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	<title>Wundern &amp; Wissen Archive - Magazin SCHULE</title>
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	<description>So leben und so lernen wir</description>
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		<title>„Multitasking kann man nicht trainieren, indem man multitaskt“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 13:24:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Professor Korte, ist es wirklich so schlecht um die Konzentration der Schüler bestellt, wie Lehrkräfte oft beklagen? Es fällt Schülerinnen und Schülern schwerer als früher, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Sie sind sehr leicht ablenkbar, und es kostet sie enorme Anstrengung, wenn [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Professor Korte, ist es wirklich so schlecht um die Konzentration der Schüler bestellt, wie Lehrkräfte oft beklagen?</strong></p>
<p>Es fällt Schülerinnen und Schülern schwerer als früher, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Sie sind sehr leicht ablenkbar, und es kostet sie enorme Anstrengung, wenn sie sich konzentrieren müssen. Das ist eine Beobachtung, die man empirisch belegen kann.</p>
<p><strong>Woran liegt das?</strong></p>
<p>Konzentrationsprobleme beobachtet man vor allem bei Kindern, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, also vor Smartphones, Laptops, Tablets und dem Fernseher. Je mehr Zeit Kinder mit digitalen Medien verbringen, umso größer ist die Gefahr, dass ihr Konzentrationsvermögen leidet. Natürlich muss man schauen, wie sie diese Medien nutzen: Wer ein Tablet nutzt, um ein Buch zu lesen, dessen Konzentrationsvermögen leidet nicht. Die meisten Jugendlichen benutzen diese Medien aber so, dass sie ständig ihr Handy anhaben und auch immer schauen, ob Nachrichten eingehen, sodass ihr Gehirn die ganze Zeit im Alarmmodus ist.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Wenn das Handy an ist, bleibt das Gehirn ständig im Ausnahmemodus<cite class="">Prof. Martin Korte, Gehirnforscher</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left"><strong>Was hat das für Auswirkungen auf das Gehirn?</strong></p>
<p>Wenn das Gehirn schnell hin- und herwechseln möchte zwischen TikTok, einer WhatsApp-Nachricht, den Hausaufgaben und eingehenden E-Mails, dann sind mehrere Subprogramme offen – abgesehen von all den anderen Gedanken, die noch im Kopf herumschwirren. Das heißt, für die Hausaufgaben steht dann weniger Kapazität zur Verfügung.</p>
<p><strong>Wie lässt sich das verhindern?</strong></p>
<p>Man sollte seine Arbeitsumgebung so gestalten, dass nur die Dinge vor einem liegen, die man braucht. Das Handy sollte nicht nur ausgestellt sein, sondern ganz aus dem Gesichtsfeld entfernt werden, ebenso alle anderen Gegenstände, die man nicht braucht, weil die alle ein Ablenkungspotenzial haben.</p>
<figure style="width: 309px" class="wp-caption alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2026/05/Prof-Martin-Korte-Magazin-SCHULE.jpg" alt="Prof. Martin Korte, Neurobiologe und Lernforscher" width="309" height="386" /><figcaption class="wp-caption-text">Martin Korte ist Professor für Neurobiologie an der Technischen Universität Braunschweig. Einer seiner Schwerpunkte ist die Lernforschung. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter „Frisch im Kopf: Wie wir uns aus der digitalen Reizüberflutung befreien“ (<a href="https://amzn.to/4tonrUj">DVA, 24 Euro</a>*)</figcaption></figure>
<p><strong>Abgelenkt werden die Kinder offenbar auch vom Schlafen. Lehrkräfte beklagen, dass heute viel mehr Schüler und Schülerinnen übermüdet im Unterricht sitzen.</strong></p>
<p>Das kann daran liegen, dass viele Kinder abends noch ihre Handys benutzen. Die Bildschirme haben einen hohen Blauanteil. Blauanteil bedeutet aufgehende Sonne – das Einschlafen verzögert sich. Aber selbst wenn Jugendliche den Bildschirm auf den Nachtmodus stellen, kommen noch emotional aufregende Nachrichten rein, ein Like oder eben kein Like. Das alles ist aufwühlend, und die jungen Leute schlafen später ein. Das wirkt sich natürlich negativ auf die Konzentration aus.</p>
<p><strong>Also besser das Handy rechtzeitig vorm Schlafengehen ausstellen. Was könnte sonst helfen, um besser bei der Sache bleiben zu können?</strong></p>
<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt ist: Das Konzentrationsvermögen hängt auch von der Motivation ab. Das ist eine Frage der Biochemie des Gehirns. Sobald Motivation, sobald Neugierde geweckt wird, wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Dieser Stoff führt im Stirnlappen dazu, dass das Konzentrationsvermögen gestärkt wird. Das bedeutet für Lehrkräfte, dass man einen Teil des Unterrichts darauf verwenden sollte, Kindern zu erklären, warum ein Thema wichtig ist.</p>
<p><strong>Die Welt ist schneller geworden. Man könnte doch auch sagen: Die Kinder passen sich einfach nur den Begebenheiten an.</strong></p>
<p>Tatsächlich muss man heute oft schnell zwischen Situationen hin- und herwechseln. Aber wer kann das am besten? Das sind buddhistische Mönche, die sieben oder acht Stunden am Tag meditieren. Wenn die sich in eine Situation begeben, in der sie schnell entscheiden und sich noch konzentrieren müssen, dann schneiden sie deutlich besser ab als Digital Natives. Multitasking kann man also nicht trainieren, indem man multitaskt. Ich bin prinzipiell nicht dagegen, dass man digitale Medien verwendet. Aber die Frage ist: Wie reagiert man auf die Entwicklung? Die Lösung besteht darin, tatsächlich sehr altbacken längere Zeit einer Aufgabe zu folgen, zum Beispiel immer wieder längere Texte zu lesen. Das steigert die Konzentrationsfähigkeit, und man kommt auch beim Multitasking besser zurecht.</p>
<p><em><small>*Mit einem Stern gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate-Links. Sollten Sie einem solchen Link folgen und anschließend das Produkt auf der Zielseite kaufen, erhalten wir dafür eine kleine Provision. Unsere redaktionellen Empfehlungen werden dadurch nicht beeinflusst.<br />
Lernforscher Martin Korte: „Multitasking kann man nicht trainieren, indem man multitaskt.“  – Fotos: <a href="https://www.magnific.com/de/fotos-kostenlos/maedchen-mit-tablette-im-cafe-mit-klassenkameraden_1247898.htm">freepik</a>, privat</small></em></p>
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		<title>Positives Denken hilft Schülern – nicht.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alena Dawid]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2026 08:26:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[paywall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Niko kennt positives Denken. Denn er hat einen Traum: Der 15-jährige Gymnasiast aus Karlsruhe will im nächsten Schuljahr nach Brüssel gehen. Über den Hausaufgaben brütend baut er Luftschlösser, wie er auf dem „Grand Place“ im Stadtzentrum steht und sich den Wind der Freiheit um die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Niko kennt positives Denken. Denn er hat einen Traum: Der 15-jährige Gymnasiast aus Karlsruhe will im nächsten Schuljahr nach Brüssel gehen. Über den Hausaufgaben brütend baut er Luftschlösser, wie er auf dem „Grand Place“ im Stadtzentrum steht und sich den Wind der Freiheit um die Nase wehen lässt. Einzige Hürde: Niko benötigt in Französisch eine Zwei im Halbjahreszeugnis, damit der Aufenthalt bewilligt wird. Deshalb soll er Grammatik und Vokabeln pauken, aber wochenlang geschieht nichts: Niko feiert Partys, hängt mit Freunden ab, zockt am Computer. Sein Vater kann es nicht fassen: „So wird das nichts mit Brüssel!“</p>
<p>Viele Eltern kennen diese Situation: Ihr Kind setzt sich ein Ziel, wirkt hochmotiviert – unternimmt aber nichts, um es zu verwirklichen. Warum Menschen lieber Luftschlösser bauen, als die Ärmel hochzukrempeln, hat die Psychologieprofessorin Gabriele Oettingen 20 Jahre lang an den Universitäten Hamburg und New York erforscht. Ausgerechnet positives Denken hat sie als Widersacher des Erfolgs ausgemacht: „Oft meinen wir, positives Denken führe zum Erfolg, weil wir uns dann so verhalten, dass das gewünschte Ereignis eintritt. Das ist aber nicht so einfach.“ Im Gegenteil: Wer ständig träumt und darüber die steinige Wirklichkeit vergisst, scheitert leichter – das hat die Psychologin in zahlreichen Studien belegt.</p>
<h5>Positives Denken nimmt Schülern die Energie, ihre Pläne umzusetzen</h5>
<p>Dafür ließ sie Schüler, Studenten und Erwachsene in Wunschträumen schwelgen und 14 Tage später Bilanz ziehen: Was hatten die Probanden unternommen, um ihre Ziele zu verwirklichen? Das Ergebnis ernüchterte: nicht viel. Gabriele Oettingen erklärt das so: Den Träumern fehlt die Energie für die Umsetzung ihrer Wünsche, sie haben sie verbraucht, als sie sich ihre rosa Traumwelt zimmerten. „Menschen, die eine positive Zukunft imaginieren, fühlen sich, als hätten sie ihr Ziel schon erreicht: ‚Ahhh, die Vokabeln sind gelernt. Der Konflikt ist gelöst. Ich bin mit meinem Schwarm zusammen – toll!‘ Diese Vorstellung entspannt, macht zufrieden, senkt den Blutdruck – und lässt die Motivation schwinden.“ Positives Denken schön und gut, aber damit verpufft auch die Energie, Widerstände zu überwinden.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Den meisten Schülern ist nicht klar, dass und wie sie ihren Lernfortschritt selbst überwachen können<cite class=""><cite class="">Heidrun Stöger, pädagogische Psychologin</cite></cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Niko stolpert Mitte Dezember über sein erstes Hindernis: Vor die Entscheidung gestellt, für den wichtigen Französischtest zu lernen oder mit Freunden ins Kino zu gehen, zieht er das Kinoevent vor. Unwahrscheinlich, dass er die Zwei im Halbjahreszeugnis jetzt noch erreicht. Der Brüsseler Traum droht zu zerplatzen. Wüsste Niko, wie man reguliert lernt, hätte er der Versuchung widerstanden und die zielführende Entscheidung getroffen, Vokabeln zu pauken.</p>
<p>Wenn Motivation auf Widerstände und Konflikte stößt, entscheidet die Fähigkeit zur Selbstregulation darüber, ob jemand sein Ziel erreicht. Schüler, die selbstreguliert lernen, bestimmen ihre Lernziele selbst, wählen angemessene Strategien und setzen sie ein. So motivieren sie sich auch dann zum Lernen, wenn lärmende Geschwister oder Partyeinladungen die Konzentration stören. Widerstreitende Interessen koordinieren sie: lernen oder Freunde treffen? Einfach gemeinsam lernen! Kurz: Schüler, die ihr Lernen regulieren können, übernehmen die Verantwortung für ihren Lernprozess selbst und verwirklichen zielstrebig ihre Träume.</p>
<p>Leider verfügen nur wenige Schüler von vornherein über die Gabe der Selbstregulation – ein Grund, warum viele ihre Talente nicht in Leistung umsetzen können. Die gute Nachricht: Selbstregulation kann man durch gezielte Übungen erlernen.</p>
<p><a href="https://epub.uni-regensburg.de/76530/" target="_blank" rel="noopener">„Restless“</a> heißt das Selbstregulationstraining für Lese- und Schreibstrategie, das Pädagogen an 66 bayerischen Grund- und Mittelschulen getestet wurde: ein Forschungsprojekt der Universität Regensburg unter der Leitung der Professorinnen Anita Schilcher und Heidrun Stöger, das durch das Mercator-Institut gefördert wurde. „Den meisten Schülern ist nicht klar, dass und wie sie ihren Lernfortschritt selbst überwachen können“, beobachtet Heidrun Stöger. „Restless“ will Viert- und Fünftklässler durch ein systematisches Training befähigen, selbstreguliert zu lernen: Drei Monate lang üben sie im Fach Deutsch täglich, Stärken und Schwächen einzuschätzen, sich angemessene Lernziele zu setzen, den Lernprozess strategisch zu planen, bereits erlernte Strategien auszuwählen, anzuwenden und so anzupassen, dass sie ihr Lernziel erreichen.</p>

<p>Die Grundschullehrerin Gabriele Stier hat „Restless“ erfolgreich an der Regensburger Theo-Betz-Grundschule angewendet: „Einige Schüler blühten regelrecht auf, als sie realisierten, dass ich ihre Leistung nicht bewerte, sondern mit ihnen zusammen erforsche, wie sie besser werden und ihren eigenen Lernweg gehen können. Alle Kinder entwickelten sich zu Experten ihres eigenen Lernens.“</p>
<p>Leider wird Selbstregulation nur an wenigen Schulen in Deutschland gelehrt. Damit auch andere Schüler wie Niko nicht nur positives Denken üben, sondern ihre Ziele auch planmäßig umsetzen können, hat Gabriele Oettingen die Selbstregulationstechnik „Woop“ entwickelt. Die Methode ist schnell erlernt, lässt sich gut in den Alltag integrieren, kostet wenig Zeit, kein Geld und macht sogar Spaß.</p>
<h5>Die Alternative heißt &#8222;Woop&#8220;</h5>
<p>Am Anfang steht der Wunsch (engl. „wish“). Schüler formulieren ein realistisches Ziel, etwa „Französischnote verbessern“. Anschließend identifizieren sie das bestmögliche Ergebnis („outcome“) und malen es sich lebhaft aus. Dann kommt das Umlegen des Schalters: Welches innere Hindernis („obstacle“) steht mir im Weg? Zuletzt kommt das P für „plan“ – man überlegt, wie sich das Hindernis überwinden lässt, und entwickelt einen ganz konkreten Wenn-dann-Plan: Wenn ich versucht bin, mit meinen Freunden auszugehen, dann sage ich Nein und verschiebe es aufs Wochenende.</p>
<blockquote class="left text-right"><figure><img decoding="async" class="alignleft" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2017/01/oettingen2-2-300x298.jpg" alt="Gabriele-Oettingen_magazin-schule-online" width="300" height="298" /></figure>
<p>„Purer Optimismus hindert uns daran, Ziele zu erreichen <cite class="">Gabriele Oettingen, Psychologin</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Wer sich auf diese Weise seinen Wunsch und mögliche Hindernisse bewusst macht, verknüpft automatisch Zukunft und Realität miteinander und fügt mit dem Plan-Schritt auch noch konkretes Verhalten hinzu. Am Ende kann man sich seinen Wunschtraum nicht mehr ohne Hindernis und zugehörigen Lösungsplan vorstellen – und verbindet das mit dem Alltag: „Das Treffen mit Freunden erhält den Stempel ‚Hindernis‘ und kann leichteren Herzens verschoben werden“, beobachtet Gabriele Oettingen. Die Verknüpfung Ziel-Hindernis-Lösung hilft, Versuchungen zu widerstehen und den Lernprozess auf das Ziel auszurichten. Wobei die Reihenfolge wichtig ist: „Woop funktioniert zum Beispiel nicht, wenn man sich zuerst das Hindernis und dann das Ergebnis vorstellt“, betont Oettingen.</p>
<p>Aber eignet sich Woop auch für mutlose Kinder? Michaela Brohm von der  Universität Trier ist skeptisch: „Kinder, die sich selbst unter Druck setzen und bereits unter Ängsten oder Stress leiden, könnten resignieren, wenn sie sich auch noch die Hindernisse vorstellen. Eine positive Zielvorstellung, bei der die Zwischenziele dann Stück für Stück geplant werden, halte ich für effektiver und gesünder.“ Gabriele Oettingen teilt diese Bedenken nicht. Sie ist überzeugt, dass selbst Kinder mit Aufmerksamkeitsdefiziten davon profitieren und Selbstvertrauen gewinnen, wenn sie innere Hindernisse kennen und aktiv selbst nach Lösungen suchen. Und Niko? „Als Mutter würde ich ihn nach seinem Herzenswunsch fürs nächste Schuljahr fragen“, rät Brohm. Vielleicht will er lieber ein Praktikum als Autodesigner absolvieren? „Kinder und Jugendliche liefern überraschende Antworten, wenn Eltern sie, was viel zu selten vorkommt, nach ihrem größten Wunsch fragen.“</p>
<p><em><small>Dieser Artikel wurde zuerst am 2.2.2017 veröffentlicht. Das Datum oben zeigt die jüngste Aktualisierung </small></em></p>
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		<title>Gegen Krebs: Warum die HPV-Impfung wichtig ist – auch für Jungs</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/gegen-krebs-warum-die-hpv-impfung-wichtig-ist-auch-fuer-die-jungs/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 08:47:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Soll ich mein Kind impfen lassen? Bietet die Impfung überhaupt Schutz? Oder stellt sie selbst auch eine Gefahr dar? Wenn es um das Thema Impfen geht, sind viele Eltern verunsichert. Dass Kinder gegen Masern, Keuchhusten oder Mumps geimpft werden sollen, sehen die allermeisten Mütter und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Soll ich mein Kind impfen lassen? Bietet die Impfung überhaupt Schutz? Oder stellt sie selbst auch eine Gefahr dar? Wenn es um das Thema Impfen geht, sind viele Eltern verunsichert. Dass Kinder gegen Masern, Keuchhusten oder Mumps geimpft werden sollen, sehen die allermeisten Mütter und Väter ein. An eine HPV-Impfung denken viele Eltern jedoch (noch) nicht – oder zögern aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen.</p>
<p>Dabei sind nahezu alle Fälle von ­Gebärmutterhalskrebs auf Humane Papillomviren (HPV) zurückzuführen, von denen es unterschiedliche Typen gibt. Die Impfung schützt vor denjenigen HPV-Typen, die für bis zu 90 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Doch nicht nur das: Die Viren können auch Krebs an der ­Vagina oder der Vulva auslösen – und außerdem am Anus, am Penis oder im Mund-Rachen-Raum. Deshalb sind HPV bei weitem nicht nur ein Thema für Mädchen: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 6 250 Frauen und 1 600 Männer aufgrund von HPV an Krebs.</p>
<h4>Am besten erfolgt die HPV-Impfung vor dem ersten Sex – zur Not aber auch danach</h4>
<p>Trotzdem wurde die HPV-Impfung zunächst nur für Mädchen empfohlen. Schon seit 2018 gilt die Empfehlung der Ständigen Impfkommission aber auch für Jungen. Geimpft werden sollen Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 14 Jahren. Ein Nachimpfen ist bis zum 17. Lebensjahr möglich. In diesen Altersgruppen wird die Impfung von den Krankenkassen bezahlt.</p>
<p>„Versäumte Impfungen sollten so früh wie möglich nachgeholt werden“, betont Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut. „Auch nach dem ersten Sex können und sollten ungeimpfte Mädchen oder Jungen noch gegen HPV geimpft werden.“ Selbst wenn es dann schon zu einer dauerhaften Infektion mit einem der Viren gekommen sein sollte, könne die Impfung trotzdem noch einen Schutz vor den anderen im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen bieten.</p>
<h4>Vielfältige Viren: HPV können von Warzen bis hin zu Krebs viele Folgen haben</h4>
<p>Es gibt mehr als 150 Typen von HPV-Viren. Sogenannte Low-Risk-Typen wie HPV 6 und HPV 11 verursachen ansteckende Feigwarzen. Diese treten zum Beispiel an Scheide, Schamlippe, Glied, Damm oder Anus auf. Es handelt sich um stecknadel- bis mehrere Zentimeter große Papeln, die sich ausbreiten können – lästig, aber ungefährlich.</p>
<p>Das ist anders bei High-Risk-Typen wie HPV 16 und HPV 18. Bei einer Infektion mit diesen Typen können sich über einen längeren Zeitraum unterschiedliche Krebsarten entwickeln. Infiziert bleibt man mit HPV übrigens ein Leben lang: Auch wenn über Jahre hinweg keine Symptome auftreten, können die Viren plötzlich ihre Ruhephase beenden und sich im Körper wieder vermehren.</p>
<p>Je nach Alter der Kinder wird zwei- oder dreimal geimpft. Im Alter von neun bis 14 Jahren erhalten die Kinder zwei Impfdosen. Zwischen den beiden Impfungen sollen mindestens fünf Monate Abstand liegen. Ab dem Alter von 15 Jahren gibt es drei Impfdosen innerhalb eines Jahres. Laut Robert Koch-Institut wird derzeit keine Auffrisch­impfung empfohlen.</p>
<p>Der Düsseldorfer Kinderarzt und langjährige Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Hermann Josef Kahl, bezeichnet die Resonanz insgesamt als positiv. Seine Erfahrung aus der Praxis: „Vor allem Mütter sagen: Es ist Zeit, dass auch Jungs geimpft werden.“ Jungen können das Virus übertragen, aber sie können eben auch selbst erkranken.</p>
<h4>Die HPV-Impfung gilt als sicher</h4>
<p>Aber: Einige Eltern entscheiden sich auch, ihre Kinder nicht gegen HPV impfen zu lassen. „Eltern, die Impfungen ablehnen, haben Angst. Und diese Angst kann man ihnen in einem halbstündigen Gespräch meist nicht nehmen. Die Väter und Mütter besorgen sich entsprechende Argumente, und es ist ihnen egal, ob die Informa­tionen seriös sind“, sagt Kahl. So gibt es immer wieder Berichte über Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit nach einer HPV-Impfung. Solche Symptome sind jedoch sehr unspezifisch und treten in gleichem Maße auch bei Ungeimpften auf. In Japan wurden in den ersten Jahren nach der Einführung der Impfung auch Fälle schwerer Nebenwirkungen wie Krampfanfällen bei geimpften Mädchen diskutiert. Diese Vorwürfe wurden allerdings bald als Fälschungen entlarvt – trotzdem fiel die Impfquote in Japan rapide ab.</p>
<p>Doch auch in Deutschland ist die Impfquote noch relativ niedrig. Laut einer Auswertung des Robert Koch-Instituts waren 2025 nur 54,6 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 34 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig geimpft. Dabei betonen die zuständigen Behörden einhellig, dass die Impfung sicher sei. Zu diesem Schluss kommt sowohl die Weltgesundheitsorganisation als auch die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut, welches in Deutschland für die Impfstoffsicherheit zuständig ist.</p>
<p>„Die Sicherheit wurde in zahlreichen Studien mit Hunderttausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern untersucht“, sagt auch Christine Winkelmann, Expertin für sexuell übertragbare Infektionen bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dabei seien keine Belege für schwere, die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigende Nebenwirkungen im ursächlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung festgestellt worden. Allerdings seien – wie bei anderen Impfungen auch – Nebenwirkungen wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle am Oberarm möglich. Auch werde einigen Jugendlichen bei der Impfung schwindelig.</p>
<p>Solche Begleiterscheinungen mögen unangenehm sein – im Vergleich zu den möglichen Folgen einer Infektion sind sie jedoch gering. Für Kinderarzt Kahl ist klar: „HPV kann zu Krebs führen, und wenn man das mit einer Impfung vermeiden kann, ist das ein Riesenvorteil.“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/gegen-krebs-warum-die-hpv-impfung-wichtig-ist-auch-fuer-die-jungs/">Gegen Krebs: Warum die HPV-Impfung wichtig ist – auch für Jungs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Erfolgreich nach der Schule? Es sind die Peers, Dummchen!</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/erfolgreich-nach-der-schule-es-sind-die-peers-dummchen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Oct 2025 15:16:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Öffentliche Schulen sind in Deutschland kostenlos. Sie sind fast überall gut erreichbar, bieten oft unterschiedliche Profile und genießen international einen guten Ruf. Warum also bezahlen manche Eltern viele tausend Euro pro Jahr, damit ihr Kind an einer Privatschule statt an einer staatlichen Einrichtung unterrichtet wird? [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/erfolgreich-nach-der-schule-es-sind-die-peers-dummchen/">Erfolgreich nach der Schule? Es sind die Peers, Dummchen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Öffentliche Schulen sind in Deutschland kostenlos. Sie sind fast überall gut erreichbar, bieten oft unterschiedliche Profile und genießen international einen guten Ruf. Warum also bezahlen manche Eltern viele tausend Euro pro Jahr, damit ihr Kind an einer Privatschule statt an einer staatlichen Einrichtung unterrichtet wird?</p>
<p>Nun, wegen des besseren Unterrichts und der höheren Leistungen an Privatschulen, würden die meisten von ihnen wahrscheinlich antworten. Doch dieses Argument ist zumindest zweifelhaft, wie wissenschaftliche Studien nahelegen: Zwar gibt es tatsächlich deutliche Leistungsunterschiede zwischen den Lernenden in privaten und staatlichen Schulen. Aber die sind fast vollständig <a href="https://doi.org/10.1007/s11577-019-00638-2">durch die unterschiedliche Zusammensetzung der Schülerschaft</a> erklärbar.</p>
<h4>Was macht Privatschulen so besonders? Ihre Schüler!</h4>
<p>Allerdings liegt genau hier möglicherweise die ehrlichere Antwort auf die Frage: Privatschulen können vielleicht nicht unbedingt bessere Bildung garantieren; aber sie bieten in der Regel ein bestimmtes Umfeld für ihre Schülerinnen und Schüler. Und das hat durchaus einen messbaren Einfluss auf den späteren Erfolg, wie die Forschung zeigt.</p>
<p class="western" align="left">„Menschen mit einer ambitionierten Peergroup in ihrer Jahrgangsstufe sind in der Regel zufriedener mit ihrer späteren Arbeit und haben eher eine Stelle, die ihren langfristigen Karrierezielen entspricht“, behauptet die Wissenschaftlerin Yaming Cao, Wissenschaftlerin am ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Sie ist Co-Autorin einer Studie, die den Einfluss der Peergroup während der Schulzeit auf den späteren beruflichen Erfolg eines Menschen untersucht hat. Das Ergebnis: <a href="https://ftp.zew.de/pub/zew-docs/dp/dp25002.pdf" target="_blank" rel="noopener">Wer „gritty Peers“ hatte, verdient später mehr.</a></p>
<h4 align="left">Wer den „Grit“ hat, zieht sein Ding durch.</h4>
<p align="left">Als wesentlichen Einflussfaktor identifizieren die Forscherinnen in der Studie den so genannten „Grit“ – eine Eigenschaft, die vielleicht am ehesten dem deutschen „Biss“ entspricht. „Grit bedeutet, dass man eine <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/pubertaet-und-schule-mehr-motivation-weniger-streit/">starke Motivation</a> hat, ein bestimmtes Ziel zu erreichen“, erklärt Effrosyni Adamopoulou, stellvertretende Leiterin der ZEW-Forschungsgruppe „Ungleichheit und Verteilungspolitik“ und Erstautorin der Studie. Das Persönlichkeitsmerkmal beschreibe die Ausdauer und Hingabe einer Person, mit der sich diese für ein bestimmtes langfristiges Ziel einsetzt.</p>
<p align="left">Anders gesagt: Wer heute bereit ist, sich abzurackern, um später mal mehr Geld zu verdienen, ist gritty. Doch es geht eben nicht nur um den eigenen Biss. „Auch der Grit des sozialen Umfelds in der Schule prägt den eigenen späteren Lebens- und Berufsweg entscheidend&#8220;, sagt Adamopoulou.</p>
<h4 align="left">Vier Prozent mehr Einkommen – nur weil man die richtigen Leute in der Klasse hatte</h4>
<p align="left">Der Studie zufolge ist der Grit-Effekt tatsächlich groß – zumindest in den USA, aus denen die Daten für die Untersuchung stammen. Wer dort als Schülerin oder Schüler zwei Drittel mehr Grit hatte als der Durchschnitt, konnte zwei Jahrzehnte später auf 6,2 Prozent mehr Bruttoeinkommen hoffen. Und wenn die Klassenkameraden in der Schulzeit genauso überdurchschnittlich gritty waren, machte allein das 3,9 Prozent mehr Geld aus.</p>
<p align="left">Davon, sind sich die Autorinnen sicher, könnten besonders Menschen mit sozial schwächerem Hintergrund profitieren: „Eine ambitionierte Peergroup kann helfen, diese Hürden zu überwinden“, glaubt Effrosyni Adamopoulou.</p>
<h4 align="left">Gritty Peers könnten Aufstiegshelfer sein. Könnten.</h4>
<p align="left">Dafür müssten sie allerdings erst einmal in den Genuss einer solchen Peergroup kommen. Tatsächlich sind Menschen mit sozial benachteiligtem Hintergrund an Privatschulen eher selten: „PrivatschülerInnen kommen immer häufiger aus Akademikerelternhäusern“, resümierte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schon 2018 <a href="https://doi.org/10.18723/diw_wb:2018-51-1">in einer Analyse</a>.</p>
<p align="left">Zwar fordert das deutsche Grundgesetz von Privatschulen, dass „eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird“. Deshalb haben teure Privatschulen in der Regel Stipendienmodelle, abgestufte Schulgelder oder andere Möglichkeiten, die Einrichtung auch ohne reiche Eltern zu besuchen. Allein: Sie werden nicht gerade laut beworben – und entsprechend selten genutzt.</p>
<p align="left">Und so bleiben die paar tausend Euro Schulgeld im Jahr für viele Eltern eine Investition in die richtige Peergroup – mit der gar nicht so unbegründeten Hoffnung, dass sich das Ganze auf lange Sicht auszahlt. Wer sich das nicht leisten kann, muss wohl oder übel darauf hoffen, dass das Kind von sich aus die richtigen Freunde findet. Grit findet man zum Glück nicht nur an Privatschulen.</p>
<p align="left"><em><small>„Erfolgreich nach der Schule? Es sind die Peers, Dummchen!“ – Foto: <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/gruppe-von-freunden-gluecklich-wieder-an-der-universitaet-zu-sein_8919217.htm" target="_blank" rel="noopener">Freepik</a></small></em></p>
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		<title>Die Handschrift hilft beim Schreiben Lernen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 May 2025 13:11:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Kinder lernen neue Buchstaben und Wörter besser, wenn sie mit der Hand statt mit der Tastatur schreiben. Besonders hilfreich ist es dabei, wenn sie die Wörter mit dem Stift nicht nur nachfahren, sondern in ihrer eigenen Handschrift aufschreiben. Das hat ein spanisches Forschungsteam in einer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder lernen neue Buchstaben und Wörter besser, wenn sie mit der Hand statt mit der Tastatur schreiben. Besonders hilfreich ist es dabei, wenn sie die Wörter mit dem Stift nicht nur nachfahren, sondern in ihrer eigenen Handschrift aufschreiben. Das hat ein spanisches Forschungsteam in einer experimentellen Studie herausgefunden.</p>
<p>Teilgenommen an der Studie haben insgesamt 50 Kinder im <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/richtig-vorbereiten-auf-die-schule/">letzten</a> <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/richtig-vorbereiten-auf-die-schule/">Kindergartenjahr</a>, die gerade erst begonnen hatten, Lesen und Schreiben zu lernen. Um sicher zu gehen, dass die Ergebnisse nicht von den Vorkenntnissen der Kinder verzerrt werden, nutzten die Forschenden für die Versuche Phantasiewörter aus georgischen und armenischen Buchstaben, welche die Kinder noch nie gesehen haben dürften.</p>
<p>Diese fremden Buchstaben und Pseudowörter mit ihren Bedeutungen erlernten die Kinder, wobei sie sie entweder mit dem Stift auf Papier oder mit der Tastatur am Computer abschrieben. Anschließend wurden die neu erworbenen Kenntnisse der beiden Gruppen in drei Tests geprüft: Wie gut erkannten die Kinder die Buchstaben und Pseudowörter? Sprachen sie sie richtig aus? Und konnten sie sie richtig schreiben?</p>
<h4>Wer handschriftlich schrieb, war klar im Vorteil</h4>
<p>Das Ergebnis: Diejenigen, die mit der Hand geschrieben hatten, entwickelten größere Fähigkeiten als jene, die am Computer geübt hatten. &#8222;Unsere Arbeit bestätigt, dass die Graphomotorik für das Einprägen von Buchstaben und Wortstrukturen unerlässlich ist&#8220;, erklärt die Psychologin <a href="https://www.ehu.eus/HEB/joana_acha/" target="_blank" rel="noopener">Prof. Joana Acha</a> von der Universität des Baskenlandes in San Sebastian. Besonders deutlich war der Unterschied bei den Pseudowörtern: Kaum ein Kind, das eine Tastatur zum Üben verwendet hatte, konnte die Aufgaben zu den Buchstabenfolgen korrekt umsetzen. Die Handschrift-Gruppe war hier deutlich im Vorteil.</p>
<p>Und noch etwas haben Joana Acha und ihre Kollegen herausgefunden: Die Lernergebnisse der Handschrift-Gruppe wurden besser, wenn die Kinder die neuen Buchstaben und Wörter frei trainieren durften. Bei einer Untergruppe hingegen waren die Buchstaben als Hilfslinien vorgezeichnet, und die Kinder sollten sie nur nachzeichnen – diese Technik ist in Deutschland als &#8222;Nachspuren&#8220; bekannt und wird oft in der Vorschule eingesetzt. Die Leistungen dieser Untergruppe blieben jedoch etwas hinter denen der frei schreibenden Kinder zurück. (<a href="https://doi.org/10.1016/j.jecp.2025.106195" target="_blank" rel="noopener">Hier</a> ist der Link zur Originalpublikation.)</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Technische Hilfsmittel sollten nur ergänzend eingesetzt werden<cite class="">Prof. Joana Acha</cite></p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">&#8222;Kinder lernen am besten mit der Hand, daher sollten technische Hilfsmittel nur ergänzend eingesetzt werden&#8220;, schlussfolgert Psychologin Acha. Ihre Erkenntnisse decken sich dabei mit denen anderer Forschenden. So haben die US-Neurologinnen Karin James und Laura Engelhardt schon 2012 gezeigt, dass handschriftliches Schreiben das Erlernen von Buchstaben unterstützt (<a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/wie-die-handschrift-beim-denken-hilft/">hier ist ein ausführlicher Artikel dazu, wie die Handschrift beim Denken hilft</a>). Auch die Psychologin Pam Mueller von der US-amerikanischen Princeton University kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Sie beobachtete, dass Studierende mehr vom Lernstoff behalten, wenn sie sich handschriftlich statt am Laptop Notizen machen (diese Ergebnisse konnten von anderen Forschenden allerdings <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/tippen-ist-doch-nicht-schlechter-als-von-hand-schreiben-957791606720">nicht bestätigt werden</a>).</p>
<p><em><small>&#8222;Die Handschrift hilft beim Schreiben Lernen&#8220; – Foto: <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/ernsthaftes-kleines-maedchen-schreibt-mit-einem-stift-in-ein-notizbuch_41190185.htm">pvproductions</a> auf Freepik</small></em></p>
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		<title>Bilder im Kopf: Wie Lesen die Konzentration fördert</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/bilder-im-kopf-wie-lesen-die-konzentration-foerdert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jan 2025 13:17:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Autofahrt in den Urlaub kann so anstrengend sein: Landstraße, Autobahn, Wann-sind-wir-da?, Toilettenpause, Weiterfahrt, Stau, Tankstopp, Wann-sind-wir-endlich-da?, Straßensperrung mit Umleitung kurz vorm Ziel … Da kommt man gerädert am Urlaubsort an. Dieselbe Autofahrt kann aber auch so kurzweilig sein, wenn man ein Buch in der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Autofahrt in den Urlaub kann so anstrengend sein: Landstraße, Autobahn, Wann-sind-wir-da?, Toilettenpause, Weiterfahrt, Stau, Tankstopp, Wann-sind-wir-endlich-da?, Straßensperrung mit Umleitung kurz vorm Ziel … Da kommt man gerädert am Urlaubsort an. Dieselbe Autofahrt kann aber auch so kurzweilig sein, wenn man ein Buch in der Hand hat: 80 Seiten lesen, Toilettenpause, nochmal 80 Seiten lesen, Huch-sind-wir-schon-da? Cool, was machen wir heute noch?</p>
<p>Lesen ist schon eine faszinierende Tätigkeit. Es bringt uns dazu, in einer Geschichte förmlich zu versinken. Die Zeit vergeht wie im Flug, stundenlang können wir mühelos bei der Sache bleiben. Wenn das doch auch beim Lernen so so einfach wäre! Nun, tatsächlich hat das eine viel mit dem anderen zu tun: Denn Lesen und Konzentrieren befördern sich gegenseitig.</p>
<h4>Lesen fördert die Konzentration – und das liegt am Arbeitsgedächtnis</h4>
<p>Keine andere geistige Tätigkeit trainiert unsere <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/wie-schueler-sich-besser-konzentrieren/">Konzentrationsfähigkeit</a> so gut wie das Lesen. Während wir Wörter auf Buchseiten oder in Bildschirmtexten entschlüsseln, ist unser Kopf mit vielen Dingen gleichzeitig beschäftigt: Unser Gehirn beschäftigt sich mit Sprache und Satzbau, und den Text zu entschlüsseln; es aktiviert sein eigenes Vorwissen, um den Sinn zu verstehen; es speichert neue Erkenntnisse und verbindet sie mit Emotionen. Dieser komplexe Vorgang erfordert viel Aufmerksamkeit, belohnt uns dafür aber in günstigen Fall durchgängig mit Spannung – und trainiert daher die Konzentration optimal.</p>
<p>Grundlage dafür ist unser Arbeitsgedächtnis: Beim Lesen speichert es das Gelesene im Gehirn zwischen. Nur dann kann man verstehen, was die aneinandergereihten Wörter im Buch bedeuten. Je mehr unser Arbeitsgedächtnis aber gefordert wird, umso besser lernt man, sich zu konzentrieren – denn auch hierfür ist ein guter Arbeitsspeicher notwendig.</p>
<p>Dieses Konzentrationstraining funktioniert, wenn Kinder still Texte lesen, und mindestens ebenso gut, wenn sie etwas laut vortragen. Lesen trainiert die Konzentration aber auch, wenn man einem Vorleser lauscht: Denn auch das Zuhören ist kein passiver Zustand. Man muss sehr aufmerksam sein, um der Handlung folgen zu können. Und ebenso wie das Selbstlesen erzeugt auch das Zuhören innere Bilder, welche die Fantasie anregen und den Kopf weiter beschäftigen.</p>
<h4>Bücher im Vorteil: Lange Texte wirken besser</h4>
<p>Im Prinzip ist beim Lesen der Inhalt nicht entscheidend – wichtig ist vor allem, dass das Kind motiviert ist, ihm zu folgen. Nur dann kann es ihm gelingen, in einer Geschichte oder einem spannenden Text zu versinken. Ob Feen oder Piraten, Harry Potter oder Tribute von Panem: Es muss keine Nobelpreis-verdächtige Literatur sein, damit Lesen sinnvoll ist und die Konzentration steigert. Hauptsache, das Kind liest. <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/was-in-der-lesefoerderung-schieflaeuft-und-wie-es-besser-geht/">(</a>Was bei der Leseförderung in vielen Schulen falsch läuft, <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/was-in-der-lesefoerderung-schieflaeuft-und-wie-es-besser-geht/">steht hier.)</a></p>
<p>Allerdings wirken Bücher oder Zeitschriften um einiges besser als das Internet. Denn Buch- und Heftseiten verändern sich nicht so schnell wie wie Websites, sie haben keine blinkenden Banner oder klingelnden Benachrichtigungen, die einen aus dem Lesefluss reißen. Indem Schülerinnen und Schüler längere Texte lesen, beschäftigen sie sich ausdauernd mit demselben Gegenstand. Dabei lernen sie, Ablenkungen zu widerstehen, denn sonst verliert man den roten Faden der Geschichte und kann komplexen Gedankengängen nicht mehr folgen. Das ist eine hervorragende Konzentrationsübung.</p>
<h4>Mehr Konzentration, mehr Spaß: Tipps für leichteres Lesen</h4>
<p>Leider wirkt diese Abhängigkeit auch andersherum: Ist ein Ablenkungsreiz zu stark, unterbricht er die Konzentration – und damit den Lesefluss. Vielen Kinder finden dann nur schwer in die Geschichte zurück – oder, wenn ihnen die Konzentrationsfähigkeit fehlt und sie sich sehr leicht ablenken lassen, gar nicht erst hinein. So verlieren sie schnell die Lust am Lesen.</p>
<p>Folgende Tipps helfen gerade ungeübten Lesern, in Texte hineinzufinden:</p>
<ul>
<li>Wenn Bücher immer sichtbar in Reichweite sind, greifen Kinder gern dazu.</li>
<li>In ruhigen, ablenkungsarmen Ecken liest es sich leichter.</li>
<li>Nicht überfordern. Viele Kinder gelangen über kurze Texte wie Comics, Witze oder Scherzfragen zum längeren Lesen.</li>
<li>Erste größere Geschichten kann man gut im Wechsel lesen: ein Stück das Kind, ein Stück das Elternteil. Den Part des Kindes langsam steigern.</li>
<li>Vielfältiges Lesematerial anbieten: -Bücher, Comics, Kinderzeitschriften … Wichtig sind zum Alter und den Interessen des Kindes passende Themen.</li>
</ul>
<p>Mehr Tipps, wie Eltern ihre Kinder zu Lesen motivieren können, haben wir <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/kinder-zum-lesen-motivieren-11-tipps-fuer-eltern/">hier</a> zusammengestellt.</p>
<h4>Extratipp Kofferpacken:</h4>
<p>Texte auswendig zu lernen, ist in der Schule etwas aus der Mode gekommen. Zu Unrecht: Denn etwas wiederholt zu Lesen, es sich einzuprägen und schließlich – möglichst engagiert – vorzutragen, trainiert die Konzentration ungemein. Eine Variante, die Kindern meist besser gefällt als Goethes Gedichte zu büffeln, ist das klassische „Ich packe meinen Koffer und nehme &#8230; mit“: Dabei müssen die Mitspielenden reihum jeweils zunächst die bereits genannten Gegenstände nennen und dann einen weiteren hinzufügen. Dass man dabei die bisherigen Gegenstände auswendig lernt und sich ziemlich konzentrieren muss, fällt dank des Spielansporns kaum auf.</p>
<p><em><small>Wie Lesen die Konzentration fördert – Foto: <a href="https://de.freepik.com/vektoren-kostenlos/farbiger-hintergrund-mit-kindern-das-lesen_1073797.htm" target="_blank" rel="noopener">Freepik<small></small></a></small></em></p>
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		<title>Ihr Kind hat hübsche Mitschüler? Warum das eine schlechte Nachricht ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2024 14:34:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Schulklassen können sehr unterschiedlich sein. Lehrkräfte kennen das: Die 10 a ist total nett, während die 10 b einfach den Mund nicht aufkriegt. Und die 10 c macht nur Blödsinn, dort passen nicht mal die Guten im Unterricht auf. So etwas ist einfache Statistik, die [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schulklassen können sehr unterschiedlich sein. Lehrkräfte kennen das: Die 10 a ist total nett, während die 10 b einfach den Mund nicht aufkriegt. Und die 10 c macht nur Blödsinn, dort passen nicht mal die Guten im Unterricht auf. So etwas ist einfache Statistik, die Lieben und die Lauten sind halt nicht immer gleich verteilt.</p>
<p>Und dann kommt noch eine bemerkenswerte Eigendynamik hinzu: In der einen Klasse ist es normal, im Unterricht mitzumachen, also machen das alle (oder man stört einander jedenfalls nicht dabei). In der anderen Klasse hingegen ist man mit so einem Lerneifer gleich als Streber verschrieen, weil es dort angesagt ist, Mist zu machen; also machen alle Mist. Die so genannte Peergroup, also die soziale Bezugsgruppe eines jungen Menschen, hat vor allem bei Teenagern einen enormen Einfluss – im Guten wie im Schlechten.</p>
<h4>Schönheitsdruck wirkt. Leider negativ.</h4>
<p>Jetzt haben Forschende einen weiteren solchen Effekt gefunden, der auf den ersten Blick ziemlich skurril wirkt: Wer besonders attraktive Mitschüler in seiner Peergroup hat, bekommt durchschnittlich schlechtere Noten. Und noch seltsamer: Das gilt nur für die Jungs.</p>
<p>Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ZEW Mannheim und der Universität Cardiff Daten aus einer US-amerikanischen Langzeituntersuchung an über 3000 Schülerinnen und Schülern der Klassen sieben bis zwölf analysiert (<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167268123004316?via%3Dihub" target="_blank" rel="noopener">hier der Link zur Studie</a>). Das Besondere an dieser &#8222;National Longitudinal Survey of Adolescent Health&#8220;, kurz &#8222;<a href="https://addhealth.cpc.unc.edu/" target="_blank" rel="noopener">Add Health</a>&#8222;, genannten Umfrage ist nicht nur, dass sie die Leistungen und Erfolge der jungen Menschen über viele Jahre hinweg bis in deren Berufstätigkeit hinein nachzeichnet, sondern auch, dass die Interviewführenden dabei zwei Maßstäbe von Schönheit notieren: die körperliche Attraktivität („physical attractiveness“) und die charakterliche („personality attractiveness“).</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Menschen beurteilen Menschen niemals nur nach ihrer Leistung</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Dass körperliche Attraktivität allgemein ein Erfolgsfaktor ist, haben andere Studien bereits gezeigt. Schöne Kinder <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0167268123001567">lernen erfolgreicher</a>, schöne Studierende <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1468-0084.2010.00619.x">studieren erfolgreicher</a>, schöne Berufstätige <a href="https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257/000282806776157515">verdienen erfolgreicher Geld</a>. All diese Beobachtungen kann man mit Recht beklagen, und sie zeigen vor allem eines: Wo Menschen andere Menschen beurteilen, ist Leistung niemals der einzige Bewertungsfaktor – auch dann nicht, wenn er es sein sollte. (Weshalb klar ist: <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/gerechte-noten-gibt-es-nicht/">Gerechte Noten gibt es nicht.</a>)</p>
<p>Aber die Ergebnisse der obigen Studie gehen über diese Beobachtungen hinaus. Denn darin geht es nicht nur um die Frage, ob eine Prüferin oder ein Prüfer attraktive Prüflinge bevorteilt. Sondern die schiere Anwesenheit attraktiverer Mitschüler benachteiligt die weniger Schönen. Und zwar direkt.</p>
<h4>Wer sich selbst unattraktiv fühlt, lernt schlechter</h4>
<p>Der Grund dafür liegt den Forschenden zufolge im Selbstbewusstsein der äußerlich Benachteiligten. Besonders dann, wenn sie selbst körperlich noch weniger weit entwickelt sind als ihre Peers, schätzen die Jugendlichen ihre Fähigkeiten allgemein geringer ein – und erbringen dann tatsächlich auch schwächere Leistungen. Der äußere Schönheitsdruck führt also zu negativen Emotionen. Und die <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/frust-angst-langeweile-wie-negative-emotionen-dem-lernen-schaden/">schaden bekanntlich dem Lernen.</a></p>
<blockquote class="left text-right"><p>Mädchen müssen nicht nur schön, sondern sympathisch sein</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Allerdings gilt das der Studie zufolge erstaunlicherweise nur für die Jungs. Den Mädchen hingegen schadet es nicht, wenn um sie herum andere schöner sind als sie selbst. Aber im Gegenzug hilft ihnen auch die eigene Attraktivität nicht bei den Noten – zumindest, was die körperliche Schönheit betrifft. Denn eine Schülerin ist tendenziell dann erfolgreicher in Schule, wenn sie charakterlich attraktiv ist, also als sympathisch eingeschätzt wird. Ob sie körperlich schön und ob ihre Peers besonders hübsch oder sympathisch sind, spielt hingegen keine Rolle.</p>
<p>Jungs leiden also zumindest in dieser Hinsicht noch mehr unter Schönheitsdruck als Mädchen. Was bedeutet das für uns Eltern? Wohl nicht, dass wir für unseren Sohn eine Schule mit möglichst hässlichen Mitschülern suchen sollten. Der Schlüssel liegt eher im Selbstbewusstsein: Je deutlicher wir unserem Kind machen, dass es genau so in Ordnung ist, wie es ist, umso besser kann es an sich selbst glauben. Und das hilft ihm in der Schule, im Studium, im Job – und nicht zuletzt auch im Umgang mit schönen Mitmenschen.</p>
<p><small><em>&#8222;Schöne Mitschüler, schlechte Noten&#8220; – Foto: <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/klassenkameraden-auf-dem-spielplatz-plaudern_1214007.htm" target="_blank" rel="noopener">Freepik</a></em></small></p>
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		<title>Warum Sie Ihr Kind nicht so oft ans Lernen erinnern sollten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 11:07:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Hast du heute schon Vokabeln gelernt?&#8220; Dieser Satz gehört zum Standard-Repertoire aller Schulkind-Eltern. Ständig muss man diese Faulenzer ans Lernen erinnern, sonst denken die ja nicht daran! Nun, möglicherweise denken sie gerade deswegen nicht daran: Weil sie wissen, dass die Eltern sie ja sowieso erinnern. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/warum-sie-ihr-kind-nicht-so-oft-ans-lernen-erinnern-sollten/">Warum Sie Ihr Kind nicht so oft ans Lernen erinnern sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Hast du heute schon Vokabeln gelernt?&#8220; Dieser Satz gehört zum Standard-Repertoire aller Schulkind-Eltern. Ständig muss man diese Faulenzer ans Lernen erinnern, sonst denken die ja nicht daran! Nun, möglicherweise denken sie gerade deswegen nicht daran: Weil sie wissen, dass die Eltern sie ja sowieso erinnern. Das jedenfalls legt eine wissenschaftliche Studie nahe.</p>
<p>Forschende des Frankfurter Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) haben getestet, ob sich die lästige Erinnerei ans Vokabelnlernen an das Smartphone ausgliedern lässt. Zehn- bis 12-jährige Schülerinnen und Schüler bekamen dafür eine Vokabel-Lernapp aufs Handy, die sie einen guten Monat lang benutzen sollten. Die App registrierte, wie oft die Kinder sie benutzten und wie groß ihr Lernfortschritt war. Einige von ihnen wurden zudem bis zu 16-mal in dem Zeitraum von der App ans Vokabelnlernen erinnert. (<a href="https://www.nature.com/articles/s41539-024-00253-7" target="_blank" rel="noopener">Hier geht&#8217;s zur Originalpublikation.</a>)</p>
<h4>Werden Kinder ans Lernen erinnert, arbeiten sie sogar weniger</h4>
<p>Das Ergebnis: Diejenigen Schülerinnen und Schüler, die von ihrem Smartphone in unregelmäßigen Abständen Erinnerungsnachrichten bekamen, lernten sogar seltener Vokabeln als jene, die ohne Erinnerungsstütze auskommen mussten. Sie befassten sich nur an 22 von 36 Tagen mit der App, die anderen hingegen an 26 Tagen. Vor allem gegen Ende des Versuchszeitraums verließ sich die &#8222;Reminder&#8220;-Gruppe gern auf die Schubs-Nachricht – und unternahm ohne sie nur noch wenig.</p>
<p>Ersetzt man in diesem Versuchsaufbau die Smartphone-Nachricht durch &#8222;Mama kommt rein und nervt&#8220;, befindet man sich wieder mitten im Familienalltag. Es gilt offensichtlich: Je häufiger man sein Kind als Lernen erinnert, umso seltener macht es sich von selbst an seine Aufgaben. Und je länger es sich daran gewöhnt, dass Mama (oder manchmal Papa) eh noch nervt, umso mehr verlässt es sich darauf.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Wenn das Kind selbstständig werden soll, müssen die Eltern sich zurücknehmen</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Für Eltern bedeutet das also: Weniger ist mehr. Wer erreichen möchte, dass sein Kind eigenständig lernt, muss ihm die Verantwortung für den Lernprozess übertragen – und sich selbst zurücknehmen. Ansprechbar sein, aber dem Kind nicht die Arbeit abnehmen: So funktioniert sinnvolle Lernunterstützung. <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/wie-kinder-selbststaendig-lernen-lernen/" target="_blank" rel="noopener">Wie Kinder selbstständig lernen lernen, erklären wir hier.</a></p>
<p>Aber ist das Risiko nicht groß, dass das Kind ohne Lern-Erinnerungen beim nächsten Vokabeltest blank dasteht? Das kann natürlich sein. Aber ehrlich, ein Vokabeltest entscheidet nicht über den Bildungsweg. Und eine schlechte Note kann auch ein mal wichtiger Weckruf sein. Im Frankfurter Experiment haben die Forschenden jedenfalls auch die Vokabel-Lernleistungen verglichen. Das Ergebnis: Ob mit oder ohne Erinnerungen, die Kinder schnitten im Test weitgehend gleich ab.</p>
<p><small><em>&#8222;Warum Sie Ihr Kind nicht so oft ans Lernen erinnern sollten&#8220; – Foto: <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/vollschussmaedchen-das-drinnen-smartphone-haelt_33293017.htm">freepik</a></em></small></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>So gelingt der Übergang zur weiterführenden Schule</title>
		<link>https://www.magazin-schule.de/magazin/tipps-fuer-den-uebergang-von-der-grundschule-zur-weiterfuehrenden-schule/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[magazinschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jul 2024 15:54:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Julie packt gut gelaunt ihr Schulheft in den Tornister. „So“, sagt sie. „Fertig mit Hausaufgaben.“ Ihre große Schwester Annika schaut neidisch von ihrem Französischbuch auf. „Du hast es gut. Aber warte ab! Wenn du nach den Sommerferien aufs Gymna­sium gehst, sitzt du auch irgendwann stundenlang [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/tipps-fuer-den-uebergang-von-der-grundschule-zur-weiterfuehrenden-schule/">So gelingt der Übergang zur weiterführenden Schule</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Julie packt gut gelaunt ihr Schulheft in den Tornister. „So“, sagt sie. „Fertig mit Hausaufgaben.“ Ihre große Schwester Annika schaut neidisch von ihrem Französischbuch auf. „Du hast es gut. Aber warte ab! Wenn du nach den Sommerferien aufs Gymna­sium gehst, sitzt du auch irgendwann stundenlang über den Hausaufgaben und musst tausend Vokabeln üben!“ Der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule, er wirft bei uns schon seinen Schatten voraus auf den Wohnzimmertisch.</p>
<p>Es ist ja tatsächlich ein großer Schritt, wenn Kinder die Grundschulzeit hinter sich lassen. Die Schülerinnen und Schüler werden aufgeteilt und besuchen unterschiedliche Schulformen. Sie kommen in neue Klassen und müssen vielleicht dort neue Freunde finden. Und die Anforderungen an der weiterführenden Schule könnnen auch ganz anders sein als in der Primarstufe – vor allem, wenn es am Gymnasium weitergehen soll.</p>
<blockquote class="left text-right"><p>Nach dem Wechsel steigt der Arbeitsaufwand deutlich</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">So wie für Julie. Unsere Jüngste blickt nach dem Wutausbruch ihrer großen Schwester jetzt erschrocken drein. Bisher erledigt sie ihre <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/hausaufgaben-elternfreie-zone/">Hausaufgaben</a> blitzschnell und mühelos. Vor <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-besten-lerntipps-fuer-mathe/">Mathe-</a> und <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-9-besten-lerntipps-fuer-deutsch/">Deutsch</a>­arbeiten reichen die Übungsblätter, die ihre Lehrerin zur Vorbereitung aufgibt. Die Tests in <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/die-besten-lerntipps-fuer-fremdsprachen/">Englisch</a> und Sachkunde sind in der Grundschule noch unbenotet und vom Umfang übersichtlich. Leider hat Annika recht: Wenn Julie nach den Sommerferien von der Grundschule auf das Gymnasium wechselt, wird der Arbeitsaufwand definitiv ansteigen und sie vor neue Herausforderungen stellen.</p>
<h3>Der Übergang zur weiterführenden Schule fällt manchen Kindern leichter und anderen schwerer</h3>
<p>Annika, die nach den Sommerferien die achte Klasse besuchen wird, brauchte schon in der Grundschule in Mathe zusätzliche Übungseinheiten. Sie hat recht bald sehen müssen, dass es bei ihr ohne Anstrengung und Fleiß nicht läuft. Interessanterweise war das für den Übergang auf die weiterführende Schule ein Vorteil: Diese Erfahrung kam ihr nach dem Wechsel zugute. Wie selbstverständlich übertrug sie ihre erlernte, disziplinierte Arbeitseinstellung auf sämtliche Schulfächer.</p>
<p>Dennoch war die erste Zeit für sie eine Umstellung. Die vielen unterschiedlichen Lehrkräfte; die neuen unbekannten Fächer; Aufgaben, die erst zur Folgewoche fertig werden mussten und so schnell in ­Vergessenheit ­gerieten. Eltern sollten da im ersten Jahr unbedingt noch den Durchblick behalten: <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/wie-kinder-selbststaendig-lernen-lernen/">Sich selbst zu organisieren</a> will erst gelernt werden, und dabei sollten die Eltern das Kind begleiten. So funktioniert es dann auch später, etwa gegen Ende der sechsten Klasse, wenn ein Teenager keinen Eingriff mehr in seine Angelegenheiten wünscht. Spätestens dann sollte eine gewisse Selbstständigkeit vorhanden sein.</p>
<h3>Tipps für die Eingewöhnungszeit an der weiterführenden Schule</h3>
<p>Annikas Schule verwendet schuleigene Aufgabenplaner. Fünft- und Sechstklässler müssen diese wöchentlich, von den Eltern unterzeichnet, den Klassenlehrkräften vorlegen. Das hat sich bewährt. Ein Aufgabenplaner ist ­neben anderen nützlichen – und vor allen Dingen coolen – Schulmaterialien ein sinnvolles Geschenk für den Neustart.</p>

<p>Auch muss meist ein neuer <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/neue-schultasche-augen-auf-beim-ranzenkauf/">Schulrucksack</a> mit ausreichend Fassungsvermögen für die nun umfangreicheren Schulbücher und -hefte her. Etwas jugendlicher darf der dann schon rüberkommen. Denn sind Einhorn- oder Star-Wars-Motive im Moment noch ­angesagt, werden diese schnell als peinlich empfunden, ­outen sie doch den Träger zwangsläufig als Fünftklässler. Wieder zu den Kleinen auf dem Schulhof zu ­gehören, finden die wenigsten Kinder angenehm.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Die Klassengemeinschaft muss sich erst noch finden, neue Freundschaften entwickeln sich</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Viel mehr als mit dem Lehrstoff beschäftigen sich die Kinder anfangs mit den zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Klassengemeinschaft muss sich erst noch finden, neue Freundschaften entwickeln sich. Für die Kinder ist es enorm wichtig, einen guten Platz in ihrem neuen Lebensraum zu finden. Als ­Elternteil sollte man sich daher nicht nur dafür interessieren, ob sein Kind mit den Lehrkräften klarkommt und dem Stoff in Mathe folgen kann: Für den späteren Lernerfolg ist es mindestens genauso wichtig, dass es sich an der neuen Schule wohlfühlt.</p>
<h3>Vieles verändert sich – auch die Kinder selbst</h3>
<p>Bei der Auswahl der Schule haben wir in erster ­Linie den <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/wenn-der-schulbus-nicht-kommt/">Schulweg</a> im Blick gehabt. Der muss nun mal täglich bewältigt werden, und zwar idealerweise ohne <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/elterntaxis-gehsteig-schlaegt-ruecksitz/">­Elterntaxi</a> zu Fuß, per Rad oder Bus. Zwei Gymnasien kamen demnach infrage. Julie hat sich für das ihrer Schwester entschieden und wird mit dem Rad fahren, obwohl sämtliche Freundinnen auf das andere, zu Fuß erreichbare gehen werden. „Klar bin ich traurig, dass ich meine Freundinnen dann nicht mehr jeden Tag in der Schule sehen werde. Aber ich kann sie ja noch nachmittags treffen“, tröstet sie sich immer wieder selbst „Du wirst sowieso bald ganz andere Freundinnen ­haben“, weiß Annika, die zu ihren alten Freundinnen aus Grundschultagen inzwischen nur noch sehr losen Kontakt pflegt.</p>
<blockquote class="left text-right"><p> Ein bekanntes Gesicht erleichtet die ersten Tage</p></blockquote>
<p class="medium-margin-left">Gerade gegen Ende der Grundschulzeit und zu ­Beginn der Pubertät sind Freundschaften von Veränderungen geprägt. Da interessiert sich die ehemals BFF plötzlich nur noch für Kosmetik und Jungs, während die andere lieber auf dem Schulhof spielen möchte. Zufällig wird ein Mädchen aus Julies Ballettgruppe das gleiche Gymnasium wie Julie besuchen. Die Mädchen haben sich gegenseitig als Wunschmitschülerin angegeben und sich seitdem ein paarmal verabredet. Annika kannte damals eine neue Mitschülerin flüchtig aus der Grundschulparallelklasse. Noch heute fahren sie gemeinsam mit dem Rad zur Schule. Und auch wenn sich daraus später keine tiefere Freundschaft entwickelt, erleichtert ein bekanntes Gesicht die ersten Tage. Danach gilt: Es findet sich, was sich finden soll.</p>
<p>Julie nutzte bisher jede Gelegenheit, ihre neue Schule zu besuchen und möglichst viele Lehrer persönlich kennenzulernen. Sie bestand darauf, mich zu den ­Elternsprechtagen zu begleiten und anschließend von ihrer Schwester auf dem Schulgelände herumgeführt zu werden. Ohne Geschwisterkind lohnt ein Blick auf die Webseite der Schule. Die meisten Schulen bieten im Laufe des Jahres nicht nur einen Tag der offenen Tür und Schnuppernachmittage für ­interessierte Grundschulkinder an, sondern auch andere, öffentlich zugängliche Schulveranstaltungen. Wenn man das ein oder andere Angebote im Vorfeld nutzt, wirkt die neue Schule gleich weniger fremd.</p>
<blockquote class="right text-left"><p>Für Eltern bedeutet die weiterführende Schule ebenfalls Veränderung</p></blockquote>
<p class="medium-margin-right">Trotzdem findet Julie den riesigen Schulkomplex angsteinflößend. „In den ganzen Gängen werde ich mich nie im Leben zurechtfinden!“ Doch, wirst du, ganz schnell“, ermutigt sie die große Schwester. „Du bist ja nicht ­alleine. Sind doch alle neu.“„Und deinen Schulweg fahren wir bis zum Ende der Sommerferien so oft wie möglich ab. Wenn du willst, begleite ich dich die ersten Tage mit dem Rad“, verspreche ich. Annika ­verzieht das Gesicht. Ich habe sie damals genau einen einzigen Morgen begleiten dürfen, bevor ich ihr zu peinlich wurde. Für Eltern bedeutet die weiterführende Schule ebenfalls Veränderung. Loslassen ist nicht immer einfach!</p>
<p>Julie sieht dem Schulwechsel mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits fällt ihr der Abschied von Freunden, Lehrkräften und der vertrauten Umgebung schwer. Andererseits freut sie sich auf den neuen Lebensabschnitt. Und der gehört natürlich gefeiert! Nach der Einschulungsfeier in der Schule werden wir den Tag mit Kuchen oder einem Essen ausklingen lassen. Annika hat sich damals sehr über die kleine Schultüte mit Süßigkeiten, besonderen Stiften und Glücksbringern gefreut. Für kleine Geschenke, die den Neustart versüßen, ist man selbst als Fünftklässler nie zu alt!</p>
<h3>Weiterlese-Tipps zum Thema Schulstart:</h3>
<p><strong><a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/neu-an-der-schule-tipps-fuer-den-schulwechsel/">Neu an der Schule – Tipps für den Schulwechsel</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/aufstehen-vorbereiten-hausaufgaben-5-routinen-fuer-den-schulstart/">Aufstehen, vorbereiten, Hausaufgaben: 5 Routinen für den Schulstart</a></strong></p>
<p><a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/7-gruende-warum-man-den-schulstart-einfach-lieben-muss/"><strong>7 Gründe, warum man den Schulstart einfach lieben muss</strong></a></p>
<h3>Weiterlese-Tipps zum Thema Gymnasium:</h3>
<p><strong><a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/von-der-waldorfschule-ins-gymnasium/">Von der Waldorfschule ins Gymnasium – Eine Schülerin zieht Bilanz</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/hannes-jaenicke-das-gymnasium-war-wie-ein-gefaengnis/">„Das Gymnasium war wie ein Gefängnis“ – Schauspieler und Autor Hannes Jaenicke über seine Schulzeit</a> </strong></p>
<p><a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/tschuess-gymnasium-hallo-glueck-3/"><strong>Tschüss Gymnasium, hallo Glück – Warum sich der Mut zum Wechsel für Schüler und ihre Familien odt auszahlt</strong></a></p>
<p><small><em>Tipps für den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule – Eine erste Version dieses Artikels ist im Heft 3/18 von Magazin SCHULE erschienen; letzte Aktualisierung siehe Datum oben – Fotos: <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/glueckliche-kinder-die-an-der-strasse-der-stadt-am-sonnigen-sommertag-vor-dem-modernen-gebaeude-spielen-gruppe-von-gluecklichen-kindern-oder-jugendlichen-die-spass-zusammen-haben_12699666.htm" target="_blank" rel="noopener">master1305</a> / </em><a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/kinder-geben-fuenf-hoch_1267623.htm" target="_blank" rel="noopener"><em>Freepik</em></a></small></p>
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		<title>Bildungschancen: Bayern bevorzugt am besten</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2024 08:41:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Tatsache war bekannt, aber das Ausmaß ist doch erstaunlich: Die Bildungschancen von Kindern aus guten Verhältnissen sind viel besser als jene, deren Eltern weder Abitur haben noch besonders wohlhabend sind. Das haben Forschende des ifo Instituts an der Ludwig-Maximilians-Universität München errechnet (hier ist der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tatsache war bekannt, aber das Ausmaß ist doch erstaunlich: Die Bildungschancen von Kindern aus guten Verhältnissen sind viel besser als jene, deren Eltern weder Abitur haben noch besonders wohlhabend sind. Das haben Forschende des ifo Instituts an der Ludwig-Maximilians-Universität München errechnet (<a href="https://www.ifo.de/sites/default/files/events/Wgcjdnxkabshf80d0dsd00.pdf">hier</a> ist der Link zur Studie). Sie bestätigen damit eine Erkenntnis, die aus den aktuellen Ausgaben der <a href="https://www.oecd.org/media/oecdorg/satellitesites/berlincentre/pressethemen/GERMANY_Country-Note-PISA-2022_DEU.pdf">Pisa-Studie</a>, des <a href="https://www.kmk.org/presse/pressearchiv/mitteilung/iqb-bildungstrend-2022-kompetenzrueckgaenge-in-deutsch-aber-weitere-fortschritte-in-englisch.html">IQB-Bildungstrends</a> und der <a href="https://ifs.ep.tu-dortmund.de/storages/ifs-ep/r/Downloads_allgemein/Pressemeldung_IGLU2021_final.pdf">IGLU-Studie</a> bekannt ist – und seit Jahrzehnten weitgehend unverändert bleibt.</p>
<p>Die Münchner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben nun auch ein Bundesländer-Ranking mitgeliefert: Wer fördert sein Bildungsbürgertum am effektivsten? <strong>Demnach ist die Bevorteilung in Bayern und Sachsen am größten und in Berlin und Brandenburg am kleinsten.</strong> Wobei &#8222;klein&#8220; eigentlich der falsche Begriff ist: Auch hier haben der Studie zufolge Kinder aus &#8222;günstigen Verhältnissen&#8220; fast doppelt so gute Aussichten auf einen Gymnasialplatz wie der Rest.</p>
<h3>Wohlhabende und gebildete Familien werden bevorteilt</h3>
<p>Was sind diese &#8222;günstige Voraussetzungen&#8220; genau? Die Forschenden schreiben in der Studie von einem &#8222;hohen sozioökonomischen Hintergrund&#8220;. Sie definieren ihn so, dass ein Kind …</p>
<ul>
<li>mindestens ein Elternteil mit Abitur hat und/oder</li>
<li>die Familie zum obersten Viertel der Haushaltseinkommen zählt, das sind mehr als 5000 Euro monatlich.</li>
</ul>
<figure style="width: 486px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2024/05/Bildungschancen-Deutschland.png" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="https://www.magazin-schule.de/wp-content/uploads/2024/05/Bildungschancen-Deutschland.png" alt="Bildungschancen in Deutschland" width="486" height="710" /></a><figcaption class="wp-caption-text"><strong>Ungleiche Bildungschancen</strong> von Menschen mit &#8222;hohem sozioökonomischem Hintergrund&#8220; in Deutschland: In Hamburg haben fast drei von fünf Kindern mindestens ein Elternteil mit Abitur und/oder ein Haushalteinkommen von über 5000 Euro monatlich, in Mecklenburg-Vorpommern ist es nur eines von dreien (blaue Balken). In allen Ländern haben Kinder aus diesen bevorzugten Familien allerdings bessere Aussichten auf einen Gymnasialplatz (rote Balken): In Bayern liegen ihre Chancen bei 250 Prozent von jenen, die weniger bevorteilt sind.</figcaption></figure>
<p>Im deutschen Durchschnitt trifft das auf 45 Prozent der Familien zu. Allerdings ist auch der Wohlstand an Bildung und Einkommen in Deutschland ungleich verteilt: In Hamburg gehören gut 58 Prozent der Familien zu den Bevorteilten, in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind es nur 32 Prozent. Überall haben Kinder aus diesen Familien allerdings bessere Bildungschancen.</p>
<p><strong>Nun findet Bildung nicht nur am Gymnasium statt.</strong> Bayerns Wirtschaftsminister und Stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger wies nach Veröffentlichung der Studie in einem Social-Media-Post <a href="https://twitter.com/HubertAiwanger/status/1789972395270242394">(&#8222;SKANDALLL!&#8220;)</a> auf das Schulsystem in seinem Bundesland hin, das alternativ zum Gymnasium den Besuch einer Realschule oder einer Mittelschule (ehemals Hauptschule) vorsieht. An diesen beiden Schularten erwerben Schülerinnen und Schüler kein Abitur, sondern werden auf eine Ausbildung im international viel beachteten <a href="https://www.kmk.org/themen/berufliche-schulen/duale-berufsausbildung.html">Dualen System</a> vorbereitet.</p>
<p>Andere Bundesländer bieten alternativ zum Gymnasium unter anderem Gemeinschaftsschulen an. Dort können Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Abschlüsse erwerben, in vielen Fällen sogar das Abitur. Zudem haben in ganz Deutschland Menschen mit Mittlerer Reife die Möglichkeit, anschließend noch das Fachabitur oder die Allgemeine Hochschulreife zu machen. Allerdings werden diese Wege den Forschenden zufolge wiederum überwiegend von Kindern aus bevorteilten Haushalten genutzt. Als Indikator für die Chancengleichheit hat das ifo Institut daher nur die Kinder im Haushalt herangezogen, die ein Gymnasium besuchen, bereits ein Fach- oder allgemeines Abitur haben oder aktuell studieren.</p>
<h3>Gelbildete haben gebildete Kinder, reiche haben reiche</h3>
<p>Es ist ein doppelter Kreislauf: Wenn Eltern selbst Abitur haben, erwerben ihre Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit auch diesen Abschluss. Und sind die Eltern wohlhabend, erhöht das ebenfalls die Chance, dass die Kinder Abitur machen – und dadurch wiederum mehr verdienen: <strong>Durchschnittlich haben Menschen mit Abitur in Deutschland 42 Prozent mehr Netto-Einkommen als Menschen ohne Abitur,</strong> wie der Mannheimer Wissenschaftler <span class="given-name">Majed</span> <span class="text surname">Dodin kürzlich mit Kollegen zusammen in einer </span><a href="https://doi.org/10.1016/j.jpubeco.2024.105074">anderen Studie</a> herausgearbeitet hat.</p>
<p>So kommt es, dass der Anteil von Kindern mit Abitur linear mit dem Einkommen ihrer Eltern steigt: 25 Prozent der Kinder am unteren Ende der Einkommensverteilung erwerben die Hochschulreife, am oberen Ende sind es 80 Prozent. Dieser Effekt ist Majed Dodin zufolge für die zwischen 1980 und 1996 Geborenen gleich geblieben, obwohl in diesem Zeitraum insgesamt viel mehr Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs das Abitur gemacht haben. Auch die Studie des ifo Instituts findet keinen Unterschied in der Bevorzugung gebildeter und wohlhabender Familien zwischen Bundesländern mit einer hohen und solchen mit einer niedrigen Abiturquote.</p>
<h3>Diese Faktoren führen dazu, die Vorteile für bevorzugte Familien zu erhalten</h3>
<p>Unter den aktuellen Voraussetzungen bleiben die Bildungsvorteile für bevorzugte Familien also erhalten. Was führt jedoch dazu, dass diese Vorteile in einigen Bundesländern kleiner sind als in anderen? Auch darauf gibt die ifo-Studie Hinweise.</p>
<p>Als einen Faktor führen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das längere gemeinsame Lernen an. In Berlin und Brandenburg, den beiden Bundesländern mit den kleinsten Vorteilen für gebildete und wohlhabende Familien, bleiben Kinder bis zur sechsten Klasse in der Grundschule. Erst zur siebten Klasse wechseln sie entweder auf ein Gymnasium oder eine andere Schulform. <strong>Diese spätere Aufteilung verringert offenbar die Unterschiede in den Bildungschancen</strong> – die vierjährige Grundschule hingegen erhält die Vorteile der Bevorzugten.</p>
<p>Das gleiche gilt für gegliederte Schulsysteme wie in Bayern, wo auf zwei der drei weiterführenden Schularten kein Abitur angeboten wird. In Hamburg oder dem Saarland hingegen können Kinder genauso in Gemeinschaftsschulen das Abitur erwerben – was deren Bildungschancen laut Studie etwas angleicht. Auch international seien die Vorteile für gebildete und wohlhabende Familien in den Ländern geringer, in denen es weniger weiterführende Schularten gebe.</p>
<p>Darüber hinaus könnten laut den Autorinnen und Autoren unter anderem <strong>frühkindliche Bildungsangebote, kostenlose Nachhilfe, Mentoring-Programme und Unterstützung bei der Erziehung</strong> die Bildungschancen für Kinder aus benachteiligten Familien verbessern und somit den Abstand zu den Bevorzugten verringern. Das kann zudem dann passieren, wenn Schulleitungen und Lehrkräfte an Schulen mit vielen benachteiligten Kindern speziell ausgebildet und gefördert werden.</p>
<p><em><small>&#8222;Chancengleichheit: Bayern bevorzugt am besten&#8220; – Foto: <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/gruppe-von-kindern-die-zeit-nach-der-schule-zusammen-verbringen-huebsche-freunde-die-sich-nach-dem-unterricht-ausruhen-bevor-sie-anfangen-hausaufgaben-zu-machen-modernes-loft-interieur-schulzeit-freundschaft-bildung-zusammengehoerigkeitskonzept_12264798.htm">master1305</a> auf Freepik</small></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.magazin-schule.de/magazin/bildungschancen-bayern-bevorzugt-am-besten/">Bildungschancen: Bayern bevorzugt am besten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.magazin-schule.de">Magazin SCHULE</a>.</p>
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