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Übungen für die Lernpause zu Hause

Die Kinder brauchen jetzt dringend etwas Bewegung, damit sie den Kopf frei bekommen? Hier sind acht Übungen für die Lernpause!


Die Luft steht, es müffelt, der Kopf brummt: Nach einer längeren Lerneinheit brauchen Kinder dringend etwas Ablenkung und Bewegung. Doch was tun, wenn man sie wegen der Stundenplans oder schlechten Wetters nicht raus schicken kann? Dann wären ein paar Indoor-Übungen für die Lernpause willkommen.

Unsere Kinder bewegen sich zu wenig, da sind sich die Experten seit vielen Jahren einig. Nur ein Viertel der Kinder und Jugendlichen erfüllt die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO, mindestens 60 Minuten am Tag körperlich aktiv zu sein, wie das Robert Koch-Institut im Rahmen seiner „KiGGS“-Langzeitstudie herausgefunden hat. Und je älter, umso bewegungsfauler werden die Schülerinnen und Schüler: Im Vorschulalter ist immerhin noch die Hälfte der Kinder hinreichend körperlich aktiv, zwischen 14 und 17 Jahren kann man das hingegen nur noch von jedem zehnten Jugendlichen sagen.

Die Pandemie hat Übungen für die Lernpause noch wichtiger gemacht

3malE-Bewegungspause – Cover Booklet
Bewegung für die Pause: Das Programm „3malE-Bewegungspausen“  des Energieversorgers Lechwerke AG (LEW) enthält Übungen, die den Unterricht auflockern und auch für zu Hause geeignet sind. Die Sets bestehen aus Booklets, Videoclips, Musik und Plakaten und kosten eine Schutzgebühr von 10,90 Euro. Grundschüler der dritten und vierten Klasse  können sich unter anderem nach Indien träumen – wie in den Tipps unten.

Die Corona-Pandemie hat diesen Effekt noch verstärkt. Sportunterricht und Vereinssport fielen aus, sogar das Kicken mit Freunden wurde verboten. Einer Studie des Uniklinikums Münster zufolge hat sich ein Viertel der Schülerinnen und Schüler während des ersten Lockdowns praktisch gar nicht mehr bewegt. Und während des zweiten Lockdowns im Winter wurde es noch schwieriger, Kinder zur Bewegung zu bringen.

Dabei ist völlig unabhängig von all den anderen gesundheitlichen Vorteilen sportlicher Betätigung längst bekannt, dass Kinder ganz allgemein besser lernen, wenn sie sich genug bewegen. So konnte die Sportwissenschaftlerin Nadja Walter von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zeigen, dass sich Grundschüler um bis zu 40 Prozent besser konzentrieren, wenn sie drei statt zwei Stunden Sportunterricht pro Woche haben. Forscher konnten belegen: ­Bewegung ­fördert die Durchblutung des Gehirns, die ­Bildung ­neuer Verbindungen zwischen den Gehirnzellen, die Motivation und das allgemeine Wohlbefinden.

Das heißt: Wer besser lernen will, muss sich bewegen! Das gilt zu Hause ebenso wie in der ­Schule. Zum Glück passen in jeden Heim-Lernplan und in jedes ­Unterrichtskonzept Bewegungspausen, die den Kopf für ­neues Wissen aufnahmebereit machen. Hier zeigen wir sinnvolle Übungen für die Lernpause, die Schülerinnen und Schülern das Lernen leichter – und lustiger! – machen können.

 

Übungen für die Lernpause

Wetten, dass mit Übungen wie „Himalaja-Besteigung“, „Schlangenbeschwörer“ und „Buddha“ auch ­echte Sitzweltmeister aufstehen und sich gerne recken und strecken? Glauben Sie nicht? Ausprobieren!

  • Heilige Kühe – Übung für die Lernpause

    Heilige Kühe

    Das braucht man: Säck­chen oder Papiertaschentuchpäckchen So geht’s: Zwei Kinder stehen sich gegenüber mit jeweils einem Säck­chen bzw. Päckchen auf dem Kopf. Die Hände drücken ge­­­­­geneinander, bis eines der Säckchen vom Kopf rutscht.

    Das wird geübt: Mobilisierung und Kräftigung der Schulter- und Armmuskulatur; Förderung der Koopera­tion

    Hinweis: auf Körperspannung achten!

  • Himalaja-Besteigung – Übung für die Lernpause

    Himalaja-Besteigung

    So geht’s: In der Schule oder am Schreibtisch den Stuhl unter den Tisch schieben. Auf der Stelle gehen, gedanklich einen Berg besteigen. Dann immer schneller werden und bei jedem Schritt das Knie so hoch wie mög­­­lich heben. Ab 5 000 Meter Höh­e geht es nur noch im Zeitlupen­tempo voran.

    Das wird geübt: Aktivierung der Beinmuskulatur (speziell die Oberschenkel-muskulatur wird ge­kräf­­­tigt) und des Herz-Kreislauf-Systems

  • Der Reis ist heiß - Übung für die Lernpause

    Der Reis ist heiß!

    Das braucht man: Reissäck­chen oder
    Papiertaschentuchpäckchen

    So geht’s: Reissäckchen werden über die Chinesische Mauer geworfen: Zwei Kinder stehen sich an der Längsseite eines Tischs gegenüber und werfen sich ein Säckchen zu.
    Variation: an der kurzen Sei­te des Tischs gegenüberstehen

    Das wird geübt: Verbesserung der Hand-Auge-Koordination; Schu­­­lung der motorischen Grund­fähigkeiten; Werfen und Fangen; Verbesserung der Kooperation

    Hinweis: mitzählen lassen, wie oft hinter­einander ­gefangen wurde, ohne das Päckchen fallen zu lassen

  • Kung Fu-Kämpfer - Übung für die Lernpause

    Kung-Fu-Kämpfer

    So geht’s: in alle Richtungen im Stehen mit Fäusten und Fußkicks einen ­Scheinkampf austragen

    Das wird geübt: Anregung der Durch­blutung der äußeren Muskulatur; Abbau von Aggressionen und Spannungen

    Hinweis: auf genügend Ab­stand zu anderen Kindern achten, ­niemanden berühren

  • Tempelstatue – Übung für die Lernpause

    Tempelstatue

    So geht’s: Im Sitzen auf der Stuhlkante leicht nach rechts drehen. Das linke Bein hochziehen und den Fuß mit der linken Hand fest­halten. Hinter dem Rücken hoch­ziehen in Richtung Gesäß, das Knie zeigt zum Boden; der rechte Arm streckt sich lang nach oben. Zehn Sekunden halten, dann auf der anderen Seite wiederholen

    Das wird geübt: Dehnung der Oberschenkel­muskulatur; Verbesserung des Gleichgewichts­sinns; zur Ruhe kommen

    Hinweis: nicht ins Hohlkreuz ziehen, Bauchmuskeln anspannen

  • Fahrradrikscha in Indien

    So geht’s: Zwei Stühle zueinander­drehen, hinsetzen. Füße in die Luft heben und an die Fußsohlen des Partners legen. ­Langsam vor­wärts und rückwärts kreisförmig mit den Beinen Fahrrad fahren

    Das wird geübt: Kräftigung der Bein- und Bauch­muskulatur; Verbesserung der Koor­­­di­nation; Verbesserung der Rumpf­spannung; Förderung der Kooperation

    Hinweis: am Stuhl festhalten

  • Schlangenbeschwörer – Übung für die Lernpause

    Schlangenbeschwörer

    So geht’s: Kind oder Lehrkraft sitzt mit einer (imaginären) Flöte vorn, alle anderen Kinder sitzen an ihrem Platz und haben zwei Schlangen­­­­­­arme. (Orientalische Flöten-)Musik anmachen. Zur Musik rekeln und winden sich die Schlangenarme, sie machen die Bewegungen der Flöte nach. Die Musik wird lauter, die Schlangen werden immer größer und länger. Wenn die Musik wieder leiser wird, gleiten die Schlangenhände zurück auf den Tisch.

    Das wird geübt: akustische Wahr­­nehmung; Abstim­mung von Rhythmus und Körper/Ar­men; Abbau von Spannungen im Schulter-Nacken-Bereich

    Hinweis: geht auch ohne Schlan­­­­gen­­beschwörer

  • Buddha
    (Mit den Händen atmen)

    So geht’s: falls möglich, im Schneidersitz auf den Stuhl setzen, die Hände und Unterarme auf den Tisch legen und Augen schließen. Bei jedem Einatmen die Handflä­chen nach oben drehen („Kraft empfangen“) und beim Ausat­men wieder nach unten („Kraft an den Körper weitergeben“)

    Das wird geübt: Abbau von Spannungen; Schulung der Körperwahrnehmung, be­wusste und vertiefte Atmung; Verbesserung der Sauerstoffver­sor­gung von Körper und Gehirn

 

Übungen für die Lernpause zu Hause – Fotos: Lechwerke AG; Creative_hat@freepik



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