalb der Klasse und gegenüber den Lehrkräften zu achten. Bloß kein „Wir gegen die“: Dann klappt das später auch mit der coolen Klassenfahrt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="initial">7. <span style="color: #ff0000;"><strong>Neue Fächer, neuer Stoff</strong></span></p>
<p>Niemand hat ausschließlich Lieblingsfächer, das eine oder andere Thema kann einem schon nach zwei Wochen wieder auf die Nerven gehen. Aber: Ob Deutsch oder Mathe, Chemie oder Erdkunde, jedes Fach hat eine neue Chance verdient. Oft ändert sich der Stoff zwischen den Schuljahren erheblich. Manches, was zuletzt langweilig oder kompliziert schien, kann plötzlich ganz spannend und verständlich sein. Und dann kommen häufig noch neue Fächer hinzu – die sind am Anfang fast immer interessant, und es geht relativ entspannt los.</p>
<p>Aber: Unterschätzen sollte man neuen Lernstoff und neue Fächer keinesfalls – sonst hat man gleich die Grundlagen verpasst (hier sind die gefährlichsten Lernlücken in <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-21-gefaehrlichsten-lernluecken-deutsch-fremdsprachen/">Sprachen</a> sowie <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-21-gefaehrlichsten-lernluecken-teil-2-mathe-und-naturwissenschaften/">Mathe und Naturwissenschaften)</a>. Außerdem reagieren Lehrkräfte später äußerst empfindlich, wenn man „nicht mal die einfachsten Dinge“ mitbekommen hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>7 Gründe, warum man den Schulstart einfach lieben muss – Magazin SCHULE – Foto: Shutterstock</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/7-gruende-warum-man-den-schulstart-einfach-lieben-muss/">7 Gründe, warum man den Schulstart einfach lieben muss</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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		<title>#NoHandyChallenge</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/nohandychallenge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2022 15:14:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[paywall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Auslöser dafür, dass ich zwei Monate ohne Handy leben musste, war ein ­Hackerangriff auf meinen Netzbetreiber. Wegen dieses Angriffs hatte ich keinen Zugang zum Internet. Ich versuchte deshalb, irgendetwas ohne Internet auf meinem Handy zu machen. Dabei kam ich auf die Idee, mir eine [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/nohandychallenge/">#NoHandyChallenge</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Auslöser dafür, dass ich zwei Monate ohne Handy leben musste, war ein ­Hackerangriff auf meinen Netzbetreiber. Wegen dieses Angriffs hatte ich keinen Zugang zum Internet. Ich versuchte deshalb, irgendetwas ohne Internet auf meinem Handy zu machen. Dabei kam ich auf die Idee, mir eine neue PIN zu erstellen. Aber als ich die neue Nummer eingeben wollte, wurde sie nicht akzeptiert. Mein Handy bestrafte mich mit einer fünfminütigen Wartezeit. Das wiederholte sich noch dreimal. Meine Eltern haben mir bei dieser PIN-Katastrophe nicht helfen wollen.</p>
<p>Das und die Tatsache, dass ich keine YouTube-Videos mehr schauen konnte, hat mich so in Rage versetzt, dass ich mein Handy gegen die Wand geworfen habe. Danach war das Gerät kaputt. Auch mein Vater konnte es nicht mehr retten.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Ich war zweifellos besessen von meinem Handy</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">In diesem Moment war ich einfach nur entsetzt. Es kam mir vor, als hätte ich soeben alle YouTuber der Welt, die WhatsApp-Gruppe meiner Fußballmannschaft und das gesamte Internet weggeschmissen. Nach ein paar Stunden wurde mir langsam klar: Ich war zweifellos besessen von meinem Handy.</p>
<p>Das festzustellen war schon erschreckend. Und noch dazu hatte ich kein Geld, um mir ein neues Handy zu kaufen. Meine Eltern machten mir einen Vorschlag: Im Februar verlängert sich der Vertrag meiner Mutter, und sie bekommt ein neues Handy – dann gibt sie mir ihr altes. Bis dahin muss ich ohne auskommen. Zwei Monate ohne Handy! Acht unendlich laaaaaaaange Wochen? Wie sollte ich das bloß aushalten, ohne verrückt zu werden? Kein YouTube, kein WhatsApp, keine Spiele! Entsetzlich!</p>
<p>Da kam meine Mutter auf die Idee, dass ich darüber ­Tagebuch schreiben könnte. Zum Nikolaus hat sie mir eins geschenkt. Da ich ohne Smartphone eh nichts mehr zu tun hatte, beschloss ich, meine Erfahrungen aufzuschreiben. Bis Februar ohne Handy: Damit war meine #NoHandyChallenge geboren.</p>
<h5>Freitag, 2.12.</h5>
<p>In mir tobt es. Ich bin gelangweilt.</p>
<h5>Samstag, 3.12.</h5>
<p>Ich lasse gerade so viel kostbare Zeit ungenutzt verstreichen. Zeit, die mir gefehlt hat, als ich noch das Handy hatte. Das macht mich wütend. Meine Langeweile sorgt dafür, dass ich total genervt bin. Ich könnte die Stunden doch jetzt für etwas Sinnvolles nutzen. Da ich aber so genervt bin, habe ich zu nichts Lust. Das führt dann zu noch mehr Langeweile und das wiederum zu noch mehr Wut. Es ist ein Teufelskreis.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Früher hat mir die Zeit gefehlt. Jetzt ist sie da, aber ich nutze sie nicht</p></blockquote>
<h5>Sonntag, 4.12.</h5>
<p>Die Zeit hat mir früher so gefehlt, und jetzt ist sie da, aber ich nutze sie nicht. Mir wird klar, wie viel ich bis vor Kurzem vor dem Bildschirm gehockt habe.</p>
<h5>Dienstag, 6.12.</h5>
<p>Mein Frust steigert sich immer mehr, und ich hab einfach nur noch Lust, alles kaputt zu treten und zu schlagen. Dann komme ich mir vor wie jemand, der Probleme mit seinen Aggressionen hat. Dabei bin ich doch eigentlich nicht so. Und plötzlich wird aus Wut Verzweiflung.</p>
<h5>Samstag, 10.12.</h5>
<p>Zum Glück habe ich mein E-Book. Ich habe schon 84 Prozent gelesen. Ich werde noch zu einer Leseratte.</p>
<h5>Montag, 12.12.</h5>
<p>Heute nach dem Fußballtraining wollte ich mitgenommen werden, doch es waren schon alle Mitfahrgelegenheiten besetzt. Ich sollte das besser absprechen, wurde mir gesagt. Da ich aber kein Handy habe und somit auch kein WhatsApp, war das schwer. Das Ergebnis war dann ein sehr langer und anstrengender Nachhauseweg mit der Bahn.</p>
<h5>Mittwoch, 14.12.</h5>
<p>Der Kader für das heutige Fußballspiel stand zwar nach dem letzten Training noch nicht fest. Aber da das heute ein Testspiel war und normalerweise bei einem Testspiel jeder spielt, bin ich einfach zum Spiel gegangen. Als ich da war, schaute mich mein Trainer entgeistert an und sagte, dass ich doch wohl wisse, dass ich nicht spiele. Ich sah ihn verdattert an, woraufhin er erklärte, dass er den Kader doch in die WhatsApp-Gruppe geschickt hätte. Ich musste dann trotzdem bis 20 Uhr beim Fußballplatz bleiben, weil mich mein Vater erst später abholte, da ich ihm gesagt hatte, dass ich spiele. Es war saukalt und regnete.</p>
<h5>Freitag, 16.12.</h5>
<p>Ich wollte mich mit meinem Freund treffen. Er wohnt nicht so weit weg von uns, ich brauche nur ungefähr 15 Minuten zu ihm. Da aber leider die Bahn ausgefallen ist, war ich erst ziemlich spät dort. Es war schon fast 18 Uhr, und um 20 Uhr sollte ich zum Abendbrot zu Hause sein. Zum Glück kamen die Eltern meines Freundes auf die Idee, dass ich bei ihm übernachten könne.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>In der Schule habe gefragt, was in der YouTube-Serie passiert ist, aber keiner hatte Bock, mir das zu erzählen</p></blockquote>
<h5>Montag, 19.12.</h5>
<p>Als ich noch ein Handy hatte, habe ich jeden Tag eine Serie auf YouTube geschaut. Diese Serie gucken auch einige meiner Klassenkameraden. In den Pausen haben wir uns dann immer über die letzte Folge unterhalten. Ich habe heute in der Schule gefragt, was passiert ist, aber keiner hatte Bock, mir das zu erzählen. Ich konnte nicht mitreden.</p>
<h5>Donnerstag, 22.12.</h5>
<p>Zum Glück habe ich das E-Book. Ich lese abends immer darin. In der Zeit, in der ich früher YouTube-Videos geschaut habe.</p>
<h5>Samstag, 24.12.</h5>
<p>Es gibt Geschenke. Neben den Torwarthandschuhen freue ich mich über etwas, was mir Papa ausleiht: sein Handy. Ich darf<br />
es bis Februar behalten. Meine #NoHandyChallenge ist damit beendet. Ich habe sie nicht geschafft.</p>
<h4>Was mir die #NoHandyChallenge gebracht hat?</h4>
<p>Also, das Ganze war echt krass, um mir die Augen zu öffnen. Trotzdem würde ich das nie wieder machen. Ich war plötzlich der totale Außenseiter. Ich schaue jetzt zwar manche YouTuber nicht mehr – deshalb bin ich auch nicht mehr so lange am Handy wie früher –, aber ich muss zugeben, dass ich immer noch süchtig bin.</p>
<p>Trotz meiner Sucht – meine Tipps für Eltern: Meiner Meinung nach sollten <a href="http://www.magazin-schule.de/magazin/smartphone-kinder-das-grosse-wischen/">Eltern das Handy ihrer Kinder respektieren.</a> Eltern sollten sich auch für das, was der Sohn oder die Tochter auf dem Handy macht, ­interessieren. Aber natürlich nicht so, dass es nervt. Dann kann man seiner Mutter oder seinem Vater nämlich auch mal was beibringen. Meine Mutter hat zum Beispiel einmal „Clash Royale“ gespielt. Es war grauenhaft, aber auch witzig.</p>
<p>Klar sollte es Regeln geben: Ich darf zum Beispiel maximal anderthalb Stunden Fingersport machen. Das ist ziemlich wenig, wenn man auf das nächste Level kommen will. Und nach dem Abendbrot bleibt das Handy unten in der Küche in der Handygarage. Und beim Essen ist es tabu (Irgendwie fies, dass nur meine Mutter was recherchieren darf). Verboten ist auch: auf dem Handy daddeln und gleichzeitig fernsehen. Ich muss schon sagen: Diese Regeln schmerzen ganz schön. Aber es ist irgendwie auch gut, dass es sie gibt. Sonst wäre ich immer viel zu lange online.</p>
<p><strong>Mein Fazit:</strong> WhatsApp sollte man haben, sonst ist man draußen. Ohne YouTube und Spiele kann man überleben, aber nur schlecht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>#NoHandyChallenge – Foto: Pixaby</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/nohandychallenge/">#NoHandyChallenge</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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		<title>Angst vorm Telefonieren: Leiden Jugendliche unter Telefonphobie?</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/angst-vorm-telefonieren-leiden-jugendliche-unter-telefonphobie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Mar 2021 09:28:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Töchter sind toll. Ehrlich. Die eine absolviert mit eiserner Disziplin enorme Lernein­heiten und kann – wenn es denn sein muss – ohne Panikattacken Klavier vor einem Saal voller fremder Leute spielen. Die andere trägt ungeniert mal sattpinke, sumpfgrüne oder dottergelbe Haare und kann im [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/angst-vorm-telefonieren-leiden-jugendliche-unter-telefonphobie/">Angst vorm Telefonieren: Leiden Jugendliche unter Telefonphobie?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Töchter sind toll. Ehrlich. Die eine absolviert mit eiserner Disziplin enorme Lernein­heiten und kann – wenn es denn sein muss – ohne Panikattacken Klavier vor einem Saal voller fremder Leute spielen. Die andere trägt ungeniert mal sattpinke, sumpfgrüne oder dottergelbe Haare und kann im Nullkommanix ein ganzes Theaterpublikum bezaubern. Beide sind starke, selbstbewusste Persönlichkeiten. Sie scheuen sich nicht – jederzeit und selbstredend auch ungefragt –, ihre Meinung zu aktuellen politischen und gesellschaftlich relevanten Themen (Klima! Gendergerechtigkeit!! Fleischkonsum!!!) kundzutun. Gern auch auf Englisch, wenn es die Umstände erfordern.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Am Telefon sind sie wie schüchterne Dreijährige</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Geht es aber darum, jemanden anzurufen, ist ganz plötzlich Schluss mit souverän, polyglott und cool. Jetzt ähnelt der nahezu erwachsene Nachwuchs schüchternen Dreijährigen, die sich hinter dem Rücken der Eltern verstecken, sobald Besuch auftaucht.</p>
<h4>Ihre Telefonphobie haben die Töchter gut versteckt</h4>
<p>Zuerst habe ich gar nicht kapiert, was da läuft. Viel zu lange dachte ich, die Mädels seien einfach Meister des Delegierens. Ein Friseurtermin muss ausgemacht werden? „Mach du, Mama – heute ist bis fünf Uhr Schule, und du hockst ja sowieso den ganzen Tag neben dem Telefon.“ Wir wollen Pizza bestellen? „Mach du Mama, dich kennen die doch alle.“ Die Schule braucht eine telefonische Krankmeldung? „Mach du, Mama, du bist ein Telefon-Profi und einfach viel überzeugender.“</p>
<p>Nachdem ich vor Kurzem Zeuge eines Gesprächs zwischen Müttern war, die von der geradezu krankhaften Telefon-Unlust ihrer Kinder berichteten, ahne ich, was los ist: Meine Töchter leiden unter einer leichten bis mittelschweren Form von Telefonphobie. Eine klinische Diagnose mit dieser Bezeichnung gibt es zwar streng genommen überhaupt nicht. Aber dass es Menschen ­davor graust, zum Hörer zu greifen, um etwas zu bestellen, zu erfahren oder zu regeln – dieses seltsame Angstphänomen existiert sehr wohl.</p>
<h4>Schuld ist der Vater, ganz klar</h4>
<p>Psychologen unterscheiden zwei Arten von Ängsten: die sehr nützliche, weil schützende Furcht vor tatsächlich existierenden Gefahren wie Feuer oder wilden Tieren und die absurde, das Leben unnötig erschwerende Mutlosigkeit vor dem Fahrstuhlfahren oder wie in unserem Fall vor dem Telefonieren. Als Grund für Letztere galten früher gern <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/eltern-entspannt-euch/">Erziehungsfehler</a> der Eltern. Ängste können aber – so sagt es der Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut <a href="https://www.borwinbandelow.de">Borwin Bandelow</a> an der ­Universitätsmedizin in Göttingen – „mit den Genen mitgegeben werden wie Sommersprossen und Hammerzehen“. In diesem Zusammenhang habe ich meinen Mann im Verdacht. Auch er: ein Vermeider von Gesprächen, insbesondere wenn sie per Telefon erfolgen sollen.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Max drückt sich so lange, bis er unmöglich noch anrufen kann</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Was sich wie eine Schrulle anhört, betrifft viele. Wer „Angst vorm Telefonieren“ googelt, erhält fast anderthalb Millionen Treffer. Die Welt scheint voll von Menschen, denen allein die Vorstellung, ein Telefonat zu führen, kalte Schauer über die Rücken jagt. Junge Leute trifft die Telefonphobie besonders hart, wie eine kleine, zugegebenermaßen nicht repräsentative Umfrage im privaten Umfeld nahelegt: Max, 18-jähriger Sohn einer Freundin etwa, drückt sich so lange vor einem Telefonat, „bis es so spät ist, dass ich unmöglich noch anrufen kann“. Er dränge sich nicht gern in den Vordergrund, sagt er.  Außerdem findet er es eine Zumutung, jemanden „einfach so zu stören“. Max: „Ich kann schon irgendwo anrufen, aber nur, wenn ich weiß, dass der Anruf ­erwartet wird, weil das vorher so ausgemacht wurde.“</p>
<h4>Man will anderen nicht zumuten, was einem selbst unangenehm ist</h4>
<p>Laura, 15, mag nicht mal angerufen werden, weil sie nicht weiß, wie sie das, was sie wirklich sagen will, am Telefon ausdrücken soll. Paula, 13, bewundert in der S-Bahn Menschen, die ungeniert in ihre Handys plappern, telefoniert selbst aber „nur zur allergrößten Not“ und nur dann, wenn garantiert niemand sonst in der Nähe ist und mithören könnte. Und Otto, 17, will einfach anderen nicht zumuten, was ihm selbst so furchtbar unangenehm ist: „Den Hörer abnehmen zu müssen und nicht zu wissen, wer dran ist. Oder vielleicht eine ­Stimme nicht zu erkennen, die man eigentlich kennen müsste. Oder unmittelbar reagieren zu müssen, obwohl man seine Antworten eigentlich lieber gerne abwägt.“</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Telefonieren sei irgendwie total peinlich, sagen die Töchter</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Telefonieren sei „irgendwie total <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/mama-du-bist-voll-peinlich/">peinlich</a>“, so erklären mir meine Töchter ihre Telefonphobie. Sie nehmen deshalb zur Not sogar einen Fußmarsch in Kauf, nur um der Zahnarzthelferin ins Gesicht sagen zu können, was man ihrem Ohr allein partout nicht anvertrauen wollte: dass man nächste Woche leider doch nicht zur Kontrolle kommen kann.</p>
<h4>Seit der Pandemie wird wieder mehr telefoniert</h4>
<p>Vielleicht ist es so, dass hier eine Generation eine in die Jahre gekommene Kulturtechnik einfach nicht mehr flüssig beherrscht. Und schließlich auch immer seltener braucht. Wozu gibt es denn WhatsApp, Social Media und Online-Booking? Noch aber ist das Telefon nicht ganz erledigt. Noch immer telefoniert zumindest der ältere Teil der Menschheit, und häufig ist das auch ganz hilfreich. Die Pandemie hat sogar für eine kleine Renaissance des Festnetz-Telefonierens gesorgt. Sensible Vieltelefonierer beispielsweise erkennen schon an der Art und Weise, wie sich der Angerufene meldet, in welcher Stimmung er sich befindet und welche Worte es jetzt braucht, um von ihm zu bekommen, was man will. Außerdem: Spätestens im Beruf werden unsere Kinder nicht mehr umhinkönnen, das ein oder andere Mal zum Hörer zu greifen. Je eher sie also ihre Bangbüxigkeit davor verlieren, desto besser.</p>
<p>Vielleicht hilft gegen die Telefonphobie, was meine Freundin Brigitte gemacht hat, eine Architektin, die freiberuflich von daheim arbeitet. Im Flur über der Station mit dem Festnetztelefon hat sie zwei Telefonier-Merkzettel für die ebenfalls telefonunlustigen Kinder aufgehängt. Auf dem einen steht:</p>
<p><strong>EINGEHENDE ANRUFE:</strong><br />
• Namen nennen.<br />
• Evtl. fragen: „Wen möchten Sie sprechen?“<br />
• „Kann ICH etwas für Sie tun?“<br />
• Wollen Sie später noch mal anrufen?“<br />
• „Soll ich meiner Mutter/meinem Vater<br />
etwas ausrichten?“</p>
<p><strong>AUSGEHENDE ANRUFE:</strong><br />
• Durchatmen. Lächeln. Nummer wählen.<br />
• „Guten Tag“ sagen.<br />
• Namen nennen: „Ich heiße &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<br />
• und ich möchte:<br />
• &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..“ (Grund des Anrufs)<br />
• Termin nennen, zu dem das erledigt<br />
sein muss!</p>
<h4>Vermeidung festigt die Angst. Also: Ran ans Telefon!</h4>
<p>Klingt albern? Mag sein, aber Brigittes Kinder erledigen mittlerweile selbst Telefonate mit schwierigen Kunden in Abwesenheit der Mutter ganz selbst­verständlich. Die unangenehme, Angst machende Situation zu meiden macht die Sache jedenfalls nicht besser, ganz im Gegenteil. Vermeidungsstrategien bringen zwar kurzfristig Erleichterung, aber sie festigen in aller Regel die Angst nur noch. Psychologen raten verzagten Menschen deshalb zur mutigen Auseinandersetzung mit den Dämonen, die sie quälen. Wer also Angst vor Schule oder Büro hat, tut gut daran, jeden Tag aufs Neue wieder tapfer hinzugehen. Wer in Fahrstühlen unter Schweißausbrüchen leidet, sollte sie so lange benutzen, bis es ihm grad egal ist.</p>
<p>Und wer nur höchst ungern und unter Bauchgrimmen telefoniert, braucht in aller Regel eines: mehr Übung im Telefonieren, und zwar so lange, bis sich Routine einstellt und das Gehirn „Erfolg gehabt“ abspeichert. Und nun sollen mich meine Töchter umgehend mal anrufen. Eine entsprechende Aufforderung schicke ich ­ihnen selbstverständlich ganz bequem per WhatsApp.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Angst vorm Telefonieren: Leiden Jugendliche unter Telefonphobie? – Foto: wayhomestudio/freepik</em></p>
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