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Die 21 gefährlichsten Lernlücken – Teil 1: Sprachen

Seite 4/4: Lernlücken Französisch

Lernlücken Französisch

Lernlücken Französisch – Magazin SCHULE online

Unsere Expertin: Die Französin Véronique Bastide unterrichtet in deutschen Unternehmen Erwachsene. Für das Institut Abacus gibt sie auch Schülern Nachhilfe.

 

10. Vergangenheit

ab 2. Lernjahr
Notenfaktor: ★★  Häufigkeit: ★★

Auch im Französischen sind die Zeiten nicht unproblematisch. Das gilt besonders für die Unterscheidung zwischen passé composé und imparfait. Während die deutschen Entsprechungen dieser Zeiten, das Perfekt und das Präteritum, keine strikt definierten Aufgaben haben und wir mündlich fast nur Perfekt verwenden, unterscheiden die Franzosen hier genauso klar wie etwa die Engländer
(s. Lernlücke 1). Allerdings sind die Rollen andere.

So beschreibt das passé composé vor allem Handlungen mit Anfang und Ende in der Vergangenheit, das imparfait hingegen Zustände und Gewohnheiten sowie unabgeschlossene Handlungen. Ein Beispiel:

„Quand j‘étais petit, je regardais beaucoup la télé.“
– Als ich jung war, habe ich viel ferngesehen.
„Quand j‘étais petit, j‘ai regardé la télé le jour
 où Armstrong a mis le pied sur la lune.“
 – Als ich jung war, habe ich an dem Tag
ferngesehen, als Armstrong seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat.

TIPP
Manchmal hilft es, einen Zeitstrahl zu zeichnen. Längerer Strich mit Anfang und Ende in der Vergangenheit? Imparfait! Kurzes Ereignis oder ein Strich bis in die Gegenwart? Passé composé!

 

11. „ö!“

ab 1. Lernjahr
Notenfaktor: ★  Häufigkeit: ★★★

je t'aime – Magazin SCHULE onlineSchön, aber komisch: Die Aussprache des Französischen fällt fast allen Schülern schwer. Doch beim Bemühen um die richtigen Laute geht es um mehr als einen guten Akzent: Man kann sonst auch missverstanden werden.

Wichtig ist zum Beispiel das „e“, welches auf Französisch eher wie ein „ö“ klingen muss. Spricht man es deutsch aus, verändert das in vielen Fällen den Sinn des Wortes. Sagt zum Beispiel jemand „mö“, verstehen Franzosen „mich“. „Me“ hingegen klingt für französische Ohren eher wie „meine“.

TIPP
Auch hier gilt: keine Hemmungen, s‘il te plaît! Lieber fehlerhaft sprechen als gar nichts sagen. Nur beim Üben macht man Fortschritte. Was unterstützen kann: Musik-CDs, Hörbücher, Audiokurse, Urlaub in Frankreich …

 

12. Die Verben

ab 1. Lernjahr
Notenfaktor: ★★★  Häufigkeit: ★★★

Im Französischen gibt es drei Arten von Verben. Die erste Gruppe endet auf -er, die zweite auf -ir, beide werden regelmäßig konjugiert. Die dritte Gruppe kann unterschiedliche Endungen haben und enthält die unregelmäßigen Verben. Leider ist diese Gruppe riesig. Die Wahrheit ist: Diese Verben muss man auswendig lernen. Alle. Mit allen Formen, in allen Zeiten. Und dann üben, üben, üben …

TIPP
Viele Kinder (gerade Jungs) lernen gern am Computer. Sprach-Lernprogramme und Apps sind dann eine sinnvolle Anschaffung




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